Die lebendigen Seiten der Mathematik

Für Außenstehende wirkt Mathematik oft als eher abstrakte und trockene Materie. Dass dieses Urteil nicht zutreffend ist, zeigt ein Mathematiker-Workshop zum Thema “Computational Life Sciences”, der von 12. bis 15. Oktober in Innsbruck stattfand.
35 MathematikerInnen aus 11 Ländern trafen sich in Innsbruck zum Wissensaustausch.
Bild: 35 MathematikerInnen aus 11 Ländern trafen sich in Innsbruck zum Wissensaustausch.

Wie lebendig und vielseitig Mathematik ist, zeigt der von Alexander Ostermann und Mechthild Thalhammer, vom Institut für Mathematik, Mitte Oktober veranstaltete Workshop zum Thema “Computational Life Sciences”. Für drei Tage trafen sich rund 35 MathematikerInnen aus verschiedenen Ländern (Deutschland, Großbritannien, Italien, Kanada, Niederlande, Portugal, Russland, Schweden, Schweiz, Tschechische Republik und Österreich) in Innsbruck, um über neueste Entwicklungen in der mathematischen Modellierung und darauf basierende numerische Simulationen zu diskutieren.

 

Spannende Verknüpfung von Mathematik und Medizin

Einen Schwerpunkt bildeten dabei Thematiken aus dem medizinischen Bereich. So sind etwa Modellierungen des Herz-Kreislaufsystems wesentlich bei der Diagnose und Behandlung von Blutgefäßerkrankungen wie Arteriosklerose. Ein spannendes Thema in diesem Zusammenhang ist die Planung von Bypass-Operationen mittels mathematischer Modelle und Prognosen. Neben den medizinischen Themen spannte sich der Bogen der Beiträge vom Schilaufen und Tourismus bis hin zur Modellierung von Insektenflügen.

 

Ansprechendes Rahmenprogramm

Die Intention des Workshops war es, neben renommierten MathematikerInnen auch junge WissenschafterInnen zu versammeln und außerdem die Kontakte zwischen MathematikerInnen und Medizinern zu fördern. Die TeilnehmerInnen zeigten sich angetan vom vielseitigen wissenschaftlichen Programm sowie vom Tagungsort Innsbruck und seiner herbstlichen Umgebung. Einer der gesellschaftlichen Höhepunkte waren die Besichtigung von Stift Stams und ein anschließender Besuch der dortigen Schnapsbrennerei.

 

Fortsetzung folgt

Wie im Vorjahr fand der Workshop “Computational Life Sciences” im Rahmen des Interreg IIIA Projektes Wissenschaftliches Rechnen - Aufbau eines Bildungs- und Forschungsnetzwerkes zwischen den Universitäten Bozen, Innsbruck, Triest und Udine (Calcolo Scientifico - realizzazione di un rete di formazione e ricerca fra le Universitá di Innsbruck, Trieste, Udine e Bolzano) statt. Nach den Erfolgen der vergangenen zwei Jahre soll die Tagungsreihe im Herbst 2006 in größerem Rahmen fortgesetzt werden.