DEMON® Lizenzverträge wurden unterzeichnet

Der Begriff DEMON wird zuerst eher mit einem Kinderschreck assoziiert als mit der charakteristisch leuchtend roten Bakterienmasse, die den effizientesten Stickstoffmetabolismus beherrscht. Er steht als Kurzform für Deammonifikation und bezeichnet eine kürzlich in Tirol entwickelte und von der LFUI verlizensierte Technologie zur Reinigung von stark Ammonium-haltigem Abwasser.
Die Vertreter des niederländischen Unternehmens (1. und 3. v.l.) freuten sich gemeinsam mit Doz. Bernhard Wett (2.v.l.) und VR Tilmann Märk über die erfolgreichen Verhandlungen.
Bild: Die Vertreter des niederländischen Unternehmens Bert Geraats(1. v.l.)und Hubert Habib (3.v.l.) freuten sich gemeinsam mit Doz. Bernhard Wett (2.v.l.) und VR Tilmann Märk über die erfolgreichen Verhandlungen.

Bereits in den 70er Jahren hat ein Wiener Chemiker auf der Basis von thermodynamischen Berechnungen und evolutionstheoretischen Überlegungen postuliert, dass es einen Organismus geben muss, der Ammonium mittels Nitrit oxidieren kann („missing lithotroph … might have existed or still exists“). Erst 20 Jahre später konnte das tatsächliche Auftreten dieses Prozesses nachgewiesen werden und 1999 wurden von einer niederländischen Forschergruppe die verantwortlichen Mikroorganismen molekularbiologisch identifiziert. Heute wird man sich zunehmend der Bedeutung dieses Umwandlungsprozesses für den globalen Stickstoffhaushalt bewusst.

 

Da für diese Möglichkeit der Ammoniumentfernung aus konzentrierten Abwässern (z.B. Prozesswasser oder Deponiesickerwasser) kein organischer Kohlenstoff und kaum Energie benötigt wird, ergab sich eine vielversprechende Aufgabenstellung für die Verfahrenstechnik. Allerdings verwehrten die extrem langsam wachsenden und sensitiven Anammox-Bakterien eine effiziente technische Umsetzung. Dozent Dr. Bernhard Wett vom Institut für Infrastruktur/Umwelttechnik gelang in Zusammenarbeit mit der Kläranlage Strass im Zillertal die Entwicklung einer pH-basierten Steuerungsstrategie. In einem Zeitraum von 2.5 Jahren konnte die erforderliche Bakterienmasse angereichert werden und das Verfahren vom Labormaßstab zum großtechnischen Maßstab hochskaliert werden.  

 

Die erfolgreiche technische Umsetzung und Präsentation der wissenschaftlichen Ergebnisse führte in weiterer Folge zu Demonstrationsprojekten in Washington und New York. Schließlich konnten in mehreren Verhandlungsrunden eine Schweizer/deutsche Firma und ein niederländisches Unternehmen für die Vermarktung des inzwischen patentierten DEMON-Verfahrens gewonnen werden.

 

„Die Erfolgsgeschichte von DEMON zeigt, dass es für Forscherinnen und Forscher durchaus lohnenswert sein kann, neue Patente zu entwickeln “, betonte Prof. Tilmann Märk, Vizerektor für Forschung der LFU Innsbruck, anlässlich der Lizenz-Unterzeichnung.

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