Wasserkraftexperte erzählt aus der Praxis

Modellversuche zur Realisierung von Wasserkraftwerken in Bhutan zählen zu einer Reihe von Projekten, die am Institut für Wasserbau der LFU durchgeführt werden. In einem Vortrag wurden drei realisierte Wasserkraftwerke in Bhutan von Dipl. Ing. Johann Aichinger, Geschäftsbereichsleiter der Firma Bernard vorgestellt. Kontakte mit der Praxis erhöhen die Berufchancen für Studierende.
Realisiertes Wasserkraftwerk Basochhu/Rurichhu - Bhutan
Bild: Realisiertes Wasserkraftwerk Basochhu/Rurichhu - Bhutan

„Was für die Araber das Öl ist, ist für Bhutan das Wasser“ so eröffnete Dipl. Ing. Johann Aichinger seine Präsentation. „Mit Hilfe Österreichs ist es dem Entwicklungsland Bhutan gelungen, einen neuen Wirtschaftszweig aufzubauen: die Wasserkraft. Circa 45 Prozent des Bruttoinlandsproduktes wird heute aus dem Wasserpotential geschöpft. In Zukunft soll es noch mehr werden.“ Dipl. Ing. Johann Aichinger ist Absolvent der LFU und war maßgeblich an der Realisierung der Projekte beteiligt.

Bhutan profitiert von österreichischem Know How

Die österreichische Entwicklungszusammenarbeit EZA unterstützt Bhutan in den 3 Bereichen Tourismus, Kultur/Bildung, sowie im Energiesektor. Bisher wurden in Zusammenarbeit der EZA mit Privatinvestoren, Bernard Ingenieure, der Tiroler Wasserkraft (TIWAG), der LFU Innsbruck und Anderen drei große Wasserkraftwerke realisiert. „Sie haben eine Gesamtleistung von rund 500 MW. Das Kraftwerk Tala mit 1000 MW Leistung ist gerade in Bau und wird voraussichtlich im Jahr 2006 seinen Betrieb aufnehmen“, so Dipl. Ing. Aichinger. Die langjährige Zusammenarbeit führte zu einem großen Vertauen Bhutans in die Kraftwerkskompetenz österreichischer Unternehmen.

Die enge Einbindung der bhutanischen Ingenieure in die Projektabwicklung und die intensive Schulung des Betriebspersonals unter wesentlicher Beteilung der TIWAG, ermöglicht es Bhutan heute, ein großes Kraftwerk ausschließlich mit bhutanischem Personal zu betreiben.

Uni betreibt Feldforschung

„Die einzelnen Projekte wurden in den Lehrveranstaltung am Institut für Wasserbau analysiert. Dies erhöht den Bezug zur Arbeitspraxis. Mit verschiedenen Vorträgen, sollen Studierende in Kontakt mit Leuten aus der Arbeitswelt kommen. Somit erhöhen sich Ihre Berufschancen“ freute sich Dipl. Ing. Dr. Reinhold Friedrich vom Institut für Wasserbau. Zurzeit laufen mehrere Laborversuche. Ein Projekt ist das Nilkraftwerk in Merowe. Dazu führen Studierende des IWI wie bei Projekten in Bhutan Modellversuche durch.“

Der Erfolg bei den bisher gemeinsam abgewickelten Projekten zeigt, dass Forschung und Lehre eng zusammenarbeiten müssen. Das Siegel der LFU ist auch weiterhin Garant für Qualität im Bereich Wasserbau.