Wo das Chaos System hat

Bunt, lebendig und spannend waren die 4. Aktionstage der Jungen Uni letztes Wochenende. Während am Freitag 2.100 SchülerInnen aus Nord- und Südtirol den Hauptplatz des Technik-Campus fast „überfüllten“, genossen am Samstag Familien in Ruhe die 32 Stationen der Forschungsstraße und des Laborlehrpfads.
Reger Andrang bei den 4. Aktionstagen der Jungen Uni.
Bild: Reger Andrang bei den 4. Aktionstagen der Jungen Uni.

Der Hauptplatz des Technik-Campus glich am Freitag Morgen einem Ameisenhaufen: Überall wuselten Kinder und Jugendliche durch die Gegend, der Anblick war chaotisch und doch so geordnet. Nachdem die jungen BesucherInnen beim Infostand ihre Informationen erhalten hatten, bahnten sie sich zielsicher ihren Weg zu den vielen Attraktionen der Veranstaltung: Achtung – das Chaospendel beim Physikstand von Emmerich Kneringer schlägt aus! In Sicherheit konnte man sich bei einem Schnuppersprachkurs des Instituts für Romanistik bringen. Oder doch lieber bei der Archäologin Elisabeth Rastbichler die Ötzi-Fundgeschichte entdecken oder eine Geburtstagseinladung auf Griechisch bei Florian Schaffenrath (Gäzistik/Latinistik) schreiben? Den Schülerinnen und Schülern fiel die Auswahl manchmal schwer, und daher beschlossen einige, übrigens auch LehrerInnen, am nächsten Tag nochmals zu kommen. Auch zahlreiche Universitäts-MitarbeiterInnen nutzen die Gelegenheit mit ihren Familien die Technik zu besuchen.

 

Das Gruseln zog an

 

Ein absolutes Highlight war das „Gruselzimmer“ im ICT, das an beiden Tagen zum Bersten voll war. Unter dem Motto „Spinnen – Monster oder Nützlinge“ brachte die Zoologin Barbara Thaler-Knoflach und ihr Team den BesucherInnen lebende Spinnen und Skorpione näher. War der Eintritt meist zögerlich und von „Igitt“-Ausrufen begleitet, konnten die Zoologinnen und Zoologen durch Aufklärung eine gewisse Sympathie für die haarigen Gliedertiere wecken.

Der Kreativität freien Lauf lassen konnte man beim Hochhaus- oder „Skyscraper“-Bauen. Im Holzbau-Labor bekamen die höchsten und stabilsten, aus Pappteller und Strohhalmen gebauten Häuser von Anneliese Heule-Rösler ein Zertifikat. Bei Andrea Kaltschmid (Institut für E(x)perimentellen Hochbau) wurde mit Holzklötzen gebaut. Die Konstruktionen waren waghalsig und von so hoher architektonischer Qualität, dass sie als Architektur-Diplomarbeit durchgegangen wären. Wer keine Lust zum Bauen hatte, spielte mit dem „Springenden Punkt“, einer Installation von Clemens Plank vom Institut für Entwerfen.studio2, oder gab den Fleisch fressenden Pflanzen der Grünen Schule Käse zum Essen.

 

Laborlehrpfad und Galaxien fangen

 

Im gut besuchten Laborlehrpfad führten die Technik-Institute für Umwelttechnik, Wasserbau, Geotechnik, Baustatik und Betonbau in ihre Wissenschaften ein. Staunen und Entsetzen erzeugte der Film über den Einsturz der Takoma-Brücke, der durch Schwingungen, hervorgerufen durch einen leichten Wind von 50 kmh, ausgelöst wurde. Gert Niederwanger vom Baustatik Labor erklärte anhand von Versuchen, dass diese Katastrophe aufgrund der Weiterentwicklung der Forschung nicht mehr passieren könnte.

Zu einer 3D-Reise durch den Weltraum lud das Institut für Astrophysik, die so realistisch war, dass man sich fast die Finger an den glühend heißen Nebeln der Galaxien verbrannte. Flinke und vor allem unverletzte Finger brauchte man aber für das Geschicklichkeitsspiel der Mathematiker, zur Bedienung des Theodoliten  der Vermessung und zum Button drucken bei der Station von FIT (Frauen in die Technik und Naturwissenschaften). Das beliebteste Motiv für die Buttons war das Weltall.

 

Die Fotogalerien (http://www.uibk.ac.at/events/junge_uni, http://sg1-c813.uibk.ac.at/bilder/junge_uni_05/) zeigen die Vielfalt der Stationen und die Begeisterung der kleinen und großen BesucherInnen und der WissenschaftlerInnen.