AkteurInnen der Kulturvermittlung tagten

Der Forschungsschwerpunkt „Kulturen im Kontakt“ lud am 17. und 18. Dezember zur internationalen Tagung „AkteurInnen der Kulturvermittlung“
H. Ramsey-Kurz, S. Pichler, K. N. Ha, R. Schwartzwald
Bild: H. Ramsey-Kurz, S. Pichler, K. N. Ha, R. Schwartzwald

Wie kann interkulturelle Kommunikation über Sprachgrenzen hinweg gelingen? Braucht sie nicht in erster Linie Akteure und Akteurinnen, die diese Austausch- und Über­set­zungs­prozesse umsetzen? Und sind das nicht allen voran philologisch-kulturwissenschaftliche ForscherInnen, LehrerInnen im Fremdsprachenunterricht sowie TranslatorInnen?

 

Im Rahmen des Symposiums konnten in Vorträgen und ausführlichen Diskussionen die Tragfähigkeit interkultureller Theorien und ihre Anwendbarkeit auf das Akteurskonzept überprüft werden. Eine zentrale Frage war, inwiefern theoretische Konzepte der Interkulturalitätsforschung überhaupt AkteurInnen in ihrem Gedankengebäude berücksichtigen.

 

Kien N. Ha (Berlin) und R. Schwartzwald (Montreal) näherten sich der Problematik über eine kritische Hinterfragung des Hybriditätsbegriffs und Helga Mitterbauer (Graz/Wien) führte das Potenzial transkultureller Ansätze in der Literaturwissenschaft vor Augen. Klaus Kaindl (Wien) und Dörte Andres (Mainz) monierten einen Perspektivenwechsel in der Tätigkeit von DolmetscherInnen, der verstärkt deren Funktion als Co-AutorIn zur Geltung bringt  – und weniger die als DienstleisterIn am Original. Wolfgang Müller-Funk (Wien) wies ausgehend von einem Text von Walter Benjamin auf den Zugewinn einer zusätzlichen Reflexionsebene hin, der durch die Auseinandersetzung mit einer anderen Kultur entsteht. Das Schlussreferat hielt Werner Wintersteiner (Klagenfurt), der das Potenzial eines transkulturellen Sprach- und Literaturunterrichts auslotete.

 

Die Tagung wurde von Prof. Christine Engel (Slawistik), Prof. Peter Holzer (Translationswissenschaft) und Mag. Sylvia Hölzl (Slawistik) organisiert und war eine Veranstaltung des Forschungsschwerpunktes „Kulturen im Kontakt“ der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät (Leitung: Prof. Ursula Moser), dessen Rahmenthema das kreative Potenzial von Kulturtransfer und Kontaktphänomenen ist.

Text: Christine Engel/ Susanne Röck