Quer über den Atlantik Kontakte knüpfen

Kürzlich fand die Veranstaltung „Austrian Science Talks 2005“ in San Diego, California, mit einer Wiederholung am 1. Oktober 2005 in New York, statt. Die Austrian Science Talks werden von brainpower Austria, einer Initiative des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit) in Zusammenarbeit mit den Austrian Research Centers ausgerichtet.
Gruppenbild der Veranstaltung in San Diego/CA, © Rettenbacher
Bild: Gruppenbild der Veranstaltung in San Diego/CA, © Rettenbacher.

Hauptziel dieser Veranstaltung ist es einerseits ein soziales Netzwerk unter den österreichischen Forschern in den USA aufzubauen, aber auch die Kontakte mit der Heimat (Universität, Industrie, Regierung) nicht abbrechen zu lassen. Profitieren können von diese Science Talks beide Seiten des Atlantiks: Österreich kann dadurch den vielbeklagten „braindrain“ verringern, und österreichischen ForscherInnen im Ausland wird die Rückkehr „schmackhafter“ gemacht. „Denn eines lässt sich auf solchen Veranstaltungen immer wieder feststellen: fast alle haben ihre Heimat nicht vergessen und würden gerne zurückkommen“, erzählt Dr. Arno Rettenbacher vom Institut für Organische Chemie. „Häufig fehlt nur die entsprechende Infrastruktur bzw. wissen viele oft nach mehreren Jahren im Ausland einfach nicht wie man in der Heimat wieder Fuß fassen kann“, so Rettenbacher weiter.

 

Austausch mit der „Heimat“

Die Austrian Science Talks sollen genau dieser Hemmschwelle entgegenwirken. Nach den erfolgreichen Science Talks im November 2004 boten die Events den TeilnehmerInnen auch in diesem Jahr die Gelegenheit, sich über aktuelle Entwicklungen in Österreich zu informieren und diese in Gesprächen mit VertreterInnen aus der österreichischen Forschungs- und Technologielandschaft zu diskutieren. Beim anschließenden kulturellen und kulinarischen Abendevent gab es die Möglichkeit zum Networking und zur Intensivierung der Kontakte in der österreichischen Science Community.

 

Bei der Veranstaltung in San Diego waren neben Dr. Arno Rettenbacher vier weitere Innsbrucker AbsolventenInnen bzw. ehemalige MitarbeiterInnen der LFU und der Medizinischen Universität vertreten: Dr. Clemens Feistritzer (ehemals Medizinische Fakultät), Mag. Nikolaus Gantner (ehemals Institut für Zoologie und Limnologie), Dr. Ruppert Holzinger (ehemals Institut für Ionenphysik) und Dr. Peter Nagele (ehemals Medizinische Fakultät). „Ich selbst kann nur positives berichten: Ich konnte etliche Kontakte zu anderen ForscherInnen aus Österreich herstellen, die in ganz USA verstreut sind. Weiters erschien mir der Aufbau von Kontakten zu VertreterInnen der heimischen Industrie und des bmvit’s als sehr wichtig“, betont Rettenbacher die Bedeutung dieser Inititative.

 

Zwischen Grundlagenforschung und Industrie

Die Austrian Science Talks standen heuer unter dem Motto “Innovation through Cooperation”. Der globale Standortwettbewerb, im industriellen und vermehrt im wissenschaftlich-technologischen Bereich, stellt Volkswirtschaften vor neue Herausforderungen. Hohe Mobilität bei ForscherInnen wie bei Unternehmen kann Regionen und Nationen zu Gewinnern oder Verlierern unseres globalisierten Systems machen. Österreichs neugewonnene Lage in Zentraleuropa eröffnet dem „Center Europe“-Gedanken neue Möglichkeiten einer aktiven Standortpolitik.

Die Rahmenbedingungen dieses Wettbewerbs werden durch Eckpunkte wie Exzellenz, Kooperationsbereitschaft und Flexibilität definiert. Es gilt neue Chancen zu nutzen und transnationale Kooperationen für internationale Forschungsprojekte zwischen Industrie, Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen zu unterstützen.

Daher hat das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie gemeinsam mit den Austrian Research Centers den diesjährigen Austrian Science Talk im Rahmen von brainpower austria unter das Motto „Modelle der Zusammenarbeit zwischen Grundlagenforschung und Industrie - Vergleich USA und Europa“ gestellt.

Neue Initiative geplant

Für Mitte Oktober 2005 ist der Start einer neuen Online Plattform geplant, bei der Video-Konferenzen mit anderen TeilnehmerInnen des Netzwerkes, unter Einbindung von Windows Applikationen ermöglicht werden. Dr. Rettenbacher übernimmt hier die Funktion eines Moderators.