Sommerschule zum Nicht-formalen Lernen

Die Leiterin des Instituts für Erziehungswissenschaften an der LFU, Univ.-Prof. Dr. Lynne Chisholm, organisierte in Zusammenarbeit mit der Estnischen Nationalagentur Archimedes und einem erfahrenen Trainer auf europäischer Ebene eine Sommerschule zum Nicht-formalen Lernen in Tallinn (SUMS).
Summer School NFL
Bild: Summer School NFL

Vom 27. Juli biszum  03. August 2005 lernten 30 TeilnehmerInnen, darunter Repräsentanten tragender Einrichtungen der estnischen Jugendarbeit, EntscheidungsträgerInnen, aber auch ehrenamtliche JugendarbeiterInnen, nicht-formales Lernen (NFL) in der Jugendarbeit einzusetzen. Die Sommerschule war als Beispiel für NFL konzipiert, und wurde multilinguistisch geführt – unter anderem weil die Russischsprachige Minderheit in Estland ein Drittel der TeilnehmerInnen stellte. Andrea Nagy, Diplomandin am Institut für Erziehungswissenschaften, beteiligte sich in Form eines Praktikums.

 

NFL wird seit den 90er Jahren auf europäischer Ebene in der Jugendarbeit praktiziert, und ist über den Term „lebensumfassendes Lernen“ mit dem Konzept des Lebenslangen Lernens verbunden. Es wurde als Gegenpol und Ergänzung zur Schulbildung definiert, und wird laufend durch die Praxis weiterentwickelt und geformt. NFL bezeichnet keine bestimmte Lehr- und Lernmethode, sondern eher eine optimale Abstimmung verschiedener Methoden auf die Bedürfnisse der Zielgruppe und den Kontext, in dem das Lernen stattfindet. NFL zeichnet sich somit durch hohe Flexibilität bezüglich verschiedener Bedürfnisse und Umstände aus, und versteht sich als gemeinschaftsförderndes demokratisches Instrument zur Wissensproduktion und Kompetenzvermehrung. Da NFL stets beim Erfahrungswissen der Lernenden ansetzt und jenes sichtbar macht, ist jede Veranstaltung eine einzigartige - hinsichtlich der Wissensproduktion.

Dennoch wird die Gemeinschaft aller Praktiker und Interessierten des NFLs durch die Dokumentation dieser Veranstaltungen informiert . Bei der SUMS in Tallinn wurde insofern Pionierarbeit geleistet, als dass die gesamte Struktur der estnischen Jugendarbeit explizit (gemacht), und durch geplante, weiterführende Aktivitäten der TeilnehmerInnen ergänzt wurde. Jene haben sich bereits während der gemeinsamen Woche vernetzt um in Zukunft die bereits angedachten Projekte umzusetzen.

 

Am Institut für Erziehungswissenschaften setzen sich derzeit einige Diplomarbeiten mit dem Thema NFL auseinander.