Papiamentu – die Sprache von Aruba, Bonaire und Curaçao

Was passiert, wenn portugiesischsprachige Sklaven, spanisch-sephardische Juden und niederländische Kolonisatoren auf drei Inseln in der Karibik zusammentreffen? Es entsteht eine neue Sprache. Die Sprache der ABC-Inseln (Aruba, Bonaire und Curaçao) gibt durch ihre einzigartige Mischung und ihren besonderen Reichtum der Sprachwissenschaft Rätsel auf.
Papiamentu - Die Sprache der ABC-Inseln Aruba, Bonaire und Curaçao gibt der Sprachwissenschaft Rätsel auf.
Bild: Papiamentu - Die Sprache der ABC-Inseln Aruba, Bonaire und Curaçao gibt der Sprachwissenschaft Rätsel auf.

Am Mittwoch, dem 7.6.2006, sprach im Rahmen eines Gastvortrags am Institut für Romanistik Prof. Eva Martha Eckkrammer von der Universität Salzburg über diese prestigeträchtigste aller Kreolsprachen. Die niederländischen ABC-Inseln sind nämlich die einzige Region, in der sich die gebildete Oberschicht die Kreolsprache der afrikanischstämmigen Sklaven zu eigen machte. Warum dies so war? Die niederländischen und die spanisch-sephardischen Kolonisatoren hatten nämlich keine andere gemeinsame Sprache. Deshalb ist auf den drei Inseln „unter dem Winde“ die Kreolsprache Papiamentu als Hochsprache ausgebaut und wird seit einiger Zeit auch an den Schulen unterrichtet.

 

Trotzdem berichtete Prof. Eckkrammer, dass die Papiamentu-Sprecher sehr erstaunt sind, wenn sie einer Europäerin begegnen, die sie in ihrem Kreolisch anspricht. Die Salzburger Romanistin hat sich bereits im Rahmen ihrer Diplomarbeit mit Papiamentu beschäftigt. Sie freute sich sehr, dass unter den Zuhörern ihres Gastvortrags auch Prof. Wolfgang Pöckl anwesend war, der sie damals in Salzburg betreut hatte und der nun in Innsbruck das Institut für Translationswissenschaft leitet.

 

Organisiert wurde die Veranstaltung im Rahmen zweier Lehrveranstaltungen von Prof. Eva Lavric („Varietäten des Spanischen“ und „Romanische Sprachwissenschaft“). In demselben Rahmen wird am nächsten Mittwoch (13.30 – 15.00h, HS. 8) Frau Dr. Marietta Calderón, ebenfalls von der Romanistik Salzburg, einen Gastvortrag über „Das Sephardische“ halten. So exotisch können romanische Sprachen sein.