Jungforschertage im Universitätszentrum Obergurgl vom 16.–18. August 2006

Vom 16.-18. August 2006 fanden heuer zum zweiten Mal die Jungforschertage statt. 14 Kinder zwischen zehn und vierzehn Jahren und 16 Kinder aus Obergurgl nahmen am von Dr. Suzanne Kapelari geleiteten naturwissenschaftlichen Kurs teil.
Jungforscher
Bild: Jungforschertage im Universitätszentrum Obergurgl

Am ersten Tag erwanderten die Jungforscher den Zirbenwald und erfuhren viel über die Wichtigkeit der Tannenhäher bei der Verbreitung der Zirbe und die Schwierigkeiten der Eichhörnchen, ihre Nüsse wieder zu finden. Der Nachmittag war ganz der nun schon 15 jährigen Forschung am „Ötzi“ gewidmet. Elisabeth Rastbichler gestaltete mit Claudia Holzhammer verschiedenste Stationen an denen man unter anderem selber ausprobieren konnte, wie man eine „echte“ archäologische Grabung durchführt, Fundstücke chronologisch einordnen kann und jedes Kind durfte seinen eigenen „Schatz“ aus dem „Eis“ bergen.

Am zweiten Tag lernten die Jungforscher, dass Freilandforschung manchmal auch mit körperlicher Anstrengung verbunden sein kann. So mancher war um die vielen Pausen entlang des Weges zum Rotmoostal dankbar.

Hier konnte man sich ein bisschen erholen und ganz nebenbei von Konrad Pagitz, dem Botaniker, viel über die Pflanzen in der Umgebung erfahren. Die kleinen Pflanzensammler hörten viel über ihre Fundstücke, warum sie genau hier zu finden sind, was sie uns über den Boden erzählen und warum es sogar Pflanzen gibt, die „lebende Kinder“ zur Welt bringen und gar nicht erst das Risiko eingehen, dass ihre Samen auf ungünstigen Boden fallen könnten. Die Pflanzen wurden abends geordnet und jedes Kind legte sein eigenes Herbar zum Mit-nach-Hause-nehmen an.

Über 10.000 Jahre alte Spuren von Menschen sind am Beilstein, dem dritten Exkursionsziel, nachweisbar. Werner Kofler erzählte über den Wissenschaftszweig der Palynologie, der Pollenforschung. Mit Hilfe von Blütenstaub kann man Bodenprofil erkennen, wann die Menschen mit der Viehzucht begonnen haben oder wann die Römer Kastanien nach Obergurgel brachten. Nur ob es Verwandte von Ötzi waren, die vielleicht am Beilstein Tiere mittels Feuer jagten, konnte Werner Kofler nicht beantworten.

Werner Kofler´s „Erd- und Baumbohrer“ waren ein wissenschaftliches Gerät, das alle unbedingt ausprobieren mussten.

Natürlich durfte Information über die Berge und Gesteine in so einem Gelände nicht fehlen. Karl Kreiner, vom Institut für Geologie, zeigte den Jungforschern, dass es Gletscher gibt, die man gar nicht sieht, warum und wann sie entstehen und warum man gerade im Geis- und Rotmoostal die begehrten „Granaten“ finden kann.

Zum Abschluss wurde es dann doch trotz herrlichen Sommerwetters noch ziemlich feucht. Mit Probegefäßen und sonstigen Fanggeräten ausgestattet fischten die Kinder Klein- und Kleinstlebewesen aus dem Wasser und untersuchten diese anschließend mittels Mikroskop im Universitätszentrum.

Die LFUI bietet in Zusammenarbeit mit dem Universitätszentrum Obergurgl zweimal jährlich Tiroler Kindern die Möglichkeit, mit Expertinnen und Experten in die Welt der Wissenschaft einzutauchen. Dass so viele „einheimische“ Kinder heuer mit dabei waren, ist ein ganz besonderer Erfolg, spricht es doch auch für die Wertschätzung die dem Universitätszentrum in dieser Region eingeräumt wird.