Uni Innsbruck leitet neue Hilfsaktionen für New Orleans ein

„Wir sind in Gedanken bei den Menschen in New Orleans und wir werden unsere Studierenden menschlich sowie organisatorisch unterstützen“, erklärt Rektor Manfried Gantner. Mit Oberrätin Elke Kitzelmann entsendet das Rektorat eine zentrale Ansprechpartnerin vor Ort für die 40 Innsbrucker Studierenden in die vom Hurrikan „Katrina“ betroffene Krisenregion.
LFUI
Bild: Leopold-Franzens-Universität Innsbruck

Mit 1.000 Euro pro Person werden die Studierenden finanziell unterstützt. Die Stadt Innsbruck wird sich mit 15.000 Euro an dieser Hilfsaktion beteiligen.

 

Seit der Evakuierung werden die Studierenden durch die Leopold-Franzens-Universität Innsbruck (LFU) betreut: „Mit einem Großteil der Studierenden haben wir E-Mail-Kontakt. Viele haben wir auch schon telefonisch erreicht. Alle Studierenden, mit denen wir bereits gesprochen haben, sind wohlauf“, erzählt Dr. Mathias Schennach, Leiter des Büros für Internationale Beziehungen: „Die Studierenden sind alle rechtzeitig in Sicherheit gebracht worden und halten sich derzeit in den Bundesstaaten Texas, Tennessee und Louisiana bei Gastfamilien oder in Studentenheimen auf.“ Die Studierenden haben alle bereits über E-Mail ein Informationsschreiben des Rektors über die weitere Vorgehensweise erhalten. Die Studierenden haben darauf sehr positiv reagiert: „Wir informieren unsere Studierenden laufend und stehen ihnen für Fragen zur Verfügung. Das Ausmaß dieser Katastrophe ist einmalig und wir leiden mit unseren Kolleginnen und Kollegen in der betroffenen Region mit“, so Schennach.

 

Insgesamt studierten an der University of New Orleans (UNO) 46 österreichische Studierende. Davon sind nach derzeitigem Stand zumindest 40 an der LFU Innsbruck inskribiert. 18 Studierende kommen jedenfalls aus Tirol, 2 aus der Bundesrepublik Deutschland, 5 aus Italien und eine Person aus der Türkei. Die Mehrheit studiert Internationale Wirtschaftswissenschaften (IWW) in Innsbruck. Das IWW-Studium sieht verpflichtend ein Studienjahr im Ausland vor. Es ist daher bei den Studierenden sehr beliebt und in Österreich einmalig. Daher wurde Oberrätin Elke Kitzelmann, die Koordinatorin für das IWW-Studium, als Ansprechpartnerin in die Krisenregion entsandt. Sie ist bestens mit den Gegebenheiten in den südlichen US-Bundesstaaten vertraut. Kitzelmann wird heute in Houston (Texas) ihre Arbeit aufnehmen und die Studierenden vor Ort betreuen.

 

„Mit jeweils 1.000 Euro wollen wir unsere Studierenden auch finanziell unterstützen“, so Rektor Manfried Gantner. Die Gelder werden vom Büro für Internationale Beziehungen verwaltet und den Studierenden durch Frau Elke Kitzelmann zur freien Verfügung gestellt: „Es gibt Studierende, die in die Heimat zurückkehren, in den USA bleiben und studieren wollen, aber auch Studierende, die bei den Aufräumarbeiten mithelfen wollen. Wie sich die einzelnen Studierenden auch entscheiden, wir werden sie dabei unterstützen“, versichert Dr. Schennach. Er gibt allerdings zu bedenken, dass es sehr schwer werden wird, für die Innsbrucker Studierenden einen Studienplatz zu finden: „17.000 Studierende aus New Orleans haben keine Universität mehr und sind selber auf der Suche nach einer Universität, an der sie ihr Studium fortsetzen können.“

 

Mit 15.000 Euro beteiligt sich die Stadt Innsbruck an den Hilfsaktionen der LFU Innsbruck. Bürgermeisterin Hilde Zach dazu „Die Innsbruckerinnen und Innsbrucker, erst vor wenigen Tagen selbst nur knapp von einer Überschwemmung verschont – während große Teile Tirols vom Unwetter schwerstens getroffen wurden – fühlen sich den Menschen in New Orleans verbunden. Die Stadt Innsbruck wird gemeinsam mit der Universität gezielt Sofortmaßnahmen setzen und entsprechende Hilfestellungen anbieten!“

 

„Die Leopold-Franzens-Universität Innsbruck fühlt sich ihrer Partneruniversität in New Orleans sehr verbunden und unterhält seit 30 Jahren sehr gute persönliche Kontakte. Wir wollen unseren Kolleginnen und Kollegen in New Orleans daher in dieser schwierigen Zeit beistehen“, so Gantner, der als Tsunami-Opfer im Vorjahr selbst von einer Naturkatastrophe betroffen war. Daher prüft die LFU Innsbruck derzeit die Möglichkeiten der Einrichtung einer Winter School für Studierende aus New Orleans und die Übernahme eines Teiles des Lehrbetriebs der US-Partneruniversität.

 

Kürzlich feierte die Internationale Summer School der UNO ihr 30jähriges Bestehen. Die UNO und die LFU Innsbruck erhielten für dieses Gemeinschaftsprojekt den „Euro Atlantic Culture Award for International Education“ der Europäischen Kulturstiftung. Die sechswöchige Summer School der UNO, an der heuer insgesamt 300 Studierende in 60 Kursen teilnahmen, ist das größte im Ausland organisierte US-Sommer-Programm. Über 7.000 Studierende und Vortragende haben seit 1975 an diesem Programm teilgenommen.