Großer Erfolg für Innsbrucker Finanzwissenschaft

Der FWF hat in seiner Sitzung vom 5. 12. 2007 das Nationale Forschungsnetzwerk (NFN) „The Austrian Center for Labor Economics and the Analysis of the Welfare State” genehmigt. Es handelt sich dabei österreichweit um das erste NFN im Bereich „Economics“, in dem das Institut für Finanzwissenschaft der Uni Innsbruck stark vertreten ist.
Prof. Theurl, Prof. Sausgruber und Prof. Winner
Bild: Prof. Theurl, Prof. Sausgruber und Prof. Winner

Das Netzwerk steht unter der Leitung von  Rudolf Winter-Ebmer (Universität Linz). Es vereinigt acht eng kooperierende Forschergruppen, die sich aus Wissenschaftern der Universitäten Linz (Schwerpunkt), Zürich, Wien, Innsbruck, Lausanne, Berkeley und dem IHS zusammensetzen.

 

Schwerpunkte der Forschungsarbeit sind die Themenkomplexe: Alterung, Arbeitsmarktpolitik, Bevölkerungsökonomik, Gesundheit, Analyse des Arbeitsmarktes mit experimentellen Methoden, Besteuerung und Einkommensverteilung sowie Ökonometrie. Methodisch steht die empirische, konkret die mikro-ökonometrische Analyse im Vordergrund. Die Mitglieder des Forschungsnetzwerks können dabei auf einen einzigartigen Satz von Individualdaten aus Österreich zurückgreifen.

 

Die Universität Innsbruck ist im NFN durch drei Mitglieder des Instituts für Finanzwissenschaft vertreten. Rupert Sausgruber leitet das Teilprojekt „Experimental Investigation of Labor Markets“. Seine Forschungsgruppe analysiert mit experimentellen Methoden, (i) welche Auswirkungen Wettbewerb auf das Verhalten auf Arbeitsmärkten hat, (ii) welche Effekte Steuern/Transfers auf die Arbeitsangebotsentscheidungen haben und (iii) welche Rolle das organisatorische Design von Vorsorgeuntersuchungen (z.B. Recall-Systeme) auf die Partizipationsrate an diesen hat.

 

Engelbert Theurl und Hannes Winner bearbeiten unter der Federführung von Gerald Pruckner (Universität Linz) das Subprojekt „Health Economics“. Diese Forschergruppe untersucht die drei Fragenkomplexe: (i) Determinanten der Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen, (ii) sozioökonomische Determinanten des Gesundheitszustandes bzw. der Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen und (iii) Auswirkungen und Determinanten von unterschiedlichen Produktionsstrukturen in der ärztlichen Versorgung.

 

Der NFN, dessen Genehmigung eine 15 monatige intensive Vorbereitungsphase vorausging, ist auf sechs Jahre mit einer Zwischenevaluierung nach drei Jahren angelegt. Er ermöglicht die Beschäftigung von jungen MitarbeiterInnen in einem international orientierten Forschungsnetzwerk und verspricht politikrelevante Ergebnisse in Politikfeldern von hoher gesellschaftlicher Sprengkraft . Hinsichtlich  des wissenschaftlichen Gesamtpotentials des NFN sei aus der Gesamtwürdigung der 8-köpfigen international besetzten Jury zitiert: “The NFN cannot of course compete with the top 10 % centres in the US at the moment, because the departments of economics in the US are usually much bigger in terms of human and financial resources than in Europe. Nevertheless, the NFN can already compete with the top 5 % centres in Europe and in the rest of the world. The funding will provide the NFN with the opportunity to reach the level of the top institutions in the US.”