Vier Preisträgerinnen und ein unzulässiger Vergleich

Die autobiographischen Schriften Rousseaus, die Frage nach der Identität, das Lebenswerk Felix Kreisslers sowie erfolgreiche Werbestrategien haben eines gemeinsam: Sie waren Gegenstand wissenschaftlicher Arbeiten Studierender der Innsbrucker Universität. Für die herausragende Qualität dieser Arbeiten wurden die Verfasserinnen mit den Frankreich-Preisen ausgezeichnet.
Wurden für ihre wissenschaftlichen Arbeiten mit dem Frankreich-Preis ausgezeichnet: Mag. Birgit Scheichl (ganz links), Mag. Fabienne Nicole Imlinger (3. v. l.), Dr. Daniela Gau (6. v. l.),  und Mag. Kathrin Fleisch (4. v. re.).
Bild: Wurden für ihre wissenschaftlichen Arbeiten mit dem Frankreich-Preis ausgezeichnet: Mag. Birgit Scheichl (ganz links), Mag. Fabienne Nicole Imlinger (3. v. l.), Dr. Daniela Gau (6. v. l.), und Mag. Kathrin Fleisch (4. v. re.). [Foto: Christina Gaio]

Von „bemerkenswert“ und „außerordentlich“ über „hervorragend“ bis zu „exzellent“ reichten die Attribute, mit denen die BetreuerInnen die Diplomarbeiten und die Dissertation, die am 29.11. im Rahmen des Frankreich-Tages des interdisziplinären Frankreich-Schwerpunktes prämiert wurden, beschrieben. „Als Mitglied der Jury, die die diesjährigen Einreichungen begutachtete, schließe ich mich diesen Superlativen an. Die Qualität der Arbeiten unterstreicht das wissenschaftliche Können der Autorinnen ebenso deutlich wie die Richtigkeit des Weges, den die Universität Innsbruck in den Bereichen Lehre, Forschung und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses geht“, hielt Vizerektor Tilmann Märk fest.

 

Auch Monsieur Daniel Pirat, der als Vertreter der französischen Botschafterin dem Festakt beiwohnte, sparte nicht mit lobenden Worten: „Mit den Frankreich-Preisen honoriert der Frankreich-Schwerpunkt nicht nur die Qualität der Arbeiten, sondern leistet auch einen wichtigen Beitrag zur Verständigung zwischen unseren beiden Kulturen.“

 

Luxusunternehmen vs. Uni Innsbruck

 

Große Universitäten sind, ähnlich wie manche große Unternehmen, Konglomerate. Louis Vuitton Moët Hennessy (LVMH), das größte Luxusmarken-Unternehmen der Welt mit Sitz in Paris, führt erfolgreich 60 sehr unterschiedliche Marken. Die Universität Innsbruck besteht aus 15 recht unterschiedlichen Fakultäten. Was kann sie von LVMH lernen? „Eines der Erfolggeheimnisse von LVMH liegt in seiner dezentralen Organisation. Die Führungsetage sieht ihre Aufgabe nicht in der Kontrolle der einzelnen Einheiten. Vielmehr ist sie bemüht, Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen diese ihre Stärken frei entfalten können, und Synergien und Kooperationen zwischen einzelnen Unternehmensbereichen zu fördern“, führte Prof. Hans Mühlbacher (Institut für strategisches Management, Marketing und Tourismus) in seinem Festvortrag aus. „Der Frankreich-Schwerpunkt kommt bei dieser Aufgabe LVMH sehr nahe: Er belässt die Entscheidungsfreiheit, was wie gemacht werden soll, den ExpertInnen, also den Forschenden der Fakultäten. Durch die Vergabe von Fördermitteln und sein Networking unterstützt er das vorhandene Potential, anstatt es zu reglementieren und bringt dort, wo sinnvoll, die besten Köpfe zusammen, um ein Maximum an Effizienz und Erfolg zu ermöglichen.“

 

Französische Sprachgeschichte unter der Lupe

 

Der diesjährige Frankreich-Tag bildete den Auftakt zu den am darauffolgenden Freitag und Samstag abgehaltenen, international besetzten Symposium zur französischen Sprachgeschichte. „Die internationale ForscherInnengemeinschaft hat besonders in den letzten zehn Jahren bei der Untersuchung der diachronen und synchronen Variationen des Französischen enorme Fortschritte gemacht. Um auf die errungenen Forschungsergebnisse aufbauen zu können und aktuelle Problemstellungen der französischen Sprache eingehend zu erarbeiten, wurden in Zusammenarbeit mit dem Frankreich-Schwerpunkt sechzehn Forschende aus Österreich, Deutschland, Frankreich, der Schweiz und Großbritannien eingeladen“, erklärt Prof. Maria Iliescu als eine der Organisatorinnen dieser „Journées d’Études“.