Bodenatmung als wichtiger Faktor im Ökosystem

Der Boden atmet und setzt dabei jährlich weit mehr CO2 frei als bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe entsteht. Die Erforschung der Bodenatmung ist somit von größter Bedeutung für unser Ökosystem. Dr. Michael Bahn vom Institut für Ökologie hat einen internationalen Workshop zu diesem Thema organisiert.
Der Prozess der Bodenatmung
Bild: Der Prozess der Bodenatmung

Unter den klimarelevanten Spurengasen ist Kohlendioxid das mengenmäßig bedeutsamste. Deshalb wird der Kohlenstoffkreislauf von Ökosystemen weltweit mit großem Aufwand erforscht. Die Freisetzung von CO2 aus dem Boden wird auch als Bodenatmung bezeichnet und ist die größte Kohlenstoffquelle in terrestrischen Ökosystemen.   Sie übersteigt jährlich die Menge, die durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe freigesetzt wird, um den Faktor 10. Bereits geringfügige Klimaänderungen können großflächige Veränderungen der Bodenatmung mit sich bringen, was wiederum die atmosphärische Konzentration des Treibhausgases CO2 maßgeblich beeinflussen kann. Obwohl die Bodenatmung von größter Bedeutung für den globalen Kohlenstoffkreislauf ist, ist unser Verständnis der regulierenden Prozesse noch sehr begrenzt und die Modelle, die auch in Klimasimulationen Eingang finden, sind unverhältnismäßig vereinfacht.

 

Am 12. und 13. März fand im Rahmen des Forschungsschwerpunkts „Ökologie des Alpinen Raums“ ein European Science Foundation (ESF) Workshop zum Thema „Regulation von CO2-Emissionen aus dem Boden“ statt. International führende Forscher aus neun europäischen Ländern sowie aus Israel, Russland und den USA widmeten sich dabei der Frage, wie man durch neue Forschungsansätze den Einfluss abiotischer und biotischer Faktoren auf die Bodenatmung besser erfassen und modellieren kann. Dabei wurden die Rolle der Bodenbiologie, die Koppelung von oberirdischen und unterirdischen Prozessen und die Anwendung von stabilen Isotopen als Tracern neu durchleuchtet. Der Workshop wurde von Dr. Michael Bahn (Institut für Ökologie) organisiert, vom ESF Programm ‚Stable Isotopes in Biospheric-Atmospheric Exchange’ finanziert und in Kooperation mit dem ESF Programm ‘The Role of Soils in the Terrestrial Carbon Balance’ durchgeführt.

 

Michael Bahn leitet eine Reihe laufender Projekte zur Regulation von Komponenten der Ökosystematmung im Grasland (FWF, TWF, WTZ) und ist Mitherausgeber des demnächst erscheinenden Buchs ‚Soil Carbon Fluxes. An Integrated Methodology’ (Cambridge University Press).