Uni Innsbruck bei den Lindauer Psychotherapiewochen stark vertreten

Die „Lindauer Psychotherapiewochen“ sind die seit 1950 ohne Unterbrechung jährlich stattfindende, heuer zum 57. Mal abgehaltene und ihres Zeichens größte deutschsprachige Kongress-Veranstaltung zu verschiedensten Fragen der Psychotherapie.
Lindauer Hafen (Foto: Archiv Prolindau Marketing)
Bild: Lindauer Hafen (Foto: Archiv Prolindau Marketing)

Sie stehen unter der wissenschaftlichen Leitung der bekannten Fachbuchautorin und an der Universität Zürich lehrenden Jungianischen Psychoanalytikerin, Prof. Dr. Verena Kast, und dem am Universitätsklinikum Heidelberg tätigen ärztlichen Direktor des Instituts für Psychosomatische Kooperationsforschung und Familientherapie, Prof. Dr. Manfred Cierpka.

 

Dieser Riesenkongress mit fast 4000 TeilnehmerInnen aus Deutschland, der Schweiz, Österreich, England, Ungarn, Holland, Schweden und aus den USA stand wie immer unter zwei zusammenhängenden „Generalthemen“: Dieses Jahr waren es die Themen  „Scham“ und „Neid“. Daneben gibt es auch eine große Zahl an Veranstaltungen und einen regen Austausch zu jeweils neuen wissenschaftlichen oder klinischen Methoden in der Psychotherapie.

 

Die Generalthemen „Scham“ (erste Woche) und „Neid“ (zweite Woche) wurden anhand neuester Erkenntnisse der Psychotherapieforschung, aber auch in ihrer gesellschaftlichen Relevanz – z.B. der „Beschämung“ von Individuen in postmodernen Gesellschaftssystemen als immer unbedeutender erscheinende Faktoren im Rahmen der sich globalisierender Märkte - abgehandelt. „Neid“ als tragendes Thema der  knapper werdenden Ressourcen an Arbeitsplätzen und Lebenschancen, als „Sozialneid“ im Rahmen marktwirtschaftlicher Konkurrenz kann auch tiefe persönliche Verletzungen nach sich ziehen, die psychotherapeutischer Hilfe bedürfen.

 

Österreichische ExpertInnen waren als ReferentInnen bzw. KursleiterInnen heuer leider nur sehr dünn gesät: Von den ca. 250 ReferentInnen und KursleiterInnen hielten lediglich sechs VertreterInnen aus Österreich Kurse und Seminare ab. Dafür stellte die Universität Innsbruck (gemeinsam mit einem Kollegen von der medizinischen Universität) den Hauptanteil der sechs VertreterInnen aus Österreich - vier KollegInnen, die restlichen zwei österreichischen Experten kamen aus psychotherapeutischen Privatpraxen in Wien.

 

Die Beiträge der Innsbrucker WissenschaftlerInnen waren:

  • Univ.-Prof. Dr. Heidi Möller (Kommunikation im Berufsleben und Psychotherapie)
    - “Führung im Gesundheitswesen“
    - „Einführung in die Organisationsentwicklung“

  • Univ.-Prof. Dr. Josef Christian Aigner (Erziehungswissenschaft)
    - „Die Bedeutung des Vaters in Lebensgeschichte und Psychotherapie“

  • Univ.-Prof. Dr. Cord Benecke (Psychologie):
    - „Operationalisierte Psychodynamische Diagnostik“

  • Univ.-Prof. Dr. Gerhard Schüßler, (Medizinische Psychologie und Psychotherapie)
    - „Neurosenlehre“

 

„Neben der Kursleiter-Tätigkeit konnten aber auch interessante Kontakte zur Bereicherung der Lehre und Forschung - insbesondere in Richtung `Psychotherapiewissenschaft`-  an der Universität Innsbruck geknüpft werden“, so zwei der Innsbrucker VertreterInnen – Prof. Heidi Möller und Prof. Josef Christian Aigner - resümierend.