Proteomik im Fokus

Das jährliche Symposium der Österreichischen Proteomik Plattform (APP) findet derzeit in Seefeld statt. ForscherInnen tauschen sich zu den neuesten Entwicklungen in der Proteomik aus. Ziel ist es u.a. so genannte Biomarker zu finden, anhand derer mögliche Erkrankungen frühzeitig entdeckt werden können und mit deren Hilfe die Therapie individuell auf Patienten angepasst werden kann.
v.l.: Univ.-Prof. Dr. Günther Bonn, Univ.-Prof. DDr. Johannes Michael Rainer, LH-Stellv. Dr. Elisabeth Zanon, Univ.-Prof. Dr. Lukas Huber, Rektor Univ.-Prof. Dr. Manfried Gantner
Bild: v.l.: Univ.-Prof. Dr. Günther Bonn, Univ.-Prof. DDr. Johannes Michael Rainer, LH-Stellv. Dr. Elisabeth Zanon, Univ.-Prof. Dr. Lukas Huber, Rektor Univ.-Prof. Dr. Manfried Gantner

Im Gegensatz zum Genom, das in jeder Zelle eines Organismus dieselbe Information trägt, ändert sich das Proteom andauernd. Das Proteom reflektiert daher den physiologischen oder pathologischen Zustand einer Zelle, eines Gewebes, oder eines gesamten Organismus zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt unter ganz bestimmten Bedingungen. „In jeder Zelle sind mehrere hunderttausend Proteine codiert. Die Suche nach krankhaften Veränderungen gleicht dabei der sprichwörtlichen Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen. In Innsbruck ist es uns dank der engen universitätsübergreifenden Zusammenarbeit zwischen der Analytischen Chemie und dem Biozentrum gelungen, neue Methoden zu entwickeln, um zunächst einmal den Ort sehr genau einzugrenzen, wo wir nach dieser Stecknadel suchen können“, betont Prof. Lukas A. Huber, Leiter des Biozentrums der Medizinischen Universität Innsbruck. Gemeinsam mit Prof. Günther Bonn vom Institut für Analytische Chemie und Radiochemie koordiniert er von Innsbruck aus die österreichische Proteomik Plattform. Auch Bonn ist überzeugt von diesem gemeinsamen Weg in Innsbruck: „Es ist uns in sehr kurzer Zeit gelungen in diesem sehr zukunftsträchtigen Forschungsfeld, trotz starker internationaler Konkurrenz, Innsbruck weithin sichtbar zu machen. Wir haben dazu gemeinsam Analysemethoden entwickelt und patentiert, die inzwischen weltweit eingesetzt werden.“ Die österreichische Proteomik Plattform ist eine Teil des GEN-AU-Programms, das bisher mit über 50 Mio. Euro gefördert wird und in dessen Rahmen alle Mittel international evaluiert vergeben werden.

 

International konkurrenzfähig

Durch Proteomuntersuchungen unter exakt definierten Bedingungen erhoffen sich die Grundlagenforscher metabolische Netzwerke, Netzwerke der Signaltransduktion und physiologische als auch pathologische Zustände besser verstehen zu lernen. Proteomforschung entwickelt sich nun von einer rein deskriptiven Wissenschaft hin zur quantitativen Erfassung und Interpretation biologischer Systeme (Systembiologie). Aus diesem Grund haben sich auch österreichische Grundlagenforscher zu einem solchen Netzwerk zusammengeschlossen und die "Österreichische Proteomics Plattform" gegründet. Die Forscherteams fokussieren sich in einem 3-Jahresprogramm dabei auf bestimmte biologische oder technische Probleme, wo die bereits verfügbare Expertise einen kompetitiven Vorteil, im direkten Vergleich zum internationalen Standard, erwarten lässt, wie beispielsweise eine effiziente qualitative und quantitative Analyse verschiedener Proteome, Protein Wechselwirkungen und Interaktion mit chemischen Substanzen (z.B. Medikamente), routinemäßige Erfassung so genannter post-translationeller Modifikationen in Proteinen und eine effiziente und standardisierte Erfassung, Archivierung, Austausch und Integration dieser Daten.

 

Ein Fenster in die Welt

Der jährlich in Seefeld stattfindende Kongress ist für die österreichischen Proteomforscher zu einem wichtigen Fenster zur internationalen Forschungslandschaft geworden, in dem neueste Erkenntnisse ausgetauscht werden und sich österreichische Nachwuchsforscherinnen und -forscher im Rahmen von Posterpräsentationen und Fachvorträgen einem internationalen Benchmarking unterziehen können.

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