Sanochemia investiert in Tiroler Spin-off-AlcaSynn

Mit einer Investition von 12 Millionen Euro beteiligt sich das Wiener Pharmaunternehmen Sanochemia Pharmazeutika AG zu 60 % am Innsbrucker Unternehmen AlcaSynn Pharmaceuticals GmbH. Damit setzt Sanochemia auf die breite Technologiebasis und die vielfältigen Entwicklungsressourcen von AlcaSynn.
v.l. AlcaSynn-GF DDr. Peter Kayatz, Dr. Sonja Hammerschmid, Prokuristin der aws, LH DDr. Herwig van Staa, Dr. Josef Böckmann, Vorstand der Sanochemia und Rektor Univ.-Prof. Dr. Manfried Gantner freuen sich über die neue Pharma-Kooperation zwischen Tirol und Wien
Bild: v.l. AlcaSynn-GF DDr. Peter Kayatz, Dr. Sonja Hammerschmid, Prokuristin der aws, LH DDr. Herwig van Staa, Dr. Josef Böckmann, Vorstand der Sanochemia und Rektor Univ.-Prof. Dr. Manfried Gantner freuen sich über die neue Pharma-Kooperation zwischen Tirol und Wien.

Im Rahmen des Forum Alpbach wurde die neue Kooperation und das innovative Schmerzmittel AS006 vorgestellt.

 

AS006: Effektiv und ohne Nebenwirkungen

Die typischen Nebenwirkungen der Opiate sind u.a. Hemmung der Atmung oder die Gefahr der Abhängigkeit. Alle diese Nebenwirkungen werden über das Gehirn vermittelt. Der neue Wirkstoff von AlcaSynn hingegen überwindet nicht die so genannte „Blut-Hirn-Schranke“. „AS006 wirkt im Körper, wo der Schmerz entsteht und nicht im Gehirn, wo es Nebenwirkungen verursachen könnte. AS006 kann hoch dosiert eingesetzt werden, ohne die Patienten nennenswert zu beeinträchtigen oder zu gefährden“, erläuterte AlcaSynn-Geschäftsführer DDr. Peter Kayatz.

Im aktuellen Stadium der Tiermodelle konnte deutlich gezeigt werden, dass AS006 ca. 100-fach stärker wirksam ist als Morphium, aber deutlich weniger Nebenwirkungen erwarten lässt. Erste Untersuchungen an Tieren bestätigten die sehr gute Verträglichkeit der Substanz.

 

Marktpotenzial ist sehr groß

Weltweit werden derzeit Schmerzmedikamente in einem Volumen von knapp 30 Mrd. Euro vertrieben. Aufgrund des zu erwartenden Wirkungsprofils von AS006 gehen aktuelle Schätzungen von einem Umsatzpotenzial von mehr als 1,5 Mrd. Euro für den Vertriebspartner der AlcaSynn aus. Das Innsbrucker Unternehmen wird über Lizenzzahlungen mitpartizipieren. „Der Markt für Schmerzmedikamente liegt seit 40 Jahren in einem Dornröschenschlaf. AS006 ist die erste wirkliche Innovation im Bereich der Opiate, seit der Einführung der Fentanyl in den frühen 60er Jahren“, so Kayatz.

 

Sanochemia setzt auf den Forschungsstandort Tirol

„Wir haben uns aufgrund der erstklassigen Forschungskompetenz in der AlcaSynn sowie an der Universität Innsbruck für eine Investition in dieses junge High-Tech-Unternehmen entschieden“, erklärte Sanochemia Vorstand Dr. Josef Böckmann. „Wir investieren bis zu 12 Mio. Euro, da wir von der Qualität und dem Marktpotential der Wirkstoffe von AlcaSynn überzeugt sind. Dabei ergänzen sich die Kernkompetenzen beider Unternehmen in idealer Weise – Mehrwert durch Synergie“, ergänzte Böckmann.

Die Patentverfahren laufen bereits. Im Jahr 2008 könnte AS006 bereits am Patienten getestet werden. Fünf Jahre später könnte das Produkt auf den Markt kommen.

 

Die Partnerschaft AlcaSynn und Sanochemia im Überblick

Alcasynn wurde im Jahr 2002 von Prof. Helmut Schmidhammer, Dr. Mariana Spetea und Dr. Johannes Schütz gegründet. Auf dem Weg in die Selbstständigkeit wurden die drei ForscherInnen vor allem von CAST, der Tiroler Zukunftsstiftung und der Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws) beraten, gefördert und unterstützt. AlcaSynn verfügt derzeit über ein Patentportfolio von 15 erteilten Patenten und 24 weiteren Patentanmeldungen. Das Leitprodukt in der Entwicklungspipeline ist das starke, peripher wirksame Schmerzmittel AS006. Für Sanochemia ist die Beteiligung eine wesentliche strategische Erweiterung ihres Potentials als Speciality Pharma Firma. Mit der Investition von Sanochemia wird der Kreis von der akademischen Forschung über die Förderung durch starke Netzwerkpartner wie CAST und der Tiroler Zukunftsstiftung bis zur privatwirtschaftlich finanzierten Forschung und Entwicklung geschlossen.