IMST Award 2007 geht an die Grüne Schule des Botanischen Gartens

Im Rahmen des EU Projektes „Plant Science Gardens“, das von Dr. Suzanne Kapelari an der Uni Innsbruck koordiniert und in vier Ländern Europas durchgeführt wird, wurde in den letzten zwei Jahren ein umfangreiches „forschend“ Lernprogramm für die Altersgruppe der 8-11 Jährigen entwickelt.
Forschend lernen steht im Mittelpunkt des prämierten Projektes
Bild: Forschend lernen steht im Mittelpunkt des prämierten Projektes

Der Österreichische Teil, der sich mit dem Themenschwerpunkt „Wie Pflanzen wachsen“ beschäftigt, wurde am 24.09. mit dem IMST Award ausgezeichnet. Der Preis wurde von BM Dr. Claudia Schmied überreicht.

 
Pflanzen-Forscher unterwegs, in der Schule und im Botanischen Garten

Das Projekt liefert umfangreiches Unterrichtsmaterial, das sich dem „forschenden“ Lernen verschrieben hat. Die Themenschwerpunkte „Pflanzen, die wir essen“ (UK), „Pflanzen-kreativ“ (Bulgarien), „Artenvielfalt“ (Iatlien) und „Wie Pflanzen wachsen“ (Österreich) beleuchten die Pflanzenwelt aus unterschiedlichsten Blickwinkeln und umfassen jeweils 10 - 12 Unterrichtsmodule, zu je zwei bis vier Stunden. Jedes Modul enthält neben einer detaillierten Beschreibung des Unterrichtsverlaufs, Kopiervorlagen für Lernblätter und andere Aktivitäten zahlreiche wissenswerte Hintergrundinformation. Eine Vielzahl unterschiedlichster Lehr- und Lernmethoden laden SchülerInnen sowie LehrerInnen dazu ein, das Reich der grünen Erdenbewohner zu erforschen, Fragen zu Stellen, Experimente zu planen und durchzuführen, zu beobachten, zu überlegen zu diskutieren, Argumente und Beweise zu finden und eigene Konzepte zu naturwissenschaftlichen Phänomenen weiterzuentwickeln. Alle Materialien sind ab 15 Oktober 2007auf der Website: www.plantscafe.net kostenlos zugänglich.

 

Der Teil „Wie Pflanzen wachsen“ wurde in der Grünen Schule in Zusammenarbeit mit Lehrerinnen ausgewählter Volksschulen, Direktorinnen, VertreterInnen der Bezirksschulbehörden Innsbruck und Innsbruck Land und der Pädagogischen Hochschule entwickelt. Dieses Netzwerk ist jetzt Garant dafür, dass das Unterrichtsprogramm nicht in der Schublade verschwindet, sondern schon heuer an möglichst vielen Volksschulen in Innsbruck und Innsbruck Land sowie in ganz Tirol zum Einsatz kommen wird. Im Rahmen seiner umfangreichen fachdidaktischen Begleitforschung hat Mag. Christian Bertsch dieses nun mit dem IMST Award ausgezeichnete Unterrichtsprogramm mit Volksschulkassen entwickelt, ausprobiert und evaluiert. Er konnte zeigen, dass „forschend-begründendes Lernen“ den Sachunterricht nachhaltig positiv beeinflusst.Rund 80% der befragten Kinder konnten auch nach fünf Monaten korrekt wiedergeben, was sie im Rahmen des „Wie Pflanzen wachsen“- Projektes gelernt haben. Die Schülerinnen entwickeln auch deutlich mehr Selbstvertrauen, wenn es darum geht, selbst Experimente zu planen und durchzuführen. Vor Beginn des Projektes wird das „Beobachten, wenn der Lehrer/ die Lehrerin Experimente macht“ deutlich positiver bewertet während später das „Selber Experimentieren“ ins Zentrum rückt.

 

IMST und sein Award

Mit dem Projekt IMST wird der Unterricht in Mathematik, Naturwissenschaften und Informatik sowie verwandten Fächern unter dem Slogan „Innovationen Machen Schulen Top!“ verbessert. Österreichweit sind circa 5.000 LehrerInnen involviert. Unter anderem kooperieren sie in regionalen und thematischen Netzwerken. Bisher nehmen acht Bundesländer teil. Gender Sensitivity und Gender Mainstreaming sind wichtige Prinzipien des Projekts und fließen in die Arbeit des Gender Netzwerks ein. Um die Wirkungen von IMST zu erforschen, wird Evaluation auf allen Ebenen integriert.


Mit dem IMST-Award powered by CROCS werden herausragende Beispiele von Innovationen an Schulen, an LehrerInnenbildungsinstitutionen, in den regionalen Schulbehörden etc., die einen Beitrag zur Verbesserung des Mathematik-, Naturwissenschafts- und Informatikunterrichts leisten, prämiert. „Diese Fächer bilden eine wichtige Basis für die gesellschaftliche, kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung unseres Landes. IMST setzt hier wichtige Maßnahmen. Die engagierte Arbeit ist von großer Bedeutung und soll mit dem IMST-Award gezeigt werden“, so Dr. Claudia Schmied, Ministerin für Unterricht, Kunst und Kultur.


Prof. Konrad Krainer, Projektleiter von IMST und Vorstand des Instituts für Unterrichts- und Schulentwicklung, betont die Bedeutung der Vergabekriterien: „Das Lernen der SchülerInnen steht im Mittelpunkt des Projekts IMST. Wir wollen auf allen Ebenen einen interessanten, kreativen und aktivierenden Unterricht fördern.“


Entscheidend für die im Sommer 2007 tagende Fachjury war die Förderung von Innovation und Attraktivität des Unterrichts, Verbreitung der Idee, Nachhaltigkeit, Berücksichtigung von „Gender Sensitivity“ und „Gender Mainstreaming“ sowie eine begleitende Evaluation. Aus 91 eingereichten Projekten wurden in den beiden Kategorien: Schulklassen und allgemeine BewerberInnen an  jeweils 3 Preise vergeben.


Neben dem Projekt „Plant Science Gardens“ (Tirol) wurden in der Kategorie Allgemeine BewerberInnen die Projekte
 Nanotechnologie (Tirol) und Job-College (Modul E-Technik) (Steiermark) sowie in der Kategorie Schulklassen die Projekte eMEHL – Entwickeln Mobiler Experimente für das Handheld-Labor (Wien), Eignungstest für die Wahl der Fachrichtungen (Kärnten), Chemie im Kochtopf (Steiermark) mit dem IMST Award ausgezeichnet.

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