Zwei Innsbrucker Projekte mit dem Muehlheim Water Award ausgezeichnet

Den Innsbrucker Umwelttechnikern Dr. Stefan Achleitner und Dr. Bernhard Wett konnte beim Internationalen Muelheim Water Award niemand das Wasser reichen. Die beiden ehemaligen Mitarbeiter des Instituts für Infrastruktur überzeugten die internationale Jury mit ihren innovativen Projekten zur Wasserentsorgung und erhielten dafür ein Preisgeld von jeweils 10.000 Euro.
v.l.: Dagmar Mühlenfeld (Oberbürgermeisterin von Mühlheim), Bernhard Wett, Stefan Achleitner,  Vertreter der RWE
Bild: v.l.: Dagmar Mühlenfeld (Oberbürgermeisterin von Mühlheim), Bernhard Wett, Stefan Achleitner, Vertreter der RWE

Der Internationale Mülheimer Wasserpreis (Muelheim Water Award) wird im Zweijahresrhythmus für Forschungsleistungen mit ausgeprägtem Praxis- und Anwendungsbezug vergeben und unterstützt neuartige Lösungen in der Wasser- und Abwasserwirtschaft. Das Preisgeld teilten sich heuer zwei ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiter aus dem Arbeitsbereich Umwelttechnik des Institutes für Infrastruktur. Beide prämierten Arbeiten entstanden im Rahmen von universitären Forschungsvorhaben. „Dass gleich zwei Projekte unseres Instituts einen so anspruchsvollen Preis wie den Muelheim Water Award gewinnen, zeugt vom internationalen Niveau unserer Forschung“, freut sich der Leiter des Instituts für Infrastruktur, Univ.-Prof. Wolfgang Rauch.

 

Vielseitiges Planungsinstrument für urbane Entwässerungssysteme und Gewässer

Dr. Stefan Achleitner (geboren 1975) erhielt den Muelheim Water Award für die Entwicklung der Open-Source Software CITY DRAIN. Diese ermöglicht eine Simulation von Abfluss und Schadstoffen in urbanen Entwässerungssystemen und deren Auswirkungen in natürlichen Gewässern. Mithilfe von CITY DRAIN können so künftige Umbauten oder auch Bewirtschaftungsstrategien bereits in der Planungsphase erfasst und getestet werden. „CITY DRAIN ist ein Planungstool, mit dem eine optimale Wirkungsweise und zugleich eine Minimierung der Schadstoffbelastungen erzielt werden kann“, erläutert Achleitner die Anwendungsmöglichkeiten der von ihm entwickelten Software, die auf nationaler und internationaler Ebene u.a. in der Millionenmetropole Bogota, bereits zum Einsatz kam. Dank des open source Ansatz kommt es durch verschiedene Anwender laufend zu Weiterentwicklungen. So wird derzeit - gemeinsam mit dem Imperial College in London – eine Erweiterung für Sedimenttransport realisiert. CITY DRAIN könnte künftig aber auch für Prognoserechnungen bei Starkregenereignissen verwendet werden, eine entsprechende Erweiterung des Programms ist bereits angedacht.

Die Software (Freeware) samt Benutzerhandbuch kann unter folgender URL bezogen werden: www.uibk.ac.at/umwelttechnik/downloads/citydrain.html.

 

Hocheffizientes Verfahren zur Stickstoffentfernung

Ebenfalls mit dem Mühlheimer Wasserpreis ausgezeichnet wurde das von Doz. Bernhard Wett (geboren 1965) entwickelte DEMON®-Verfahren. DEMON ist eine Kurzform von Deammonifikation und bezeichnet eine außerordentlich Ressourcen sparende Methode zur Stickstoffentfernung aus Ammonium haltigen Abwässern. DEMON verkürzt wesentlich den Reaktionsweg bei der Stickstoffentfernung durch eine gesteuerte Anreicherung von sogenannten Anammox-Organismen. „Der Reinigungsprozess benötigt etwa 60% weniger Belüftungsenergie als der konventionelle Reaktionsweg“, beschreibt Wett den großen Vorteil des DEMON-Verfahrens, das für die Universität Innsbruck zum Patent angemeldet wurde. Der erfolgreiche Einsatz in der Kläranlage Strass im Zillertal zeigte, dass beim gesamten Kläranlagenbetrieb sogar ein Energieüberschuss von 108 Prozent entsteht, der in das öffentliche Elektrizitätsnetz eingespeist werden konnte. Weitere Anlagenerrichtungen in der CH, D, NL und Demonstrationsprojekte in den USA bestätigen den Erfolg des Projektes.

(ef)

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