Zwei Nationale Forschungsnetzwerke (NFN) mit Sprecher in Innsbruck genehmigt

Bei der letzten Kuratoriumssitzung des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) konnte die Universität Innsbruck einen großen Erfolg verbuchen. Neben zahlreichen Einzelprojekten wurden ebenfalls zwei Nationale Forschungsnetzwerke mit Koordinatoren, im Fachjargon des FWF „Sprecher“ genannt, in Innsbruck genehmigt.
Prof.  Hermann Stuppner und Prof. Otmar Scherzer sind die Koordinatioren der bewilligten Forschungsnetzwerke.
Bild: Prof. Hermann Stuppner und Prof. Otmar Scherzer sind die Koordinatioren der bewilligten Forschungsnetzwerke.

Obgleich es immer wieder Beteiligungen von WissenschafterInnen der Universität Innsbruck an Nationalen Forschungsnetzwerken gegeben hat, sind diese beiden Forschungsnetzwerke nun die ersten, die an unserer Ama Mater koordiniert werden. Ein NFN hat die Förderung der Schwerpunktbildungen in der wissenschaftlichen Forschung, in der Regel durch den Aufbau von landesweiten Forschungsnetzwerken zur fächerübergreifenden, arbeitsteiligen und mittelfristig angelegten Bearbeitung größerer Forschungsvorhaben zum Ziel, wobei es zu einer österreichweiten Bündelung wissenschaftlicher Aktivitäten zu einer Thematik kommen soll.

 

Prof.  Hermann Stuppner, Leiter des Instituts für Pharmazie, ist Sprecher des Projekts „DNTI - Drugs from Nature Targeting Inflammation“ und hat ein hochkarätiges Konsortium auf die Beine gestellt. Ziel dieses nationalen Netzwerkes ist die Identifizierung und Charakterisierung von bioaktiven Naturstoffen für die Behandlung entzündlicher Erkrankungen speziell im Bereich des kardiovaskulären Systems. Um dieses Konzept zu verwirklichen, haben sich Gruppen fünf verschiedener Universitäten (Graz, Innsbruck, Wien, Medizinische Universität Wien und Veterinärmedizinische Universität Wien) aus den Gebieten der Ethnopharmakologie, der Chemoinformatik, der angewand­ten Botanik, der Pharmakologie, der vaskulären Biologie und der Biotechnologie zusammen­geschlossen. Der kombinierte Einsatz von Computertechniken inklusive Naturstoff-Datenbanken mit tradiertem Wissen, chemischen high-tech Analysen und einem breiten Spektrum an pharmakologischen in vitro, zell-basierten und in vivo Modellen wird vielversprechende Wirkstoffkandidaten für die Behandlung von Entzündungen im vaskulären Bereich liefern. Von den mechanistischen Studien erwartet sich das Konsortium einen wesentlichen Beitrag zum besseren Verständnis molekularer Prozesse in der Entzündung.

 

Prof. Otmar Scherzer vom Institut für Informatik wird ein interdisziplinäres Konsortium im Bereich Photoakustik leiten, das mit mathematischen und physikalischen Methoden neue nicht invasive Bildgebende Verfahren für biologische und medizinische Problemstellungen entwickelt. Das Projekt läuft unter dem Titel „PAI - Photoacoutic Imaging in Biology and Medicine“. So werden im Rahmen des Projekts unter anderem die Früherkennung von Tumoren mit photoakustischen Methoden, ohne jonisierende Strahlung untersucht. Das Netzwerk setzt sich aus Mathematikern der Universität Innsbruck, Medizinern der Medizinischen Universität Innsbruck und Physikern der Universität Graz sowie der Upper Austrian Research GmbH (UAR) Linz zusammen. Einige der Partner dieses NFN arbeiten schon seit Jahren erfolgreich zusammen. Die gemeinsame Forschungstätigkeit hat bereits zu einem Patenten geführt.

 

Text: Robert Rebitsch/ bearbeitet von Susanne Röck