Vordenker der Quantenphysik ausgezeichnet

Für seine außergewöhnlichen Forschungsleistungen wurde der Quantenphysiker Peter Zoller vom Institut für Theoretische Physik am Dienstagabend mit dem erstmals verliehenen Wissenschaftspreis der Stiftung Südtiroler Sparkasse ausgezeichnet. Weitere vier Forscherinnen und Forscher erhielten bei der Verleihung im Rahmen des universitären Dialogs mit Südtirol Forschungspreise zuerkannt.
Vizerektor Prof. Tilmann Märk, Dr. Gerhard Brandstätter, Präsident der Stiftung Südtiroler Sparkasse, Preisträger Prof. Peter Zoller, Laudator Prof. Ignacio Cirac und Rektor Prof. Karlheinz Töchterle (v.l.)
Bild: Vizerektor Prof. Tilmann Märk, Dr. Gerhard Brandstätter, Präsident der Stiftung Südtiroler Sparkasse, Preisträger Prof. Peter Zoller, Laudator Prof. Ignacio Cirac und Rektor Prof. Karlheinz Töchterle (v.l.)

Prof. Peter Zoller gilt als Vordenker der Quantenphysik, der wegweisende Beiträge zur Quantenoptik geleistet hat und dem besonders der Brückenschlag zur Quanteninformation und Festkörperphysik gelungen ist. Seine Forschungen finden auch international große Anerkennung. So wird Zoller in Kürze gemeinsam mit Ignacio Cirac mit einem der höchstdotierten Wissenschaftspreise der Welt, dem Frontiers of Knowledge Award der spanischen BBVA Stiftung ausgezeichnet. Cirac, ehemals Professor an der Universität Innsbruck und langjähriger Weggefährte von Zoller, hielt am Dienstagabend im ICT-Gebäude dann auch die Laudatio auf den Preisträger. Gemeinsam mit dem nunmehrigen Direktor am Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching bei München hat Peter Zoller einige bahnbrechende Konzepte für die Quanteninformation entwickelt, etwa das Modell eines Quantencomputers basierend auf der Wechselwirkung von Lasern mit kalten, in einer elektromagnetischen Falle gespeicherten Ionen. Diese Idee wurde inzwischen in ihren Grundzügen experimentell umgesetzt und zählt zu den erfolgversprechendsten Konzepten auf dem Weg zu einem skalierbaren Quantencomputer.

 

Forschungspreis der Stiftung Südtiroler Sparkasse

Die erstmalige Verleihung dieser von Vizerektor Tilmann Märk initiierten und mit 10.000 Euro dotierten Auszeichnung fand im Rahmen des Dialogs mit Südtirol statt, einer Veranstaltung, die die Verbindung der Universität Innsbruck mit dem Land Südtirol weiter stärken soll. Im Beisein zahlreicher hochrangiger Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft aus Nord- und Südtirol überreichte Dr. Gerhard Brandstätter, Präsident der Stiftung Südtiroler Sparkasse, den höchstdotierten an der Universität Innsbruck vergebenen Preis an den Physiker Peter Zoller. Dieser bedankte sich bei der Universität für die vielfältige Unterstützung und betonte, dass er diesen Preis auch für all jene entgegennehme, mit denen er in der Vergangenheit zusammenarbeiten durfte. Weitere Forschungspreise im Wert von jeweils 2.500 Euro gingen an Paul Scheier vom Institut für Ionenphysik und Angewandte Physik, Matthias Sutter vom Institut für Finanzwissenschaft, Maria Pümpel-Mader vom Institut für Germanistik und Margarethe Flora vom Institut für Strafrecht, Strafprozessrecht und Kriminologie.

 

Dialog mit Südtirol

Unter dem Motto „Arbeitsmarkt und Forschung“ hatte die Universität Innsbruck am Dienstag im Rahmen der Reihe „Universität im Dialog“ und im Beisein von Landesrat Dr. Bernhard Tilg und der Südtiroler Landesrätin Dr. Sabina Kasslatter Mur zum Austausch zwischen Forschern, Unternehmern und Studierenden geladen. Rektor Karlheinz Töchterle betonte dabei, dass sich die Universität Innsbruck nach wie vor als Landesuniversität Südtirols fühle. Die Südtiroler Landesrätin Kasslatter Mur bestätigte die Sonderstellung der Universität Innsbruck als ersten Bezugspunkt Südtirols für Bildung und Forschung im deutschsprachigen Raum. Auch Landesrat Tilg bekräftige den Stolz des Landes auf die Universität: „Das Land Tirol ist sich bewusst, wie wichtig Bildung und Innovation für die wirtschaftliche, aber auch die gesellschaftliche Entwicklung des Landes ist.“

(cf)