„Durchbruch der Quantenphysiker ist ein Erfolg für die gesamte LFU Innsbruck“

Die Forschungsgruppe um Rainer Blatt, vom Institut für Experimentalphysik, konnte einen Durchbruch auf dem Weg zur Realisierung von Quantencomputern erreichen. Weltweit ist es erstmals gelungen eine größere Anzahl von Atomen zu verbinden und ein Quantenbyte, wichtiger Bestandteil eines Quantencomputers, zu erzeugen. „Nature“ berichtet in der aktuellen Ausgabe über diesen „Quantensprung".
Acht Kalzium-Ionen gefangen in einer Paul-Falle. Foto: IQOQI
Bild: Acht Kalzium-Ionen gefangen in einer Paul-Falle. Foto: IQOQI

Rektor Manfried Gantner freut sich über den jüngsten Erfolg der Experimentalphysiker an der LFU Innsbruck: „Der sensationelle Durchbruch unserer Quantenphysiker ist ein gemeinsamer Erfolg für uns alle“, versichert Rektor Gantner: „In Anlehnung an unseren soeben verabschiedeten Entwicklungsplan – unseren Bauplan in Forschung, Lehre und Verwaltung bis 2009 – leisten die ForscherInnen des Instituts für Qunatenoptik und Quanteninformation einen wichtigen Beitrag zu unseren strategischen Zielen: Sie stärken die Forschung als international führend anerkannter „Leuchtturm“ ihres Fachgebietes, tragen zur Profilbildung in der Lehre bei und forcieren die Öffnung der Universität gegenüber der Science Community aber auch der Bevölkerung.“, betont Rektor Gantner.

 

Informationszeitalter tritt in neue Dimension ein

Die Forschergruppe hat es geschafft, mittels Ionenfallen acht Atome einzufangen und miteinander zu verschränken. Ein wichtiger Schritt in der Realisierung eines Quantencomputers. „Für unsere Forschung ist allerdings entscheidend, dass wir mit diesem Experiment nun ein Werkzeug zur Hand haben, mit dem wir die Prozesse der Quanteninformationsverarbeitung sehr genau studieren können“, erklärt Prof. Rainer Blatt.

 

Zum Nachweis, dass sich die Gruppe von Atomen zu einem Quantenbyte verbunden hat, waren rund 650.000 Messungen sowie eine ernorme Rechenleistung zu deren Auswertung nötig. Die vollständige Aufschlüsselung der Daten sowie die grafische Darstellung mittels eines Hochleistungsrechners der LFU Innsbruck nahm mehrere Wochen in Anspruch. „Was mit den acht Qubits in etwa einer Millisekunde passiert, kann mit einem normalen Rechner nur in vielen Stunden berechnet und charakterisiert werden“, zeigt Blatt die Überlegenheit der Quantentechnologie auf.