GANGES – am Ursprung des Flusses und am Ende eines Indienprojektes

Kürzlich fand der Abschlussworkshop des Projektes „EU-India-Riverbank Filtration Network“ statt, bei dem die Möglichkeiten der Trinkwasserversorgung aus Uferfiltrat des Flusses Ganges diskutiert wurden. Im Anschluss haben Prof. Wolfgang Rauch vom Institut für Infrastruktur und der ehemalige Projektleiter Doz. Bernhard Wett den Oberlauf erkundet und die hochgelegene Gangesquelle besucht.
Prof. Rauch (li.) und Doz. Wett
Bild: Prof. Rauch (li.) und Doz. Wett

„Gomukh“ heißt das Gletschertor des Gangotri Gletschers nahe der tibetischen Grenze, wo in 4000 m Höhe der Ganges entspringt und bedeutet „Kuhmaul“. Offenbar weckt ähnlich wie an den kalbenden Gletschern der Antarktis auch die Eisfront in Nordindien Assoziationen an Wiederkäuer. Die Gangesquelle ist alljährliche Pilgerstätte tausender Hindus, jetzt zu Winterbeginn jedoch völlig verlassen. Das reine Gletscherwasser würde sich hier ohne weitere Behandlung als Trinkwasser eignen, in den besiedelten Regionen flussabwärts nimmt die hygienische Belastung des Gangeswassers jedoch rasch zu.

    

Bei der Gewinnung von Wasser aus flussnahen Brunnen wird die Uferbank als   natürlicher Reinigungsfilter auf dem Weg vom Fluss zum Brunnen genutzt. Diese kostengünstige „Technologie“ zur Vorbehandlung des Trinkwassers hat sich an Europas Flüssen seit 150 Jahren bewährt. Im Rahmen des EU-India Economic Cross Cultural Programme wurden in den vergangenen zwei Jahren Erfahrungen zum Thema Uferfiltration mit indischen Partnerinstitutionen ausgetauscht und Möglichkeiten der Anwendung in Indien untersucht. Unter anderem wurde eine Demonstrationsanlage in Haridwar errichtet, wo die Wasserversorgung bei religiösen Festen Bedarfsschwankungen von 200.000 auf 5 Millionen Einwohnen verkraften muss.

 

Bei Projektabschluss stellt sich die Frage nach dem Projekterfolg – mit der Gegenfrage nach den Erfolgskriterien. Wesentlich für ein so relevantes technisches Forschungsthema ist, dass eine praktische Umsetzung der Projektidee gelungen ist. Aus universitärer Sicht zählt natürlich

  • Einwerbung von Drittmitteln – eine Notwendigkeit
  • Veröffentlichung interessanter Artikel – freut die Statistik
  • Spannende Arbeit und kultureller Austausch – freut die Mitarbeiter