100 m² Regenwald als Weihnachtsgeschenk

Bereits seit dem Jahre 1990 besteht der „D. Swarovski-Leopold-Franzens-Universität Innsbuck Förderungsfonds“. Jedes Jahr stellt die Firma Swarovski der LFU insgesamt 45.000,- Euro zur Unterstützung aller Fakultäten in Forschung und Lehre zur Verfügung. Heuer wurden 18 Projekte und 25 Personen mit der Forschungsförderung bedacht.
v.l. Mag. Gerd Innerebner erhält die Förderzusage von Generalsekretär Dr. Karlheinz Kolb (Swarovski).
Bild: v.l. Mag. Gerd Innerebner erhält die Förderzusage von Generalsekretär Dr. Karlheinz Kolb (Swarovski).

 

„Überall wird der Gürtel enger geschnallt“, betont Dr. Karlheinz Kolb in seinen Grußworten: „deshalb freut es mich außerordentlich, dass die Familie Swarovski auch dieses Jahr in guter alter Tradition die Dotierung des Förderungsfonds uneingeschränkt zur Verfügung gestellt hat“, so Kolb weiter. Er betont vor allem, dass durch den Swarovski-Fonds „das ganze breite universitäre Spektrum abgedeckt“ wird.

 

„Das gedeckelte Budget, das wir seit 1999 an den Universitäten haben, wird großteils für Fixkosten wie Betriebskosten, Personal und Lehre benötigt. Da bleibt nur mehr wenig Spielraum für die Förderung der Forschung“, erklärt Forschungsvizerektor Märk. Neben der universitätsinternen Forschungsmillion der Unileitung halten Förderungsfonds wie jene von Swarovski die universitäre Forschung lebendig und aufrecht. „Deshalb möchte ich der Firma Swarovski, Wattens, recht herzlich für die Unterstützung danken, denn gerade in diesen finanziell sehr angespannten Zeiten zählen Sponsorengelder doppelt“, betont Märk.

 

„Wir hatten 56 Anträge auf Forschungsförderung mit einer Gesamtantragssumme von 171.000 Euro. 25 Anträge wurden bewilligt, was einer Bewilligungsrate von 50 Prozent entspricht“, erläutert Märk.

 

Hoch dotierte Projekte

 

Die etwas andere Geschenkidee 

Prof. Heribert Insam und Mag. Gerd Innerebner erhielten für ihr gemeinsames Projekt: „Mikrobielle Gemeinschaften im Blätterdach des Regenwaldes Österreichs in Costa Rica“ eine Förderzusage in der Höhe von 3.700,- Euro. Das Forschungsprojekt wird im Österreichischen Regenwald Costa Ricas durchgeführt. Dort ist die Österreichische Forschungs- und Exkursions-Station angesiedelt. Ein symbolischer Anteil dieses Regenwaldes kann käuflich erworben werden. Durch den Erwerb können weitere Flächen des Regenwaldes vor der kommerziellen Nutzung bewahrt werden – „eine tolle Idee für ein Weihnachtsgeschenk“, schlug Vizerektor Märk vor.

 

 

Neuartige Bodenproben in 60 Metern Höhe 

Prof. Insam hat diese Idee letztes Weihnachten umgesetzt. Er schenkte seinen Diplomanden beim Weihnachtsessen 100 m² Regenwald. Daraus ergab sich das gemeinsame Projekt. Insam und Innerebner entnehmen Bodenproben aus dem Boden des Blätterdaches, das im Regenwald so dicht ist, dass sich organisches Material im Blätterdach ansammelt und sich zu einem zweiten Boden in über 60 Metern Höhe ansammelt. „Wir untersuchen in diesen Bodenproben die mikrobiellen Gemeinschaften, die nicht wie üblich auf mineralischem Boden, sondern auf Holz entstanden sind“, beschreibt Innerebner vom Institut für Mikrobiologie das Projekt. Insam und Innerebener sind weltweit die ersten, die sich mit diesem Bereich der mikrobiologischen Forschung beschäftigen.

 

 

Schlanke, leichte und wirtschaftlichere Parkhauskonstruktion für Flughafen 

„Erweiterung der freien Spanngliedlage auf Exzentrizitäten größer als 45 cm für Stahlbetonplatten und –träger“ ist der Titel des mit 3.600,- Euro dotierten Gemeinschaftsprojekts von Prof. Ing. Jürgen Feix und Dipl.-Ing. Georg Strobl. Bei den Parkhäusern am Flughafen Innsbruck ist es durch den Einbau von Vorspannung (=Stahl der gedehnt wird und damit Beton unter Druck setzt) gelungen, im Verhältnis zur Stützweite sehr dünne, schlanke Decken zu bauen. Diese schlanken Konstruktionen sind leichter und wirtschaftlicher (weniger Material) als bisherige. Ziel des Projekts ist es nun, diese Bauweise auch für dickere Bauteile anzuwenden. Derzeit ist sie beschränkt auf 30 bis 40 cm Höhe. „Wir wollen auf das Doppelte hinaus kommen – auf ca. einen Meter“, betont Prof. Feix, vom Institut für Betonbau, Baustoffe und Bauphysik. Dipl.-Ing. Strobl führt im Zuge seiner Dissertation Laborversuche und theoretische Untersuchungen durch.

 

 

15 Jahre Unterstützung der Universität Innsbruck
Der "D. Swarovski - Leopold - Franzens - Universität Innsbruck Förderungsfonds“ wurde im Jahr 1990 errichtet und wird jährlich von Swarovski dotiert und an evaluierte, ausgewählte Projekte, wissenschaftliche Arbeiten, Veröffentlichungen und Veranstaltungen vergeben. Diese Unterstützung geht auf eine Initiative des im Jahre 1992 verstorbenen Kommerzialrats und Ehrensenators der LFU Innsbruck, Daniel Swarovski, zurück. Ihm war die Förderung der universitären Forschung und Lehre ein besonderes Anliegen.

 

 

Weitere geförderte Objekte