CD-Labor startet langfristige Zusammenarbeit mit Forschern in China

Die internationalen Forschungsaktivitäten des Christian Doppler Labors für Aktive Implantierbare Systeme (link:activeimplants.uibk.ac.at) werden seit 1. Jänner 2007 durch einen mehrjährigen Fördervertrag des Österreichischen Austauschdienstes unterstützt.
Mitarbeiter des CD-Labors
Bild: Mitarbeiter des CD-Labors, v.l.n.r.: Andreas Krenmayr, Clemens Zierhofer, Reinhold Schatzer, Thomas Gründhammer, Mathias Kals

Das bilaterale Abkommen Wissenschaftlich-Technische Zusammenarbeit (WTZ) Österreich-China finanziert Reise- und Aufenthaltskosten beider Projektpartner für drei Jahre. Das CD-Labor arbeitet dabei mit dem Beijing Institute of Otolaryngology an der Capital University of Medical Sciences  in Peking, China, zusammen, da an diesem Institut das größte Cochlea Implantat Zentrum in der Volksrepublik China beheimatet ist.

 

Cochlea Implantate (CI) können durch direkte elektrische Stimulation des Hörnervs bei vielen Patienten mit hochgradigem bis vollständigem Hörverlust einen großen Teil des Hörvermögens wiederherstellen und ermöglichen ihnen zumeist ein Sprachverständnis ohne die Notwendigkeit zum Lippenlesen.

 

Zentrales Thema des bilateralen Forschungsprojekts ist die Frage, warum die im westlichen Sprachraum so erfolgreichen Cochlea Implantate bei Menschen in Asien, die hauptsächlich Tonalsprachen verwenden, vergleichsweise weniger Benefit beim Sprachverständnis bringen. Trotz der Bemühungen zahlreicher internationaler Forschergruppen konnte bislang noch keine zufriedenstellende Lösung für dieses Problem gefunden werden. Eine Neuentwicklung des Christian Doppler Labors zielt darauf ab, diese Unzulänglichkeit der CI-Technik zu beheben und soll in China im Feldversuch getestet werden.

 

Im Rahmen einer entsprechenden Pilotstudie, welche im November 2006 in Zusammenarbeit mit der University of Hong Kong  durchgeführt wurde, konnte das CD-Labor bereits erste Erfolge mit seinem Lösungsansatz verbuchen. Dabei wird die sogenannte Feinstruktur, welche durch feine Frequenzänderungen der zur Anwendung kommenden Bandpasssignale gebildet wird, explizit im elektrischen Stimulationsmuster für den Hörnerv kodiert und damit eine verbesserte Übertragung von Frequenzinformation erreicht. Diese Feinstruktur hat sich gerade für das Verständnis von Tonalsprachen und für das Musikhören als bedeutungsvoll erwiesen.