50.000 Fische für die biologisch medizinische Grundlagenforschung

Das neu gegründete Institut für Molekularbiologie an der LFU Innsbruck setzt ganz auf den Zebrafisch. Mithilfe des kleinen gestreiften Tropenfischs untersuchen Wissenschaftler unter der Leitung von Prof. Dirk Meyer, welche Gene die Entwicklung von der befruchteten Eizelle zum fertigen Wirbeltier steuern.
Österreichs größte Zebrafisch-Aquarienanlage steht an der LFU Innsbruck
Bild: Österreichs größte Zebrafisch-Aquarienanlage steht an der LFU Innsbruck

Das besondere Interesse der Innsbrucker Molekularbiologen gilt der Bildung von Bauchspeicheldrüse und Nervensystem.

 

Der Zebrafisch hat sich in den letzen Jahren zu einem bevorzugten Untersuchungsobjekt der biologischen und medizinischen Grundlagenforschung entwickelt. Dies vor allem weil die Wirk- und Steuermechanismen vieler Gene bei Fisch und Mensch vergleichbar sind. Anders als Säugetiere entwickeln sich Zebrafische außerhalb der Mutter, wodurch angeborene Fehlbildungen bereits in der frühesten Entwicklung erkannt werden können.

 

Bisher fehlten allerdings in Österreich die Möglichkeiten, diesen Modellorganismus in großem Maßstab untersuchen zu können. Die LFU Innsbruck geht nun als Vorreiter voraus, indem sie in den letzten Monaten 200.000 € in die bundesweite größte Zebrafisch-Aquarienanlage investiert hat. In rund 1000 Aquarien schwimmen nun Zehntausende der kleinen Fische für die Grundlagenforschung.

 

Neben der Molekularbiologie profitieren von dieser Investition auch andere Institute der Biologie. So können die Zoologen unter Leitung von Prof. Bernd Pelster ihre Herz-Kreislaufforschung am Zebrafisch weiter ausbauen. Ao. Prof. Thorsten Schwerte: „Mit diesem neuen Aquarium können wir unsere Forschungen am Modell des Zebrafisches auf internationalem Niveau vorantreiben.“ Prof. Meyer hofft, dass sich über die biologischen Institute hinaus auch die Zusammenarbeit mit medizinischen Grundlagenforschern weiter entwickelt, da die Forschung am Zebrafisch bereits zur Entwicklung neuer Medikamente bzw. Therapiemöglichkeiten beim Menschen eingesetzt wird.