Auszeichnung der American Philosophical Society an LFU-Lehrbeauftragte

Dr. Bernhard Tilg und Dr. Friedrich Pöhl, Lehrbeauftragte an den Instituten für Erziehungswissenschaften und Europäische Ethnologie der LFU, konnten mit einem Projekt zu Franz Boas und der Geschichte der Moderne eines der begehrten Library Resident Fellowships der American Philosophical Society, Philadelphia, für sich gewinnen.
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Bild: Hohe Auszeichnung für Dr. Bernhard Tilg und Dr. Friedrich Pöhl

Mit dem Fellowship verbunden ist ein Forschungsaufenthalt in Philadelphia und ein Stipendium. Mit diesem Erfolg ist es den beiden österreichischen Wissenschaftlern gelungen, sich mit ihrem Projekt auf einem internationalen Niveau Anerkennung zu erwerben. Viele der anderen Preisträger/innen kommen von Eliteuniversitäten wie Oxford, Harvard oder der McMaster University.

 

Die American Philosophical Society wurde 1743 von B. Franklin gegründet und gilt als eine der wichtigsten wissenschaftlichen Institutionen der USA. Zugleich verfügt Sie über eine große Sammlung von Originalmanuskripten und darunter auch die Boas Papers. Und gerade auf diese, so Dr. Pöhl und Dr. Tilg, sind die Hoffnungen gerichtet. Immerhin handelt es sich dabei um größtenteils unveröffentlichte Briefe, Tagebücher und Feldforschungsnotizen, die im Hinblick auf die Vorbereitung einer größeren Publikation von unschätzbarem Wert sein könnten.

 

Anhand der Sichtung der Boas Papers erhoffen sich Dr. Pöhl und Dr. Tilg genauere Aufschlüsse hinsichtlich der Rolle, die der 1887 endgültig nach Amerika emigrierte deutsch-jüdische Wissenschaftler Franz Boas (1858-1942) in der Etablierung der amerikanische Anthropologie spielte, welche einsame Vorreiterrolle Boas im Kampf gegen den damals vorherrschenden wissenschaftlichen, aber auch populär „völkischen“ Rassismus (insbesondere in Deutschland) einnahm sowie hinsichtlich der von Boas bereits formulierten und mithin persönlich erfahrenen Problematik des kulturellen Fremdverstehens. Gerade aufgrund dieser Problematik formuliert Boas, so Pöhl und Tilg, Fragestellungen, an denen sich, modern gesprochen, der Übergang der Geisteswissenschaften in Kulturwissenschaften festmachen lässt.

 

Die Forschenden, die für dieses Forschungsprojekt zu Franz Boas neben dem Fellowship der American Philosophical Society auch die Unterstützung durch den Dekan der Faculty of Art der Universität von Ottawa, Prof. George Lang, gewinnen konnten, haben beide an der LFU studiert. Dr. Pöhl und Dr. Tilg lehren gemeinsam an der LFU in Innsbruck und unternehmen auch gemeinsame Forschungsreisen – unter anderem in die Pine Rigde Oglala Lakota Sioux Reservation in South Dakota, USA. 2004 hat Dr. Pöhl eine umfangreiche Monographie zum Denken der „Native Americans“ im Verhältnis zur europäischen Philosophie vorgelegt.

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