Mit Nachwuchsförderung zu Spitzenleistungen

Die Universität Innsbruck hat am 21. Mai an 21 DissertantInnen Doktoratsstipendien aus der Nachwuchsförderung vergeben. Mit dieser Förderung sollen optimale Bedingungen für die NachwuchsforscherInnen geschaffen werden. Zum ersten Mal werden auch Südtiroler StudentInnen gefördert.
VR Märk überreicht Gregor Lässer die Urkunde für das Doktoratsstipendium
Bild: VR Märk überreicht Gregor Lässer die Urkunde für das Doktoratsstipendium

Der UNO - Saal der Universität Innsbruck war fast bis auf den letzten Platz besetzt, wie Vizerektor Tilmann Märk in seiner Ansprache erfreut feststellte. Der Anlass war die Vergabe der zweiten Tranche der Doktoratsstipendien 2007 aus der Nachwuchsförderung der Universität Innsbruck. „Von 30 Anträgen konnten wir 21 berücksichtigen“, erklärte Märk. Mit der Förderung soll dem wissenschaftlichen Nachwuchs Forschung unter idealen Vorraussetzungen ermöglicht werden. „Wir wollen Spitzenleistungen in der Lehre an unserer Universität. Diese muss auf Spitzenleistung in der Forschung aufbauen und hierfür benötigen wir junge begeisterte Forscher“, betonte Märk in seiner Ansprache. Mit der Vergabe der Stipendien zeigte er sich optimistisch, dass auch in Zukunft exzellente Forschung an der Uni Innsbruck möglich ist. Insgesamt werden in dieser zweiten Tranche der Doktoratsstipendien 152.000 Euro vergeben.

 

Naturrecht in der Rechtswissenschaft

Die Vergabe der Stipendien führte die Zuhörer auf eine Reise durch die Fakultäten, wie Märk es nannte. In der rechtswissenschaftlichen Fakultät lenkte diese Reise zur Dissertation von Gregor Lässer, der mit dem Thema „Naturrecht heute - Zur Bedeutung der wissenschaftlichen Ergebnisse der Vergleichenden Verhaltensforschung“ promoviert. Neben seiner Forschungsarbeit ist der Vorarlberger bereits in der Regionalvermarktung der Produkte vom Hof Lässer tätig. Mit seiner Doktoratsarbeit möchte er die Leistungsfähigkeit des Naturvernunftsgedanken aufzeigen. In seiner Forschung zieht Lässer neben naturwissenschaftlichen Ergebnissen auch Ergebnisse der Geisteswissenschaften mit ein. Er konzentriert sich dabei vor allem auf rechtssoziologische, anthropologische und philosophische Schlüsse.

 

Ländliche Eliten

An der philosophisch-historischen Fakultät reichte Michael Kasper sein Dissertationsthema „Ländliche Eliten im Wandel? Bäuerliche Oberschichten in Tirol und Vorarlberg 1790-1830“ ein. In der Vorstellung von Michael Kasper hob Tilmann Märk besonders die zahlreichen Publikationen von Kasper hervor. „Eine ist mir sofort ins Auge gesprungen“, erklärte Märk, „im Südwind-Magazin publizierte Michael Kasper den Artikel `der taumelnde Staat`“. Kasper untersucht in seiner Arbeit, die dem universitären Forschungsschwerpunkt „Politische Kommunikation und die Macht der Kunst“ zugeordnet ist, den gesellschaftlichen Wandel um 1800. Besonders interessieren ihn dabei die ländlichen Eliten und die Frage wer zu ihr gehörte. Durch die Untersuchung von Heiratsverhalten, Lebenseinstellungen und Denkmuster möchte Kasper Rückschlüsse auf die damaligen Wertvorstellungen ziehen.

 

Insgesamt waren 20 StipendiatInnen bei der Vergabe anwesend und zum ersten Mal wurden auch Anträge von SüdtirolerInnen berücksichtigt. In sechs Monaten müssen alle StipendiatInnen einen Bericht über ihre Forschungsfortschritte verfassen, um die Förderung für die weiteren sechs Monate zu erhalten. In Ausnahmefällen kann eine Förderung über die zwölf Monate hinaus beantragt werden, wenn ein hervorragender Dissertationsfortschritt nachgewiesen werden kann. „In meinem Fachgebiet wären das in etwa ein bis zwei Publikationen, Vorträge oder Poster auf Tagungen“, erklärte Märk die Anforderungen.