Wissenschaftsrat für ESO-Beitritt Österreichs

Die universitäre Lehre und Forschung der Astrophysik ist in Österreich auf drei Standorte verteilt. An der Universität Wien existiert eine Studienrichtung Astronomie, an den Universitäten Innsbruck und Graz wird Astrophysik im Rahmen des Studiums für Physik angeboten.
Paranal Observatory
Bild: Paranal Observatory

An unserer LFU ist dieses Fach durch das Institut für Astrophysik innerhalb der Fakultät für Mathematik, Informatik und Physik vertreten.

 

Wissenschaftsrat gegen Zusammenlegung von Standorten

Mit einer Zusammenlegung der drei Astrophysik-Standorte könnten laut Österreichischem Wissenschaftsrat, dem Beratungsgremium der Bundesregierung in Uni-Angelegenheiten, nur geringe Synergieeffekte erzielt werden. Vielmehr würden durch ein derartiges Vorgehen inneruniversitäre Schwerpunkte gefährdet werden. Ähnlich argumentiert die Österreichische Gesellschaft für Astronomie und Astrophysik (ÖGAA): Anstatt einer Zusammenlegung sei, insbesondere im Bereich der experimentellen Astrophysik, eine Stärkung der einzelnen Standorte anzustreben, um sich im internationalen Vergleich noch besser positionieren zu können.

 

Beitritt zu ESO gefordert

Die Europäische Südsternwarte (European Southern Observatory, ESO) ist das weltweit größte Observatorium. Nach Empfehlungen des Rates für Forschung und Technologieentwicklung, des Wissenschaftsrates, der betroffenen Rektoren sowie Vorgesprächen des Bildungsministeriums mit ESO scheinen nach fünfjährigen Vorarbeiten alle Voraussetzungen für die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen geschaffen. „Der Beitritt wäre eine Entscheidung im Sinne des Wissenschafts- und Forschungsstandortes Österreich. Wenn Österreich der ESO beitritt, ist mit den drei gut ausgestatteten Instituten und den mit ESO verfügbaren Teleskopen eine Infrastruktur gegeben, die attraktiv für NachwuchsforscherInnen aus ganz Europa ist“, so Prof. Sabine Schindler, Leiterin des Instituts für Astrophysik an der LFU.

 

European Southern Observatory, ESO

Die Europäische Südsternwarte ESO ist eine zwischenstaatliche Organisation zur Forschung im Fachgebiet der Astrophysik. Ihre Arbeit stützt ESO auf die Entwicklung und den Betrieb hochmoderner optischer und Infrarot-Teleskope. ESO   betreibt mehrere Observatorien in Chile, ihr größtes Observatorium (vier 8,2m Teleskope) steht am Cerro Paranal. Der Standort wurde wegen seiner besonderen Witterungsverhältnisse, der extrem trockenen Luft und der geringen Luft- und Lichtverschmutzung ausgewählt. Ihren Hauptsitz hat ESO in Garching bei München.

Die Europäische Südsternwarte wurde 1962 in Paris gegründet und hat sich zur weltweit größten und führenden zwischenstaatlichen Astronomie-Organisation entwickelt. ESO wird derzeit von elf Mitgliedsländern getragen: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Portugal, Schweden und der Schweiz.

Mit Hilfe der von ESO gewonnenen Forschungsergebnisse untersuchen WissenschafterInnen weltweit die Beschaffenheit unseres Weltalls, beginnend mit Planetensystemen bis hin zu den entferntesten Galaxien, die uns Auskunft über die Anfänge des Universums geben.