„Priestertum und Priesteramt“

Im Rahmen des dritten offiziell bewilligten Forschungsschwerpunkt der der Katholisch-Theologischen Fakultät Innsbruck „Synagoge und Kirchen“ fand Ende November das Symposium „Priestertum und Priesteramt“ Historische Entwicklungen und gesellschaftlich-soziale Implikationen“ statt.
Theologie-symposium
Bild: Die TeilnehmerInnen diskutierten Fragen des Priestertums und Priesteramtes
Im Forschungsschwerpunkt sind zwei Arbeitskreise involviert: zum einen der Schwerpunkt „Die Heilige Schrift und ihre Wirkungsgeschichte in Frühjudentum und Frühchristentum” und zum anderen der  Schwerpunkt „Interkonfessioneller Dialog”. Das Symposium trug zur stärkeren Vernetzung der beiden Arbeitskreise bei.

 

Die am Symposium nahmen ReferentInnen aus der Katholisch-Theologischen Fakultät Innsbruck und aus anderen Universitäten (Wien, Graz, München) teil. Inhaltlich beschäftigte sich das Symposium mit der Rolle des Priestertums: Den biblischen Wurzeln des Priesteramtes, dem Verhältnis von synagogalem und christlichem Gottedienst sowie mit der Problematik der Reduktion des Priesteramtes auf bloße Kultvollzüge.

 

Aus exegetischer Sicht (Prof. Dr. Martin Hasitschka, Ass.Prof. Dr. Josef Oesch, Prof. Dr. Andreas Vonach, wiss.Mitarbeiterin Dr. Mira Stare) wurde der Vorstellung von „Priesteramt“ in der Umwelt (im Judentum, hellenistisch-römischen Kulturraum) nachgegangen und zugleich das spezifisch Christliche herausgestellt (Prof. Dr. Johann Maier, Prof. Dr. Günter Stemberger). Aus liturgiewissenschaftlicher Sicht (Prof. Dr. Reinhard Meßner) wurde die Bedeutung des priesterlichen Amtes in den Ordinationsgebeten der frühen Kirche beleuchtet.  Der Entwicklung der Amtstheologie wurde aus dogmatischer Sicht (Prof. Dr. Lothar Lies SJ, Prof. Dr. Bernhard Körner) nachgespürt. In Rückgriff auf die Alte Kirche wurden geschichtliche Überfrachtungen und Engführung bezüglich „Priesteramt“ aufgedeckt.  Aus ökumenischer Sicht (Prof. Dr. Silvia Hell) wurde das reformatorische Amtsverständnis am Beispiel Martin Luthers beleuchtet und im Vergleich dazu das Zweite Vatikanische Konzil ausführlich zur Sprache gebracht. Nach Prof. DDDr. Nikolaou (griechisch-orthodox) ergeben sich für die Orthodoxe Theologie nicht dieselben Fragen und Gewichtungen wie in der römisch-katholischen Theologie: Verdeutlicht an der Rolle des Bischofs als eigentlicher Vorsteher der Eucharistiefeier und am Primat als „Ehrenprimat“. Aus kirchenrechtlicher Sicht (AssProf. Dr. Konrad Breitsching) wurde der jetzt gültige Kodex (CIC 1983) dem alten Kodex (CIC 1917) gegenübergestellt und die auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil fußende Amtstheologie mit ihren Veränderungen herausgearbeitet.

 

Das Symposion machte allen Beteiligten Mut, mit der Kooperation beider Arbeitskreise im Rahmen des Forschungsprojekts „Synagoge und Kirchen“ fortzusetzen. Eine Veröffentlichung mit Beiträgen aus dem Symposion ist geplant (voraussichtlicher Erscheinungstermin: Sommer 2007).