Ausgezeichnete Vielfalt

Im Rahmen einer kleinen Feier erhielten gestern 27 Doktoratsstudierende aus den Händen von VR Tilmann Märk ein Stipendium der Uni Innsbruck. Bei der Vorstellung der StipendiatInnen und ihrer Projekte zeigte sich die gesamte Vielfalt der Themenbereiche und Forschungsansätze, die letztlich das Salz in der Suppe einer Volluniversität darstellen und sie so lebendig machen.
Die Doktoratsstudierenden mit VR Märk.
Bild: Die Doktoratsstudierenden mit VR Märk.

Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ist eine wichtige Aufgabe einer Universität und nun bereits zum zweiten Mal ein zentraler Bestandteil des wissenschaftlichen Nachwuchsprogramms in Innsbruck. Die Universität Innsbruck hat hier ein Instrument entwickelt, das interessierten Studierenden im Rahmen ihres Doktoratsstudiums die Gelegenheit bietet, die geplante Dissertation vorzustellen und sich damit um ein Dissertationsstipendium zu bewerben. Damit unterstützt die Universität diese Studierenden nicht nur materiell, sondern sie zeigt den jungen NachwuchswissenschaftlerInnen auch den Weg in eine wissenschaftliche Karriere. Was für erfolgreiche Forscherinnen und Forscher zum Alltag gehört, nämlich entsprechende Projekte zu entwickeln, dazu nationale oder internationale Anträge zu schreiben, sich dem Urteil internationaler Fachleute zu stellen und schließlich auch ausgewählt zu werden, wird hier im Bereich der Universität – für die meisten NachwuchswissenschaftlerInnen zum ersten Mal – nachvollziehbar gemacht. Auch das ist ein Teil der Ausbildung auf dem Weg in eine wissenschaftliche Karriere. „Die verstärkte Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ist ein wichtiges Ziel der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck. Auf dem Weg zur Wissensgesellschaft müssen optimale Bedingungen zur Förderung der jungen Menschen geschaffen werden, damit es für die besten Köpfe nach wie vor attraktiv ist, eine Karriere als Wissenschaftler/in zu durchlaufen“, betonte Vizerektor Märk in seiner Begrüßung.

 

Breites Spektrum

Die vorgestellten Arbeiten waren ein deutliches Zeichen für die Vielfalt der Forschungsthemen und der Forschungsansätze an der Universität Innsbruck. Das Spektrum der Dissertationsvorhaben reicht dabei von einer speziellen Fragestellung bei der Entstehung von Stammzellen bei Plattwürmern über die Auswirkungen von regionaler Identität und räumlicher Orientierung auf einen starken Veränderungen unterworfenen und nach wie vor florierenden alpinen Wirtschaftsraum, die Politik mit der Angst vor Zuwanderern am Beispiel von Innsbruck und die psychologischen Auswirkungen von Naturkatastrophen bis hin zum Wechselspiel zwischen Essen und kulturellem Erbe am Beispiel des Bregenzerwälder Bergkäses, um nur einige zu nennen.

 

Die 27 vergebenen Stipendien stellten die vierte Tranche der Doktoratsstipendien der „Nachwuchsförderung der Leopold-Franzens-Universität 2006/07“ dar. Insgesamt wurden damit seit Dezember 2006 91 Dissertationsvorhaben unterstützt. Die Auswahlkriterien für ein Stipendium sind neben einem sehr guten Projektantrag, eine exzellent bewertete Diplomarbeit und die entsprechenden Erfolge während des bisherigen Studiums. Diesmal hatten 38 Studierenden einen Antrag gestellt, von denen 27 ausgewählt wurden. Die StipendiatInnen erhalten nun sechs Monate lang einen Zuschuss von rund 600 Euro. Nach einem positiven Zwischenbericht über die Arbeitsfortschritte kann das Stipendium um weitere sechs Monate verlängert werden, in begründeten Ausnahmefällen sogar darüber hinaus.

 

Text: Uwe Steger