Innsbrucker Ökonomen schneiden bei Forschungsranking ausgezeichnet ab

Mit vorderen Plätzen in einem kürzlich erschienen Ranking der Wirtschaftswissenschafter im deutschsprachigen Raum können die Innsbrucker Ökonomen aufwarten.
Prof. Matthias Sutter
Bild: Prof. Matthias Sutter

Die renommierte deutsche Tageszeitung Handelsblatt hat den Forschungsoutput der wirtschaftswissenschaftlichen Zunft in der Schweiz, Deutschland und Österreich vermessen und damit die umfangreichste und aussagekräftigste Studie in diesem Bereich vorgelegt.

 

Insbesondere die jüngeren Ökonomen an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck schnitten sehr gut ab. Matthias Sutter erreichte Platz 6 in der Kategorie „Unter 40“. Im Ranking scheint er noch als Mitglied der Universität zu Köln auf, mit 01.10. wurde er jedoch auf den Lehrstuhl für „Experimentelle Ökonomik“ an der volkswirtschaftlichen Fakultät der LFU Innsbruck berufen. Auch sein 9. Platz unter rund 900 Ökonomen in der Kategorie „Aktivste Volkswirte seit 2002“ ist herausragend.

 

Martin Kocher erreichte die Plätze 32 und 57. Er ist allerdings noch etwas jünger als Sutter und würde im nicht extra ausgewiesenen Ranking „Unter 35“ den ausgezeichnten 2. Platz belegen. Kocher: „Etwas Luft nach oben ist sicher noch. Sowohl Matthias, der noch zwei Jahre als ‚Jungforscher’ geführt wird, als auch ich, mit sechs verbleibenden Jahren in dieser Kategorie, haben die realistische Chance auf eine Platzierungsverbesserung in den Folgejahren.“

 

Sowohl Sutter als auch Michael Pfaffermayr platzieren sich unter die „Top 10 Ökonomen in Österreich“, wenn das gesamte Schaffen herangezogen wird. Über das Abschneiden der Fakultät freut sich auch Dekan Dieter Lukesch. Die Innsbrucker volkswirtschaftliche Fakultät findet sich unter den Top 20 der deutschsprachigen Fakultäten und damit auf Platz 2 in Österreich, hinter der Universität Wien. Lukesch: „Das zeigt, dass die verstärkte Forschungsorientierung der Fakultät in den letzten Jahren Früchte getragen hat. Aus der Dissertantengruppe der Fakultät liegen schon sehr gute Publikationsergebnisse vor - der bisher erfolgreiche Weg in unserer Forschung findet in der systematischen Pflege des wissenschaftlichen Nachwuchses daher seine konsequente Fortsetzung. Unser erklärtes Ziel ist es, uns in der nächsten Zeit den Top 10 anzunähern.“ Es wäre allerdings vermessen, mit den führenden Fakultäten, wie z.B. Zürich, Bonn und München, in Konkurrenz treten zu wollen, weil diese alleine aufgrund der Größe ihrer volkswirtschaftlichen Abteilungen für Innsbruck mittelfristig unerreichbar sind.

 

Rankings sowohl in Bezug auf den Forschungsoutput als auch in Bezug auf die Lehrleistung und Lernumgebung von Universitäten und Fakultäten werden im harten Verteilungskampf zwischen den Forschungseinrichtungen immer wichtiger. Das durch sie transportierte Renommee bestimmt in immer größerem Maße die Budgets, die Attraktivität der Universitäten für Neuberufungen von Professorinnen und Professoren, die Möglichkeit Drittmittel einzuwerben, aber auch – wie in den USA – die Attraktivität bei Studienanfängern.

 

Methodik

Für das Ranking des Handelsblatt wurden die Literaturverzeichnisse von ca. 850 international publizierenden Ökonomen einschließlich der Statistik und Ökonometrie gesichtet und bewertet. Das Ranking ist somit das umfangreichste und aussagekräftigste seiner Art. Von den ca. 1000 im EconLit erfassten wissenschaftlichen Zeitschriften aus dem Bereich der Ökonomik fanden ca. 180 Zeitschriften Berücksichtigung für das Ranking, die nach einer Liste der französischen Ökonomen Combes und Linnemer sowie nach der sogenannten Tinbergen-Liste aus den Niederlanden als wissenschaftlich besonders hochstehende internationale Zeitschriften gelten. Die Zeitschriftenauswahl umfasst die Zeitschriften, denen im Bereich der Volkswirtschaftslehre in der Tat eine hohe Beachtung und Bedeutung zukommt. Innerhalb dieser Zeitschriftenliste wurden, je nach der Einschätzung der Bedeutung der Zeitschriften, Gewichte von 1 bis 0,2 vergeben. Ferner wurden die Aufsätze invers zur Zahl der beteiligten Autoren gewichtet. Nicht erfasst wurden wissenschaftliche Monographien, weil diese – mit wenigen Ausnahmen – eine immer geringere Rolle in der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung spielen.