Was ist Textkritik?

Letzte Woche richtete das Institut für deutsche Sprache, Literatur und Literaturkritik die 10. Fachtagung der Arbeitsgemeinschaft für germanistische Edition an der Universität Innsbruck aus. Das Thema "Was ist Textkritik?" stand dabei im Mittelpunkt der Vorträge und Diskussionen.
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Die 1985 gegründete "Arbeitsgemeinschaft für germanistische Edition" ist ein internationaler Zusammenschluss von Wissenschaftlern, der sich mit deutschsprachigen, insbesondere germanistischen Editionen beschäftigen. Das Ziel ist es, die Arbeit durch Erörterung theoretischer und praktischer Fragen sowie durch Erfahrungsaustausch zu fördern. Die Ergebnisse der Arbeit sind Textsicherung und Textkommentierung. Damit wird ein nachhaltiger Beitrag zur Sicherung und Tradition der europäischen Schriftkulturen von der Antike bis zur Gegenwart geleistet.
Die Arbeitsgemeinschaft führt alle zwei Jahre eine Fachtagung durch, die ein Forum für kollektive Diskussionen darstellt. Daraus ergeben sich Anregungen von Editionsprojekten, Kooperationsmöglichkeiten, Vorschläge für Aktualisierungen und Normierung der Fachterminologie sowie der Austausch von EDV-Erfahrungen. Selbstverständlich wird dadurch der interdisziplinäre Kontakt mit den Fachbereichen der Geschichte, der Philosophie, der Musikwissenschaft, der Rechtsgeschichte sowie zu den Editionsprojekten der anderssprachigen Literaturen hergestellt.

Das Thema der Tagung "Was ist Textkritik?" entsprach einem Forschungsschwerpunkt des Instituts in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut "Brenner-Archiv. Es beinhaltete alle philologischen und kulturgeschichtlichen Fächer, von deutschsprachigen Literatureditionen bis hin zu Musik- und Philosophenausgaben und verstand sich als Diskussionsbeitrag zu der heute ganz aktuell gewordenen Frage nach der Sicherung kultureller Zeugnisse und ihrer Überlieferung. Im Verlauf der vergangenen Jahre hat sich im Bereich der Textkritik eine vielfältige Entwicklung vollzogen, verbunden mit neuen Überlegungen und Techniken, aber auch mit nachhaltigen Irritationen.
Die Tagung verstand sich als österreichisch-deutsche Zusammenarbeit, für deren Organisation Prof. Werner M. Bauer aus Innsbruck, Prof. Ulrich Müller aus Salzburg und Prof. Winfried Woesler aus Osnabrück verantwortlich zeichneten. Eröffnet wurde die Tagung vom Dekan der Geisteswissenschaftlichen Fakultät, Prof. Elmar Kornexl. Eine abschließende Podiumsdiskussion, fasste die Ergebnisse der dreitägigen Arbeit zusammen. (sp/cf)