Potential Risks of Microbials

Am 12. und 13. April findet im Hotel Grauer Bär ein Internationaler Workshop zum Thema „Potentielle Risiken von Mikroorganismen“ statt. Der Workshop wird im Rahmen des EC-Projektes „Regulation of Biological Control Agents“ (REBECA FP6-2004-SSP-4) von MitarbeiterInnen des BIPESCO Teams (Leiter Dr. Hermann Strasser) am Institut für Mikrobiologie der LFU Innsbruck organisiert.
Dr. Hermann Strasser, Dr. Barbara Pernfuss
Bild: Dr. Hermann Strasser und Dr. Barbara Pernfuss vom BIPESCO-Team des Instituts für Mikrobiologie der LFU.

Rund 40 SpezialistInnen zum Thema biologischer Pflanzenschutz mit Mikroorganismen und Viren aus allen Teilen Europas und aus „Übersee“ werden erwartet, um gemeinsam zwei Tage lang kritische Fragen zu diesem Themenkomplex zu diskutieren.

 

REBECA (http://www.rebeca-net.de/) ist ein Projekt zur Unterstützung der “EU Politik” bei der Bewertung potentieller Risiken neuer biologischer Pflanzenschutzmittel (BCAs). Solche neuartigen Pflanzen-schutzmittel können aus Mikroorganismen (Bakterien, Pilze), Pflanzenextrakten, Tieren (Insekten, Milben, Nematoden), tierischen Sexualhormonen oder Viren bestehen. Mithilfe der im Projekt tätigen SpezialistInnen aus ganz Europa (von Behörden, sowie aus Industrie und Wissenschaft) sollen Vorschläge erarbeitet werden, wie die Regulation neuer biologischer Pflanzenschutzmittel bis zur Marktreife effizienter und weniger bürokratisch gestaltet werden kann.

 

Schutz für Mensch und Umwelt

 

Mikroorganismen (Bakterien und Pilze) und Viren bergen ein besonders großes Potential zur umweltschonenden und ökonomischen Bekämpfung von Pflanzenschädlingen und –krankheiten. Sie können die Gesundheit und das Wachstum von Pflanzen verbessern bzw. steigern. Um einen verantwortungsvollen Umgang mit solchen Pflanzenschutzmitteln sicherzustellen, d.h. also vor allem den Konsumentenschutz zu gewährleisten und eine Verwendung potentiell gesundheitsschädigender Mittel zu verhindern, müssen Mikroorganismen und Viren einer strengen Risikobeurteilung unterzogen werden (ähnlich jener für Medikamente). Die heute geltenden Richtlinien basieren aber größtenteils auf jenen, welche für synthetische Pestizide (chemische Pflanzenschutzmittel) entwickelt wurden. Trotz Adaptierung der EU-Direktive werden dadurch zahlreiche viel versprechende biologische Pflanzenschutzmittel vom Markt ferngehalten. Der Bedarf einer neuen Registrierungsgrundlage (EU-Direktive) wird immer vehementer in vielen OECD Ländern diskutiert. Auch wird mit Nachdruck eine Senkung der Registrierungskosten (derzeit mehrere Millionen Euro pro Produkt) gefordert, da zahlreiche interessante Produkte aus den genannten Gründen den Markt nicht erreichen. Diese Forderungen und Aktivitäten werden auch im Rahmen des EU-Projektes berücksichtigt und sollen in einem Endbericht der Kommission und den Mitgliedsländern präsentiert werden.

 

Pflanzenschutz an der LFU

 

Die Arbeitsschwerpunkte der Gruppe Bipesco Innsbruck (BIological PESt COntrol; Leiter: Dr. Hermann Strasser) am Institut für Mikrobiologie der LFU bestehen in der Entwicklung und Evaluierung neuer biologischer Pflanzenschutzpräparate zur Bekämpfung von Bodenschädlingen (u. a. Mai-, Juni- und Gartenlaubkäfer; Reblaus; Maiswurzelbohrer) sowie phyto-pathogener Pilze (u. a. Phytium spp., Rhizoctonia solani, Fusarium spp., Botrytis cineraea, Sclerotium rolfsii and Sclerotinia homoeocarpa) auf der Basis entomopathogener und mykoparasitisch wirkender Pilze. Es werden Methoden etabliert, welche die industrielle Produktion von Pilzpräparaten verbessern und erleichtern, die Wirksamkeit dieser Produkte erhöhen und deren Wirkstoffe bezüglich ihrer Unbedenklichkeit für Mensch und Umwelt evaluieren (Eco-Controlling und Risk-Assessment).

 

Einen besonderen, ebenfalls international anerkannten Arbeitsschwerpunkt des BIPESCO – Teams bildet der Nachweis von toxischen Metaboliten, welche von den Pilzen unter bestimmten Umweltbedingungen in vitro, in vivo bzw. in situ ausgeschieden werden. Zusätzlich werden durch physiologische und biochemische Charakterisierung virulenzbestimmende Faktoren der einzelnen Pilzisolate näher untersucht. Neue Testsysteme werden zur Identifizierung von Pilzwirkstoffen erprobt und sollen zu Standardtestsystemen weiterentwickelt werden.

 

Internationale Projekte

 

1) FAIR6-CT89-4105 BIPESCO (1999-2001)

„Biocontrol of Important Soil Dwelling Pests by Improving the Efficacy of Insect Pathogenic Fungi“

Coordinator: Dr. Strasser

 

2) QLK1-CT-2001-01391 RAFBCA (2001-2004)

„Risk Assessment of Fungal Biological Control Agents"

 

3) SSPE-CT-2005-022709 REBECA (2006-2007)

“Registration of biological control agents“ Dr Strasser ist Work package Leader für “Microbials”.

 

Link: BIPESCO http://www.uibk.ac.at/bipesco/