LFU-WissenschafterInnen erhielten internationale Auszeichnung

Mit dem Preis des Fürstentums Liechtenstein für die wissenschaftliche Forschung an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck und der Medizinischen Universität Innsbruck zeichnete die Regierung des Fürstentums Liechtenstein am 22. Februar 2007 ForscherInnen beider Universitäten aus.
v.l.: Prof. Ruben Sommaruga, Mag. Alexander Jesacher und Dr. Gerhild Fuchs.
Bild: v.l.: Prof. Ruben Sommaruga, Mag. Alexander Jesacher und Dr. Gerhild Fuchs.

Der Liechtensteinische Schulamtsleiter Guido Wolfinger überreichte in der Claudiana in Innsbruck Frau Dr. Gerhild Fuchs und Herrn Prof. Ruben Sommaruga (beide LFU Innsbruck) sowie Herrn Mag. Alexander Jesacher von der Medizinischen Universität Innsbruck die Preise. Wolfinger hob die hervorragende Zusammenarbeit mit den Innsbrucker Universitäten hervor und betonte, dass derzeit über 80 Studierende aus Liechtenstein in Innsbruck studieren.

 

Der Liechtenstein-Preis in der Höhe von insgesamt € 7.500 wird seit 1983 alljährlich an ForscherInnen mit herausragenden wissenschaftlichen Arbeiten vergeben. Gegründet wurde dieser von liechtensteinischen Studierenden der LFU, die Verleihung findet abwechselnd in Vaduz und Innsbruck statt. Für die kommenden Jahre hat die Liechtensteiner Regierung eine Erhöhung des Preisgelds auf insgesamt 12.000 Euro beschlossen.

 

Sinnfülle, Seichtigkeit und Tiefe

Mit Dr. Gerhild Fuchs und Prof. Ruben Sommaruga wurden zwei ebenso erfolgreiche wie zielstrebige WissenschaftlerInnen der LFU mit dem Liechtenstein-Preis ausgezeichnet. Dr. Gerhild Fuchs, gebürtige Osttirolerin, studierte die Lehramtsstudien Italienisch und Französisch, die sie mit einer Arbeit über Boris Vian in Französisch und einer sprachwissenschaftlichen (Il campo semantico della morte) in Italienisch abschloss. Das nachfolgende Doktoratsstudium war durch längere Aufenthalte in Italien und Frankreich sowie durch ein Praktikumsjahr an der Schule geprägt. 1991 übernahm sie eine Assistentenstelle am Institut für Romanistik, wo sie noch heute tätig ist. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die französische und italienische Literatur. Ihre ausgezeichnete Arbeit, das Buch „Alessandro Bariccos Variationen der Postmoderne” ist die erste deutschsprachige Monographie zum italienischen Erfolgsautor. Baricco, erschien mit Titeln wie „Seide“ (Seta), „Land aus Glas“ (Castelli di rabbia) oder „Die Legende vom Ozeanpianisten“ (Novecento) auch im deutschsprachigen Raum auf den Bestsellerlisten. Der zentrale Ansatzpunkt in der Monographie ist die postmoderne Spezifik von Bariccos Werken mit ihrer typischen Gratwanderung zwischen Seichtigkeit und Tiefe, Beliebigkeit und Sinnfülle, Registern der Populärkultur und narrativen Konstellationen von identitärer und philosophischer Brisanz.

 

UV-Strahlung und ihre Auswirkungen

Prof. Ruben Sommaruga ist am Institut der Ökologie der LFU Innsbruck tätig. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Planktonökologie und Photobiologie.  Auch die beiden preisgekrönten Arbeiten beschäftigen sich mit diesen Themenstellungen. Sommaruga erforschte die Auswirkungen von UV-Strahlung auf aquatische Primärproduzenten (Plankton) sowie deren Schutzmechanismen. Die erste Arbeit publizierte er 2005 in der angesehenen Zeitschrift „Applied and Environmental Microbiology“ und zeigt den ersten direkten Beweis einer differentiellen Sensitivität zwischen zwei verschiedenen Planktonsorten (Synechococcus und Procholorococus). Diese Ergebnisse sind bahnbrechend, da diese zwei Arten die wichtigsten Primärproduzenten im Ozean sind. Die zweite Publikation (2006) berichtet, erstmals auf Basis moderner analytischer Methoden, dass ein in Korallenriffen lebender Ciliat (einzelliges Wimperntier) UV-Schutzsubstanzen verwendet, welche in verschiedenen aquatischen Organismen, z.B. in Algen, weitverbreitet sind. Sommaruga wurde in Montevideo, Uruguay geboren. Nach Forschungsaufenthalten in Chile und den USA erhielt er 1987 das Diplom in Biological Oceanography mit Auszeichnung an der Universität von Montevideo, 1993 erfolgte die Promotion zum Doktor der Naturwissenschaften und 1999 die Habilitation in Limnologie an der LFU Innsbruck. Er wurde bereits mehrfach für seine wissenschaftlichen Arbeiten ausgezeichnet. Zudem ist Sommaruga als Gutachter für verschiede Zeitschriften, Wissenschaftsfonds und für den wissenschaftlichen Umweltausschuss der Vereinten Nationen (UNEP) tätig. Seine wissenschaftliche Karriere weist derzeit 61 Publikationen in internationalen peer-reviewed Zeitschriften und zahlreiche Vorträge auf internationalen Tagungen auf. Gastprofessuren an der Internationalen Universität Andalusien (Spanien) sowie der Universität von Uruguay runden das Bild ab.