Ausgezeichnete Frauenforschung

Am 11. November fand die bereits achte Verleihung des Preises für frauenspezifische Forschung an der Universität Innsbruck statt. Mag.a Barbara Mayr wurde für ihre am Institut für Romanistik verfasste Diplomarbeit ausgezeichnet.
v.l. Rektor Töchterle,  Barbara Mair und Elisabeth Grabner-Niel vom Büro für Gleichstellung und Gender Studies
Bild: v.l. Rektor Töchterle, Barbara Mair und Elisabeth Grabner-Niel vom Büro für Gleichstellung und Gender Studies

Rektor Karlheinz Töchterle nahm die Preisverleihung vor und betonte dabei, dass sich die Universität der Bedeutung der Frauenforschung bewusst sei. Die Universitätsleitung versuche stets, den Bedürfnissen und Ansprüchen in Bezug auf die Geschlechtergerechtigkeit Rechnung zu tragen, so Töchterle. Er sei sich der noch bestehenden Fallgruben aber durchaus bewusst, weshalb er abschließend an die Anwesenden appellierte, die Universitätsleitung bei der Überwindung dieser zu unterstützen.

 

Die Würdigung der ausgezeichneten Diplomarbeit übernahm Dr.in Gerhild Fuchs vom Institut für Romanistik. Sie bestätigte die Exzellenz und wissenschaftliche Aktualität der Arbeit, bei der sie selbst als Betreuerin viel gelernt habe.

 

Die Arbeit von Barbara Mayr wurde aus  insgesamt 11 Abschlussarbeiten (9 Diplomarbeiten und 2 Dissertationen) aus den Fachgebieten Politikwissenschaft, Geschichte, Amerikanistik, Romanistik, Betriebswirtschaft, Psychologie, Wirtschaftswissenschaften sowie Theologie ausgewählt.

 

Die preiswürdige Diplomarbeit

„Funambulismo tra ammirazione e pericolo nelle figure femminili di Dacia Maraini“ („Gratwanderung zwischen Bewunderung und Gefahr bei den weiblichen Figuren Dacia Marainis“)

 

Die zeitgenössische italienische Autorin Dacia Maraini (geb. 1936 bei Florenz), die sich in den 1970er Jahren der Frauenbewegung Italiens anschloss, behandelt in ihren Theaterstücken aktuelle frauenspezifische Themen wie z.B. die Legitimation weiblicher Künstlerschaft im männlich dominierten Kunstbereich, das tradierte Mutterbild und überkommende familiäre Rollenbilder oder auch das gesellschaftlich tabuisierte Thema der Prostitution.

 

Frau Mag.a Mayr analysierte in ihrer Diplomarbeit die sehr komplexen Formen weiblichen Rollenverhaltens und deren teilweisen Überwindung. Frau Mayr stützte sich dabei einerseits auf ein feministisches und geschlechtertheroretisches Instrumentarium und theaterwissenschaftliche Ansätze andererseits. Sie interpretierte drei ausgewählte Theaterstücke und zeigte anhand exemplarisch ausgewählter Frauenfiguren unterschiedliche Prozesse weiblicher Selbstsuche.

 

Die Verfasserin

Mag.a Barbara Mayr absolvierte ihre Schulbildung in Innsbruck und begann 2001 mit dem Diplomstudium Italienisch an der Universität Innsbruck. Das Studienjahr 2002/03 verbrachte sie an die Università Degli Studi di Milano. Im März 2008 reichte sie ihre Diplomarbeit an der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Innsbruck ein und schloss im Juni ihr Studium ab.

 

Der Preis für Frauenspezifische Forschung

Der Preis für frauenspezifische Forschung an der Universität Innsbruck wurde 2001 vom damaligen Vizerektor Prof. Peter Loidl initiiert, um die feministische und geschlechterspezifische Forschung vor Ort aufzuwerten und sichtbar zu machen. Die Preishöhe von ursprünglich 2.000 Euro wurde im Jahr 2007 auf 3.000 Euro erhöht und im Globalbudget der Universität Innsbruck verankert.

(sr)