Frauenforschung an der LFU Innsbruck wird ausgezeichnet

Bereits zum 6. Mal wurde der Preis für Frauenspezifische Forschung an der LFU Innsbruck am 7. November 2006 vergeben. Die Preisträgerin Mag. Christine Gasser, wurde für ihre Arbeit „Die Tatsache des Geborenseins und dessen symbolische Ordnung. Feministische Theorien im Anschluss an Hannah Arendts Konzept der Natalität“ ausgezeichnet.
Mag. Christine Gasser und Rektor Manfried Gantner
Bild: Christine Gasser und Rektor Manfried Gantner

 

In seiner Begrüßungsrede verwies Rektor Gantner auf das zentrale Anliegen der Universitätsleitung, die Gleichstellung von Frauen und Männern in Forschung, Lehre und Verwaltung zu erreichen.

„Die LFU Innsbruck ist auf einem guten Weg. Ein Drittel des wissenschaftlichen und 60% des nichtwissenschaftlichen Personals an unserer Universität sind Frauen“, so Rektor Gantner. Wenngleich die LFU Innsbruck bei dem Anteil von Frauen unter den wissenschaftlichen Führungskräften österreichweit einen der vorderen Plätze einnimmt, so ist der Anteil der Professorinnen immer noch mit etwa 10 Prozent sehr gering.

 

Die ausgezeichnete Arbeit

In ihrer Diplomarbeit „Die Tatsache des Geborenseins und dessen symbolische Ordnung. Feministische Theorien im Anschluss an Hannah Arendts Konzept der Natalität“ verbindet Christine Gasser theologische-philosophische und feministische Fragestellungen. In Auseinandersetzung mit Hannah Arendts Begrifflichkeit des Geborenseins des Menschen und unter Berufung auf feministische Ansätze versucht sie darin die philosophisch und theologisch traditionelle Überbewertung der Sterblichkeit des Menschen kritisch zu hinterfragen. Dem wird ein Gegenentwurf zur Seite gestellt, der die Geburt des Menschen ins Zentrum der Überlegungen rückt. Daraus resultieren Konsequenzen für die Welt, für das politische Handeln, für das Verständnis von Mutterschaft und für die theologische Reflexion.

 

Die Preisträgerin

Mag. Christine Gasser, geboren am 1.1.1981 in Dornbirn, hat das Lehramtsstudium der Katholischen Religionspädagogik, Psychologie und Philosophie im November 2005 abgeschlossen. Während ihres Studiums vom April 2004 bis Juni 2006 war sie bei der Österreichischen HochschülerInnenschaft als Sachbearbeiterin und anschließend im Referat für Internationales tätig. Seit September diesen Jahres arbeitet Christine Gasser als Frauenreferentin in der Diözese Feldkirch und absolviert zugleich das Unterrichtspraktikum an der Berufsbildenden Höheren Schule in Rankweil. Sie ist für dieses Semester an der LFU Innsbruck noch im Studienzweig „Kritischen Geschlechter- und Sozialforschung“ inskribiert.

Neben der Auszeichnung mit dem Preis für frauenspezifische Forschung an der Universität Innsbruck, wurde sie auch mit dem „Elisabeth-Gössmann-Preis für hervorragende Arbeiten zur Frauen und Geschlechterforschung“ der Universität Graz ausgezeichnet, der ihr am 21. November verliehen wird.

 

Würdigung der Zweitplatzierten

Im Rahmen des Festaktes wurde auch die zweitgereihte Arbeit „Gleichstellungs-Controlling an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck“ gewürdigt. Die Verfasserinnen der Arbeit, Mag. Bettina Gruber und Mag. Christine Schuler, beschäftigen sich in ihrer Arbeit mit der Umsetzung des Gleichstellungsziels an drei verschiedenen Instituten der LFU Innsbruck. Untersucht wurde dabei etwa die Repräsentation oder die Ressourcenverteilung zwischen den Geschlechtern.

 

Prof. Erna Appelt, Leiterin des interfakultären Forschungsschwerpunktes Geschlechterforschung zeigte am Beispiel der beiden Arbeiten, die im Rahmen des Festaktes prämiert und gewürdigt wurden, die unterschiedlichen Bereiche auf, mit denen sich die feministische Frauen und Geschlechterforschung befasst. Vertreten sind sowohl grundlegende philosophisch-theoretische Auseinandersetzungen als auch Arbeiten die sich mit konkreten politisch-strukturellen Rahmenbedingungen und Maßnahmen zu deren Veränderung in Richtung mehr Geschlechterdemokratie befassen.

Beide Arbeiten stechen, wie auch Prof. Erna Appelt betonte, durch ihre ausgezeichnete Qualität heraus, die weit über dem üblichen Niveau von Diplomarbeiten liegen. Für den Interfakultären Forschungsschwerpunkt Geschlechterforschung lässt dies auf qualifizierten Nachwuchs hoffen.