Erziehungswissenschafter Schönwiese für sein wissenschaftliches Schaffen gewürdigt

Der Wissenschaftspreis des Berliner Instituts Mensch, Ethik und Wissenschaft geht an ao. Univ.-Prof. Dr. Volker Schönwiese von der Universität Innsbruck. Die renommierte Auszeichnung erhielt der Erziehungswissenschafter für seine Arbeiten auf dem Gebiet der Disability Studies.
MdB a.D. Robert Antretter als Vorsitzender des IMEW-Kuratoriums überreicht A.Univ.-Prof. Dr. Volker Schönwiese den IMEW-Wissenschaftspreis
Bild: MdB a.D. Robert Antretter als Vorsitzender des IMEW-Kuratoriums überreicht A.Univ.-Prof. Dr. Volker Schönwiese den IMEW-Wissenschaftspreis. [Foto: IMEW]

Am 10. Oktober 2008 erhielt ao. Univ.-Prof. Dr. Volker Schönwiese vom Institut für Erziehungswissenschaften der Universität Innsbruck den vom Institut Mensch, Ethik und Wissenschaft (IMEW) in Berlin ausgeschriebenen Wissenschaftspreis. Dieser wird für herausragende wissenschaftliche Arbeiten, die die gesellschaftlichen und kulturellen Voraussetzungen und Folgen der medizinischen Forschung und Praxis behandeln und damit einen Beitrag zur Gleichberechtigung und Anerkennung von chronisch kranken und behinderten Menschen leisten, vergeben. Der Innsbrucker Erziehungswissenschafter erhielt diese Auszeichnung für all seine Arbeiten und Publikationen im Bereich der Disability Studies.

Bildnis eines behinderten Mannes

Diese Arbeiten seien, so der Laudator Dr. Christian Mürner vom wissenschaftlichen Beirat des Instituts, „bestimmt durch die Integration der Interessen der Betroffenen als Spiegelung der distanzierten Beobachterposition.“ Seit Jahren analysiert Volker Schönwiese Fragen der Erfahrungen behinderter Menschen im Rahmen von Wissenschaft und Ethik, den Fachdiskurs im deutschen Sprachraum hat er wesentlich beeinflusst. Besondere Erwähnung fand nicht nur die von Schönwiese vor elf Jahren initiierte digitale Volltextbibliothek bidok sondern vor allem auch das von ihm geleitete Forschungsprojekt „Das Bildnis eines behinderten Mannes“. Ausgangspunkt dafür war das wissenschaftlich bisher nicht beachtete Bild eines behinderten Mannes aus der Kunst- und Wunderkammer von Schloss Ambras bei Innsbruck. Auf der Grundlage eines inter- und transdisziplinär ausgerichteten Forschungsdesigns erarbeitete ein Projektteam innovative Interpretationen und Deutungen zur bildlichen Darstellung behinderter Menschen in der Geschichte und heute. Schönwiese betonte in seiner Dankesrede einerseits, dass behinderte Menschen auch im wissenschaftlichen Diskurs zu sehr in einer historisch geprägten Opferrolle gesehen werden, und wies andererseits darauf hin, dass die Widersprüche zwischen Eigen- und Fremddefinition von Behinderung noch zu wenig beachtet sind.

(ef)