Universität Innsbruck in internationale Klimaforschung eingebunden

Vom 1.3.2007 bis 1.3.2009 findet das vierte Internationale Polarjahr statt. Österreich hat erstmals die Chance mitzuwirken. Die Universität Innsbruck wurde in 4 Projekte des Polarjahres eingebunden, ihre Lage in den Alpen ermöglicht es, Polar- und Alpenforschung zu kombinieren.
Antarktis
Bild: Im Internationalen Polarjahr wird die Antarktis zum Forschungsfeld für Innsbrucker Wissenschaftler.

Seit 2006 ist es sicher, dass Österreich erstmals bei den Antarctic Treaty Meetings vertreten sein wird. Das eröffnet neue Chancen, denn ohne multidisziplinäre Zusammenarbeit verschiedener Nationen wäre es für einen kleinen Staat wie Österreich nicht möglich, Alpen- und Polarforschung miteinander zu kombinieren.

 

Die Rolle der Universität Innsbruck

Frau Dr. Birgit Sattler vom Institut für Ökologie wurde mit der Vollmacht des Bundespräsidenten betraut, Österreich bei den Antarctic Treaty Meetings zu repräsentieren. Die Universität Innsbruck ist im Rahmen des Internationalen Polarjahres sehr gut vertreten. Das Institut für Ökologie der Universität Innsbruck arbeitet an folgenden vier Projekten, die zum Internationalen Polarjahr beitragen, mit:

 

ECO.GLAC

ECO.GLAC wird von der Planetary Studies Foundation (private US-Stiftung) finanziert. Hierbei handelt es sich um ein Projekt auf der antarktischen Halbinsel (brit. Station Port Lockroy). Untersucht wird der Reichtum an Mikroorganismen in vom Meer beeinflussten Regionen.

 

CRYO.AIR

CRYO.AIR erforscht die Infektion von arktischen Gletschern durch Verwehungen von organischem Material in Spitzbergen (Hohen Arktis) und wird ebenfalls von der Planetary Studies Foundation und NERC (Großbritannien) finanziert.

 

FERMAP - GERMAP

Ein Monitoringprogramm sollte für das Franz-Josef-Land mittels des Projekts FERMAP konzipiert werden. Das Forschungsvorhaben musste jedoch aufgrund fehlender Genehmigungen von Seiten Russlands nach Grönland verlegt werden und läuft nun unter dem Namen GERMAP.
Untersucht wird das kontinuierliche, ökologische Zusammenspiel von mikrobiellen Gemeinschaften und Gletschern entlang des Schmelzflusses in der Tundra in Bezug auf globalen Wandel. GERMAP wird vom Bundesministerium für Wissenschaft, Bildung und Kultur und von der österreichischen Akademie der Wissenschaft finanziell unterstützt.

 

CRYO.RAD

CRYO.RAD erforscht die Ökosysteme der Kryosphäre, das ist jener Teil des Planeten, der mit Eis bedeckt  ist. Schnee- und Eisflächen werden nicht mehr als steril und lebensfeindlich angesehen: Gletscher beherbergen eigene Ausformungen von Mikroorganismen, genannt Kryokonite. Diese sind in hohem Maße an der Umformung atmosphärischer Deposition beteiligt und sind Teil der Nahrungskette. Diese Kryokonite nehmen radioaktive Überreste auf und so werden in alpinen Gletschern ungewöhnlich hohe Dosen Radioaktivität gespeichert. Ziele des von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften finanzierten Projektes sind die Kartierung der Kryokonite mit radioaktivem Fallout und eine Modellierung der Kryosphäre.

 

Einmalige Chance für die Universität Innsbruck

Das Institut für Ökologie der Universität Innsbruck hat nun die einmalige Chance Polar- und Alpenforschung, die in Innsbruck von großer Bedeutung ist, miteinander zu verbinden. Die Signale, die man in der Alpenregion findet, sind oft durch die Besiedelung schon etwas verblasst. Durch die Untersuchung von Polarregionen, wo diese oft besser deutbar sind, können sie dazu beitragen, Antworten zu definieren.