Land Tirol unterstützt innovative Forschungsvorhaben

VR Tilmann Märk konnte am vergangenen Freitag 30 WissenschaftlerInnen der Universität Innsbruck eine Förderzusage des Tiroler Wissenschaftsfonds (TWF) überreichen.
Mag. Armine Simonyan erhielt Fördermittel  aus dem TWF
Bild: VR Märk überreichte u.a. Mag. Armine Simonyan eine Förderzusage des TWF.

„Die Forschung zählt neben der Lehre zu den Kernaufgaben unserer Universität. Um die Finanzierung dieser wichtigen Basis für die forschungsgeleitete Lehre zu sichern, sind wir auch auf die Drittmittelfinanzierung angewiesen“, so VR Märk im Rahmen des Festaktes. „An dieser Stelle geht mein Dank an die Vertreter des Landes Tirol, die mit den Mitteln des TWF einerseits den wissenschaftlichen Nachwuchs fördern und anderseits die Ergänzung von vorhandenen Forschungsprojekten möglich machen.“ VR Märk dankte auch den FörderungswerberInnen für ihr Engagement und ihre ausgezeichneten Leistungen. Mag. Franz Jenewein, Geschäftsführer des Tiroler Wissenschaftsfonds, bedankte sich ebenfalls bei den ForscherInnen für „so viel Innovationsgeist“ und kündigte einen Tag der Innovationen an, bei dem einige der geförderten Projekte einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen.

 

50% der Fördermittel an Uni Innsbruck

 

VR Märk übernahm im Anschluss an die Begrüßungen die Vorstellung der einzelnen Projekte und wagte somit gemeinsam mit den Anwesenden einen „Blick über den eigenen Tellerrand“. Aus 49 Anträgen konnten 30 Projekte zur Förderung empfohlen werden, die Universität Innsbruck erhält somit circa 50% der Gesamtfördermittel – rund 850.000 Euro - des Tiroler Wissenschaftsfonds; weitere Fördermittel gehen an Angehörige der Medizinischen Universität Innsbruck, des MCI und der FH Kufstein.

 

Nützliche Informationen?

Das Projekt von DDr. Jürgen Huber zum Thema „Informationen und Renditen in experimentellen Finanzmärkten“ ist eines der als förderungswürdig eingestuften Forschungsvorhaben. In den letzten drei Jahren hat ein Team von Finanzwirtschaftern ein Finanzmarktmodell entwickelt, das nun in Laborexperimenten untersucht wird. Die wesentlichsten Innovationen des Modells sind, dass es dynamisch ist und damit eine der wesentlichen Schwächen anderer Modelle überwindet, die nur eine statistische Analyse erlauben. Zweitens gibt es in diesem Modell mehrere Informationsniveaus, während im Großteil der Literatur nur mit zwei Niveaus gearbeitet wird. In den bisherigen Experimenten zeigt sich stets, dass Informationen nicht immer nützlich für jene Händler sind, die sie haben: Während Insider Überrenditen erzielen, schneiden die am schlechtesten Informierten regelmäßig besser ab, als mittelmäßig Informierte.

 

Forschung für ein besseres Verständnis

Ein weiteres Forschungsvorhaben, das Fördermittel aus dem TWF erhält, ist das Projekt „Tonhöhe- und Melodieerkennung bei Cochlear Implantatträgern“ von Mag. Armine Simonyan vom Institut für Ionenphysik und angewandte Physik. Die Nachwuchswissenschaftlerin beschäftigt sich dabei mit der Erarbeitung von Hinweisen zur einschlägigen Verbesserung von Signalverarbeitungsstrategien in den Bereichen der Tonhöhenunterscheidung und der Melodieerkennung. Dies ist besonders wichtig, um Menschen mit den Hörprothesen - weltweit circa 70.000 - ein möglichst natürliches Hörempfinden von Geräuschen und Musik, insbesondere aber auch ein besseres Sprachverständnis zu ermöglichen.

 

Folgende Wissenschaftler erhielten ebenfalls eine Förderzusage des TWF:

 

  • Prof. Brigitte Mazohl, Institut für Geschichte
    „Lieder der Freiheit 1796 – 1848 in Tiroler Volkstraditionen“
     
  • Dekan Prof. Rainer Graefe, Institut für Architektur und Baugeschichte
    „Edition und Studie zu De Glorificatione Ruperts von Deutz“
  • Prof. Günther Hofstetter, Institut für Grundlagen der Bauingenieurwissenschaften
    „Berechnung der Traglast eines Modells eines Reaktorsicherheitsbehälters“
     
  • Dipl. Ing. Dr. Christoph Niederegger, Institut für Konstruktion und Materialwissenschaften,
    „Fortschrittliches Beton- und Bindemitteloptimierungssystem“
     
  • MMag. Dr. Thomas Gstraunthaler, Institut für Rechnungswesen, Steuerlehre und Wirtschaftsprüfung
    „Der Einfluss betriebswirtschaftlicher Rationalitäten auf Kunst- und Kulturinstitutionen am Beispiel von Museen“
     
  • Mag. Christopher Kronenberg, Institut für Strategisches Management, Marketing und Tourismus
    „Entwicklungshürden und -chancen von Klein- und Mittelunternehmen in Tirol“
     
  • Mag. Angelika Tschaikner, Institut für Botanik
    „Vergleichende Untersuchungen der Algenflora alpiner Böden und Böden der Antarktis“
     
  • Mag. Dr. Corinna Wallinger, Institut für Ökologie
    Molekularer Nachweis konsumierter Pflanzen in Elateridenlarven
     
  • Univ.-Doz. Georg Wohlfahrt, Institut für Ökologie
    „Messung und Modellierung der Flüsse flüchtiger organischer Verbindungen zwischen Gebirgsgraslandökosystemen und der Atmosphäre“
     
  • Dr. Michael Oberhuber, Institut für Organische Chemie
    „Stereoselektive Aldolaseribozyme“
     
  • Mag.Dr. Reinhard Kaindl, Institut für Mineralogie und Petrographie
    „Fluide in historischen Erzlagerstätten Tirols und Umgebung“
     
  • Mag. Martin Mergili, Institut für Geographie
    „Modellierung von Muren entlang eines Transandinen Korridors“
     
  • Mag. Michael Rinderer, Institut für Geographie
    „GUNHAR – Gewichtung von Unsicherheiten der Niederschlagsprognose und Hochwasservorhersage im Alpinen Raum“
     
  • Prof. Heinrich Neisser, Institut für Politikwissenschaft
    „Österreichs Zukunft in der EU - Nachbarschaftspolitik als regionale Partnerschaft“
     
  • Prof. Barbara Juen, Institut für Psychologie
    „Auswirkungen von Terroranschlägen im Vergleich zu anderen Desastern“
     
  • Mag.Dr. Doris Peham, Institut für Psychologie
    „Entwicklung, Validierung und Normierung eines Fragebogens zur Erfassung von Emotionserleben und Emotionsregulierung (EER)“
     
  • Dr. Thomas Höge-Raisig, Institut für Psychologie
    „Work-Life-Balance bei Beschäftigten im Tiroler Gastgewerbe“
     
  • Dr. Elisabeth Brandstätter, Institut für Sportwissenschaft
    „Auswirkungen von Acetazolamid (125 mg) auf die Ausdauerleistungsfähigkeit in simulierter Höhe“
     
  • Mag.Dr. Christian Raschner, Institut für Sportwissenschaft
    „Trainingsmittelanalyse im Rodelsport“
     
  • Mag.Dr. Gerhard Ruedl, Institut für Sportwissenschaft
    „Ermüdungsrelevante Faktoren bei Knieverletzungen im Skilauf“
     
  • Prof. Dr. Josef Nussbaumer, Institut für Wirtschaftstheorie Wirtschaftspolitik und Wirtschaftsgeschichte
    „Globalisierung des Hungers“
     
  • Prof. Matthis Sutter, Institut für Finanzwissenschaft
    „Auswege aus sozialen Gefangenendilemmasituationen: eine experimentelle Analyse der Auswirkungen sequentieller Entscheidungsstrukturen und Intervention durch Dritte“
     
  • Mag. Gerhard Rampl, Institut für Sprachen und Literaturen
    „Kulturhistorische Namen-Dokumentation der Alm- und Bergnamen von Innsbruck“
     
  • Mag. Verena Zankl, Forschungsinstitut Brenner-Archiv
    „Jugend und (Hoch-)Schulpolitik der französischen und Tiroler Kulturverantwortlichen“
     
  • Prof. Gunda Barth-Scalmani, Institut für Geschichte
    „Städtische Netzwerke im Umbruch – Innsbruck 1780 – 1840“
     
  • Mag. Michaela Fahlenbock, Institut für Geschichte
    „Historisch-genetische Besiedlungsgeschichte des Alpenraumes“
     
  • Mag. Florian Müller, Institut für Archäologien
    „Archäologische Forschungen in Nussdorf-Debant“
     
  • Prof. Bernhard Eccher, Institut für Italienisches Recht
    „Italienisches Zivilrecht – Ein Handbuch für Praxis, Ausbildung und Wissenschaft“

Text: Susanne Röck