Ausgezeichnete Geschlechterforschung

Am 23. November wurde bereits zum neunten Mal der Preis für frauen/geschlechtsspezifische Forschung an der Universität Innsbruck vergeben. Die Auszeichnung, mit der Abschlussarbeiten gewürdigt werden, die sich zentral mit der Frauen/Geschlechterforschung beschäftigen, ging in diesem Jahr an Andrea Moser und Barbara Maldoner-Jäger.
v.l. Rektor Töchterle, Barbara Maldoner-Jäger, Andrea Moser und Elisabeth Grabner-Niel
Bild: v.l. Rektor Töchterle, Barbara Maldoner-Jäger, Andrea Moser und Elisabeth Grabner-Niel

Heuer wurden 18 Arbeiten, davon 16 Diplomarbeiten und 2 Dissertationen,  aus den Bereichen Bildungswissenschaften, Politikwissenschaft, Philologien, Psychologie sowie Betriebswirtschaftslehre eingereicht. Da die Qualität der eingereichten Arbeiten sehr hoch war, entschied sich die Jury, den Preis auf zwei Diplomarbeiten aufzuteilen: Andrea Moser und Barbara Maldoner-Jäger erhalten für ihre ausgezeichneten Arbeiten ein Preisgeld von je 1500 Euro. 

Die Würdigung der ausgezeichneten Diplomarbeiten  übernahmen Prof. Erna Appelt, Professorin am Institut für Politikwissenschaft und Leiterin der Forschungsplattform Geschlechterforschung, und Prof. Kornelia Hauser, Professorin am Institut für Erziehungswissenschaften.

Rektor Karlheinz Töchterle, der im Anschluss an die Laudationes die Preisverleihung vornahm, zeigte sich beeindruckt von der Qualität der ausgezeichneten Arbeiten: „Ich gratuliere Ihnen sehr herzlich zu dieser Auszeichnung und bin froh, dass solche Arbeiten an unserer Universität entstehen“, so Töchterle. 

 

Die ausgezeichneten Arbeiten

In ihrer Diplomarbeit am Institut für Erziehungswissenschaften „Kampfzone Geschlechterwissen. Kritische Analyse populärwissenschaftlicher Konzepte von Männlichkeit und Weiblichkeit.“ behandelt Andrea Moser  ein hochaktuelles Thema. Populärwissenschaftliche Bücher über die Geschlechterdifferenz zählen zu den Bestsellern. Sie berufen sich scheinbar auf wissenschaftliches Wissen, vereindeutigen und vereinheitlichen jedoch wissenschaftliche Erkenntnisse und lösen sie aus dem Diskurszusammenhang; sie suggerieren Eindeutigkeit und Sicherheit über die Kenntnis von Männlichkeit und Weiblichkeit. Dies arbeitet die Preisträgerin in einer qualitativen Inhaltsanalyse dreier einschlägiger Sachbücher in ausgezeichneter Weise heraus.

Mag.a Andrea Moser wurde In Lienz geboren. Sie absolvierte in Innsbruck die Ausbildung zur Sonderschullehrerin und arbeitete anschließend in diesem Bereich. Von 2004 – 2009 absolvierte sie das Studium Erziehungswissenschaften an der Universität Innsbruck. 2009 wurde Andrea Moser mit dem Johanna-Dohnal Förderpreis ausgezeichnet.

 

Mag.a Barbara Maldoner-Jäger greift in ihrer Diplomarbeit am Institut für Erziehungswissenschaften „Baustelle betreten erbeten! Feministisch queere Raumkonstruktionen am Beispiel von Ladyfest Wien“ Forschungsansätze über gesellschaftliche Machtverhältnisse in räumlichen Strukturen auf, die den Raum als gesellschaftsstrukturierendes Element auffassen, das platzanweisend auf Individuen einwirkt. Die Preisträgerin bearbeitet die feministische Theoriebildung zur Raumdiskussion mit einer Analyse alternativer Raumkonzepte am konkreten Beispiel der Ladyfeste (mehrtägige Kunst-Veranstaltungen, meist organisiert von Frauen und Transgendern, mit der Zielsetzung, einer Unterrepräsentation von Frauen und Mädchen innerhalb der Musik- und Kunstszene entgegenzutreten).

Barbara Maldoner-Jäger stammt aus dem Außerfern. Sie begann erst ein Psychologie-Studium an der Universität Innsbruck, wechselte aber dann zur Pädagogik.  Im zweiten Studienabschnitt legte sie ihren Studienschwerpunkt auf „Kritische Geschlechter- und Sozialforschung“ fest; in diesem Rahmen hat sie auch ihre Diplomarbeit verfasst. Maldoner-Jäger engagierte sich als Studienrichtungsvertreterin, sowie in verschiedenen Frauengruppe und Frauenprojekten. Derzeit ist Barbara Maldoner-Jäger in einem sozialökonomischen Betrieb in Innsbruck tätig.

 

Der Preis für Frauen/ Geschlechtsspezifische Forschung

Der Preis für frauen/geschlechtsspezifische Forschung an der Universität Innsbruck wurde 2001 vom damaligen Vizerektor Prof. Peter Loidl initiiert, um die feministische und geschlechterspezifische Forschung vor Ort aufzuwerten und sichtbar zu machen. Die Preishöhe von ursprünglich 2.000 Euro wurde im Jahr 2007 auf 3.000 Euro erhöht und im Globalbudget der Universität Innsbruck verankert.

(sr)

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