Sosnovsky-Preis 2008: Neue Methode für die Wirkstoff-Forschung

Der Chemiker Dr. Christoph R. Kreutz erhielt am 2. Juni für seine Dissertation den mit 2000 Euro dotierten Georg und Christine Sosnovsky-Preis. Seine Arbeit beschäftigt sich mit möglichen Wechselwirkungen zwischen der RNA und kleinen chemischen Verbindungen und eröffnet neue Wege in der Wirkstoff-Forschung.
v.l.: Prof. Micura, Vizerektor Prof. Märk, Dr. Kreutz und Prof. Schantl
Bild: v.l.: Prof. Micura, Vizerektor Prof. Märk, Dr. Kreutz und Prof. Schantl

Der Sosnovsky-Preis hat an der Fakultät für Chemie und Pharmazie bereits Tradition und wurde gestern im Großen Hörsaal der Fakultät zum neunten Mal verliehen. Prof. Joachim Schantl führte im Namen des Preis-Kuratoriums durch den Festakt und gab einen kurzen Überblick über die Geschichte der Auszeichnung und den beruflichen Werdegang der Stifter Georg und Christine Sosnovsky. „Andere Fakultäten beneiden Sie um diese Möglichkeit der Forschungsförderung“, so Vizerektor Tilmann Märk, der den Preis an Dr. Christoph R. Kreutz überreichte, über die Bedeutung des Anlasses.  Prof. Ronald Micura, der Doktorvater des Geehrten, stellte diesen sowie die ausgezeichnete Arbeit vor. 

 

Wechselwirkungen lokalisieren

Die RNA ist erst in den letzten Jahren als potentieller Kandidat für die Wirkstoff-Forschung erkannt worden. Damit wurde auch die Frage, welche Wechselwirkungen zwischen RNA und niedermolekularen chemischen Substanzen bestehen, zum zentralen Forschungsgegenstand. Dr. Christoph Kreutz hat im Rahmen seiner mit dem Sosnovsky-Preis ausgezeichneten Dissertation eine neue kernresonanzspektroskopische Methode entwickelt, die die exakte Bestimmung des Orts dieser Wechselwirkungen ermöglicht. Seine Methode beruht auf einer Modifizierung der RNA mit Fluor und ist in Hinblick auf die Entdeckung neuer Antibiotikaklassen und der Erforschung ihrer molekularen Wirkungsweise im Organismus von Bedeutung.

 

Der Preisträger Dr. Christoph R. Kreutz, geboren am 4. Juli 1978 in Innsbruck, studierte an der Universität Innsbruck Chemie. Er schloss sowohl sein Diplomstudium (1997 bis 2003) als auch sein Doktoratsstudium am Institut für Organische Chemie (2003 bis 2007) mit ausgezeichnetem Erfolg ab. Derzeit forscht Kreutz als Postdoc am Institut für Biomolekulare Strukturchemie an der Universität Wien.

 

Preis für vielversprechenden Chemiker-Nachwuchs

Die Stifter des Preises, Dr. Christine und Professor Dr. Georg Sosnovsky, haben in den ersten Nachkriegsjahren an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck Chemie studiert. Ihre berufliche Laufbahn führte Georg und Christine Sosnovsky zunächst nach Australien und später in die USA, wo sie einen Großteil ihres Berufslebens verbrachten. Anlässlich ihres Goldenen Doktorjubiläums im Jahr 1999 kamen beide nach Innsbruck und stifteten den nach ihnen benannten Preis. Dieser zeichnet eine hervorragende Dissertation aus dem Fach Chemie an der Universität Innsbruck aus.

Text: Eva Fessler

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