Universitätszentrum Obergurgl vergibt Stipendien

Das Universitätszentrum Obergurgl hat am 21. Juni Forschungsförderungsmittel in Höhe 59.700 Euro vergeben. Mit diesen Stipendien soll die wissenschaftliche Forschung in Obergurgl ausgeweitet und intensiviert werden. Die sieben geförderten Projekte kommen aus der philosophisch-historischen Fakultät, aus der Fakultät für Biologie und aus der Fakultät für Geo- und Atmosphärenwissenschaften.
Forschungsförderung Obergurgl
Bild: v.l.: StipendiatInnen der Forschungsförderungsmittel des UZ Obergurgl mit Vizerektor Märk

Die Betreuung des Universitätszentrums Obergurgl nannte Vizerektor Univ.-Prof. Tilmann Märk bei der Begrüßung der sieben StipendiatInnen eine sehr emotionale Aufgabe. „Bereits als 14jähriger Bub war ich in Obergurgl“, erinnerte er sich. Das sei auch mit ein Grund warum er sich nun in seiner Funktion als Vizerektor für Forschung gerne um das Zentrum in Obergurgel kümmere. Mit der Vergabe der Stipendien soll die Forschung in Obergurgl „angekurbelt werden“, wie es Märk ausdrückte. Nachdem sich der Kongressbetrieb im Universitätszentrum in den letzten Jahren sehr positiv entwickelt hat, sei es nun an der Zeit, sich mit der Forschung zu beschäftigen.

 

Förderung alpiner Forschung:

 

Gefördert werden sieben Projekte, die sich auf unterschiedlichste Art und Weise mit der Natur im hinteren Ötztal auseinandersetzen. Dennoch ergänzen sich die Projekte sehr gut, wie Dr. Michael Traugott, einer der Stipendiaten, in seiner Dankesrede bemerkte.

Fünf Projekte kommen aus der Fakultät für Biologie, was aufgrund der Thematik wenig verwundert. Drei davon untersuchen die Botanik in Obergurgl. Prof. Brigitta Erschbaumer widmet sich beispielsweise der Untersuchung der Populationsentwicklung einer Pionierart. Dabei interessiert sie sich für die Gebiete, die durch den Rückgang der Gletscher frei werden. „Wir untersuchen wie eine Pflanzengemeinschaft entsteht und sich die freigewordene Fläche besiedelt“, erklärt sie ihr Forschungsziel. Auch Dr. Michael Traugott forscht in Gebieten, die gerade eisfrei geworden sind. Aber im Gegensatz zu Brigitta Erschbaumer beschäftigt er sich mit der Entwicklung von Mikroorganismen. „Die ersten Tiere, die wir in diesen Gebieten finden, sind räuberische Tiere“, erklärt Traugott. Mit seiner Untersuchung möchte er nun die Frage klären, wer sich von wem ernährt, und wie es dazu kommt, dass sich gerade diese Tiere als erste ansiedeln.

Mit den Stipendien sollen Forschungsprojekte unterstützt werden, die entweder etwas Neues in Obergurgl entwickeln, die Traditionen und Werte der Forschung im hinteren Ötztal weiterführen oder Ergebnisse erzielen, die später als Grundlage für größere Forschungsvorhaben dienen, erklärte Prof. Rüdiger Kaufmann, AFO-Beirat, in seiner Ansprache. „Bei der Förderung haben wir darauf geachtet, dass wir mit dem Geld möglichst viel erreichen“, so Kaufmann. Alle Stipendiaten müssen nun in einem halbjährlichen Bericht an den Vizerektor für Forschung über den Stand und Verlauf ihrer Arbeiten beschreiben.