Wissenschaftspreise der Wirtschaftkammer vergeben

Dagmar Abfalter, Sabrina Dorn und Philipp W. Sulzer von der Universität Innsbruck sowie Barbara Gruber von der FH Kufstein und Manuela Wiesinger vom MCI erhielten heuer den Wissenschaftspreis der Wirtschaftskammer Tirol. Die Auszeichnung ist mit 1000 Euro dotiert und geht an innovative Diplomarbeiten und Dissertationen, die mit „Sehr Gut“ beurteilt wurden.
v.l.: WK-Präsident Bodenseer, Rektor Töchterle, Dagmar Abfalter, Sabrina Dorn, Philipp W. Sulzer, Barbara Gruber, Manueala Wiesinger, Rektor Hans Moser, Prof. Siller.
Bild: v.l.: WK-Präsident Bodenseer, Rektor Töchterle, Dagmar Abfalter, Sabrina Dorn, Philipp W. Sulzer, Barbara Gruber, Manueala Wiesinger, Rektor Hans Moser, Prof. Siller.

Der Wissenschaftspreis der Wirtschaftskammer Tirol prämiert Diplomarbeiten und Dissertationen, die einen hohen Innovationsgrad aufweisen und für kleinere und mittlere Unternehmen der Tiroler Wirtschaft von direkter Bedeutung sind. Er wurde heuer zum elften Mal vergeben und richtet sich an AbsolventInnen der Fakultät für Betriebswirtschaft, der Fakultät für Volkswirtschaft und Statistik und der Fakultät für Mathematik, Informatik und Physik der Universität Innsbruck, des MCI und der Fachhochschule Kufstein. "Der Grundgedanke des Wissenschaftspreises ist, dass wir die heutige Position der Tiroler Wirtschaft weitgehend den Investitionen der Vergangenheit verdanken. Erforderlich sind neue Investitionen in Spitzentechnologien. Altes Wissen muss durch neues Wissen ersetzt werden", sagte Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Bodenseer bei der Preisvergabe am 16.12. im Festsaal der Tiroler Wirtschaftskammer. Rektor Karlheinz Töchterle dankte der Wirtschaftskammer Tirol für ihr Engagement und betonte die Bedeutung der Volluniversität, deren Breite und Fülle es stets zu verteidigen und auszubauen gelte. „Dafür brauchen wir starke Mitstreiter wie die Wirtschaftskammer Tirol“, so Töchterle.

 

Ausgezeichnete Arbeiten

Erfolg hat große motivatorische Kraft – aber wie lässt er sich messen? Mit dieser Frage beschäftigt sich Dr. Dagmar Abfalter von der Fakultät für Betriebswirtschaft in ihrer mit dem Wissenschaftspreis ausgezeichneten Doktorarbeit.  Sie geht dabei von der Annahme aus, dass  klassische finanzielle Kenngrößen wie z.B. Umsatz oder Gewinn für die Definition von Erfolg – insbesondere im Kulturbetrieb und im Bereich der kreativen Produktion – nicht ausreichen. Sie analysiert die Erfolgswahrnehmung von MitarbeiterInnen im Kulturbetrieb Theater und entwickelt darauf basierend ein multifaktorielles Modell, das auch nicht-ökonomische Größen wie Anerkennung und Resonanz in der Bevölkerung berücksichtigt.

 

Steuerreform als Anreiz für Investoren?

MMag. Sabrina Dorn von der Fakultät für Volkswirtschaft und Statistik erhielt den Wissenschaftspreis für ihre Dilpomarbeit, in der sie Frage nachgeht, welche Steuerreformschritte sich günstig auf die Attraktivität eines Landes als Investitions- und Produktionsstandort auswirken. Um Änderungen im Steuersystem zu analysieren, entwickelt sie ein anspruchsvolles theoretisches Investitionsmodell, das sie auf die Ausweitung der grenzüberschreitenden Verlustverwertung für multinationale Unternhemen anwendet. Diese wurde im Zuge der Österreichischen Steuerreform 2005 gesetzlich verankert – angeblich  um die Attraktivität des Investitionsstandortes zu steigern. Laut Dorns Erkenntnissen ist allerdings das Gegenteil der Fall: Die Regelung kann eine systematische Verschlechterung der Standortattraktivität bewirken.

 

Sprengstoffe detektieren

Dr. Philipp Werner Sulzer von der Fakultät für Mathematik, Informatik und Physik untersucht in seiner ausgezeichneten Dissertation die dissoziative Elektronenanlagerung an Sprengstoffe bzw. sprengstoffähnliche Moleküle und Biomoleküle. Dabei wird ein langsames Elektron an ein neutrales Molekül angenähert, was bei ganz spezifischen Energien zu einem Aufbrechen des Moleküls und zur Entstehung eines neutralen und eines negativen Fragments führt. Die Energien, bei denen diese negativ geladenen Fragmente auftreten, sind charakteristisch für die jeweilige Substanz, wie Sulzer herausfinden konnte. Die Methode eigent sich daher zur Identifikation jedes Moleküls und kann zur Sprengstoffdetektion eingesetzt werden. Im Fall von Biomolekülen stell sie eine Basis zur Weiterentwicklung der Krebstherapie dar.

(ef)