Neues Mitglied an der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina lehrt an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck

Die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina ist eine überregionale Gelehrtengesellschaft mit gemeinnützigen Aufgaben und Zielen. Im ersten Halbjahr 2006 nahm sie 28 neue Mitglieder auf. Eines der neuen Mitglieder ist Prof. Bernhard Kräutler vom Institut für Organische Chemie.
Prof. Bernhard Kräutler
Bild: Prof. Bernhard Kräutler vom Institut für Organische Chemie

Die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina ist die älteste naturwissenschaftliche Akademie in Deutschland. Sie wurde 1652 auf Initiative des Stadtphysikus Johann Laurentius Bausch in der Freien Reichsstadt Schweinfurth gegründet und 1687 von Kaiser Leopold I. zur Reichsakademie (Sacri Romani Imperii Academia Caesareo-Leopoldina Naturae Curiosorum) erhoben. Heute ist sie eine gemeinnützig tätige Vereinigung.

Bei ihrer Gründung erhielt die Leopoldina das Motto "Die Natur erforschen zum Wohle der Menschen". Zu Mitgliedern werden deshalb primär Wissenschafter und Wissenschafterinnen aus allen Disziplinen der Naturwissenschaften und der Medizin gewählt, aber auch aus einigen Grenzbereichen zu empirischen Verhaltens-, Sozial- und Geisteswissenschaften, welche sich durch bedeutende wissenschaftliche Leistungen ausgezeichnet haben. Die Zahl der Mitglieder unter 75 Jahren ist auf 1000 begrenzt (bei insgesamt etwa 1200 Mitgliedern), von denen Dreiviertel aus den Stammländern Deutschland, Schweiz und Österreich kommen, sowie ein Viertel aus weiteren ca. 30 Ländern der gesamten Erde.

 

Motto: Die Natur erforschen zum Wohle der Menschen

Die Mitglieder der Leopoldina sind in 28 Sektionen (einzelne Fachgebiete) organisiert. Um als neues Mitglied aufgenommen zu werden, schlagen einzelne Mitglieder aus den Sektionen heraus hervorragende Wissenschafterinnen und Wissenschafter für die Wahl vor (Bewerbungen sind nicht möglich). Im zweiten Schritt werden alle Sektionsmitglieder zu ihrer Einschätzung der wissenschaftlichen Exzellenz der Kandidatinnen und Kandidaten befragt. Im dritten Schritt legt ein Mitlied der Sektion die Anträge sowie das Ergebnis der Befragung dem Leopoldina-Präsidium vor, das letztlich über die Wahl entscheidet. Die Aufnahme gilt als vollzogen und erfolgt auf Lebenszeit, wenn die Gewählten die Wahl angenommen und dies schriftlich bestätigt haben.

Bernhard Kräutler, Ordentlicher Professor am Institut für Organische Chemie an der Leopold-Franzens-Universität, ist auch Mitglied des Centrums für Molekulare Biowissenschaften (CMBI), und wurde nun als neues Mitglied in der Sektion Chemie der Leopoldina aufgenommen. "Prof. Kräutler wurde gewählt, weil sowohl die Sektion Chemie als auch das Präsidium von seiner wissenschaftlichen Exzellenz überzeugt waren", weiß Sandra Huning von der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina.

Neben dem Chemiker, Prof. Bernhard Kräutler, ist die LFU auch vom Hochgebirgsforscher Prof. Gernot Patzelt (Professor für Geographie, 2004 emeritiert, seit 1997 aktives Mitglied der Akademie) an der Leopoldina vertreten. Prof. Kräutler ist korrespondierendes Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Der gebürtige Vorarlberger hat unter anderem den Werner Preis der Schweizer Chemischen Gesellschaft erhalten, den Erwin Schrödinger Preis der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und die Josef Loschmidt Medaille der Gesellschaft Österreichischer Chemiker. Seine Forschung betrifft molekulare Aspekte der Bio-Wissenschaften und der Nano-Wissenschaften.

 

Eine Akademie für die breite Öffentlichkeit mit hohem Standard

Die Leopoldina ist eine Honoratiorenakademie, unter deren derzeitigen Mitgliedern 34 Nobelpreisträger sind. Insgesamt sind bzw. waren 166 Nobelpreisträger Mitglied der Leopoldina. Sie hat keine eigenen Forschungsinstitute, betreibt aber wissenschaftshistorische Forschungsaktivitäten, wie u. a. die Erforschung und Herausgabe der Schriften zur Naturwissenschaft von Wolfgang von Goethe, einem prominenten früheren Mitglied.

Die wissenschaftliche Tätigkeit der Akademie wird damit von den Mitgliedern, ihrem Engagement und ihrem hohen fachlichen Wissen in verschiedenen Formen wissenschaftlicher Vorträge und anderer Veranstaltungen getragen. Die Leopoldina erwartet deshalb von ihren Mitgliedern, dass sie sich mit ihren verschiedenen Kenntnissen aktiv in die Akademie einbringen. Ein Teil solcher Mitarbeit kann auch in der Anregung bzw. Mitwirkung bei der Wahl neuer Mitglieder bestehen.

Die Leopoldina fördert inter- und trans-disziplinäre Diskussionen durch öffentliche Symposien, Meetings, Vorträge, die Arbeit von Arbeitsgruppen, verbreitet wissenschaftliche Erkenntnisse, berät die Öffentlichkeit und politisch Verantwortliche durch Stellungnahmen zu gesellschaftlich relevanten Themen, fördert junge Wissenschafter und Wissenschafterinnen. Alle wissenschaftlichen Veranstaltungen sind der interessierten Öffentlichkeit zugänglich.