Großer Ehrungstag 2007

Am 23. Juni wurden im Rahmen des jährlichen Großen Ehrungstages der Universität Innsbruck insgesamt neun Persönlichkeiten aus allen Bereichen des Lebens ausgezeichnet.
Die Geehrten und Laudatoren beim Großen Ehrungstag 2007
Bild: Die Geehrten und Laudatoren beim Großen Ehrungstag 2007

Für den großen Ehrungstag der Universität werden in der Beratungskommission zahlreiche Ehrungsanträge diskutiert und anhand von Gutachten ausgewertet. "Wir werden heute Persönlichkeiten aus dem universitären Umfeld ehren, die sich in der Gesellschaft für die Förderung der Universität und des Bildungsgedankens nachhaltig und erfolgreich eingesetzt haben, und die ein Versprechen für die Zukunft sind, dass sie sich auch weiterhin mit aller Kraft für die Anliegen dieser Alma Mater einsetzen werden “, so Rektor Manfried Gantner in seiner Festrede.

Neben zahlreichen VertreterInnen der Universität Innsbruck und dem Rektor der Medizinischen Universität Innsbruck, Dr. Clemens Sorg, waren u.a. Bischof Manfred Scheurer, Altbischof Reinhold Stecher, Landtagspräsident Prof. Ing. Helmut Mader, Bürgermeisterin Hilde Zach beim Festakt anwesend.

 

 

Die Geehrten in der Übersicht:

 

  • Ehrenzeichen:

Dr. Stefan Hamm: Der Partner und Vorstand der Concentro Management AG in München  unterstütze 2001 die Universität bei der  Konzeption und dem Aufbau von CAST und trug damit wesentlich zum heutigen Erfolg des Gründerzentrums bei. Auch heute steht er CAST noch als kritischer und engagierter Gesellschafter zur Verfügung.

 

MMag. Hanspeter Marmsoler: Der Personalleiter der Firma D. Swarovski & Co hält seit mehr als 10 Jahren Lehraufträge zu „Personalwirtschaftlichen Studien“ an der Uni Innsbruck und engagiert sich auch für projektbezogene Arbeiten von Studierenden in Zusammenarbeit mit der Firma D. Swarovski & Co. Weiters unterstütze er als Experte die Universität Innsbruck unentgeltlich beim komplexen Personalauswahlverfahren für den Leiter der Universitätsbibliothek.

 

Dr. Heinz Stuflesser: Als Gründungsmitglied des Südtiroler Freundeskreises der Universität Innsbruck hat er sich stets für die Vereinsziele – die Stärkung der Rolle der Uni Innsbruck als Südtiroler Landesuniversität – eingesetzt. Von 1989 bis 2006 trug er als Obmann die Hauptverantwortung für den Südtiroler Freundeskreis.

 

 

  • Ehrenbürger:

Prof. Walter Methlagl: Der gebürtige Vorarlberger hat große Verdienste um das Brenner-Archiv der Universität Innsbruck erworben: Bereits während seiner Studienzeit betreute er das damals am Institut für Germanistik gegründete Brenner-Archiv und leitete dieses seit seiner Gründung als Forschungsinstitut 1979 bis zu seiner Pensionierung 2001.

 

Jürgen Weiss: Der Bundesminister a.D. und Vizepräsident des Bundesrates steht klassisch in der von Felix Ermacora und Peter Pernthaler begründeten „Innsbrucker Schule“ des Föderalismus. Durch eine enge Zusammenarbeit mit den Innsbrucker Institut für Föderalismus hat Weiss zahlreiche rechtwissenschafltliche Impulse der Föderalismusforschung aufgegriffen und in die politische Praxis eingebracht.

 

 

  • Ehrensenatoren:

Monsignore Prof. Bernhard J. Hippler: Der damals 31-jährige Kaplan wurde 1979 vom damaligen Diözesanbischof Paulus Rusch zum Hochschulseelsorger der Universität Innsbruck ernannt. Seitdem setzt er sich für eine lebendige Hochschulgemeinde ein, die alle an der Universität lehrenden und studierenden Katholiken umfassen und offen für das Gespräch sein soll.

 

Dr. Manfred Niedner: Der Gründer und Gesellschafter des MC Marketing Corporation AG in Bad Homburg, einem der größten und erfolgreichsten Managementberatungsunternehmen in Deutschland, promovierte 1976 an der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Innsbruck. Als langjähriges Mitglied des deutschen Freundeskreises der Universität hat Manfred Niedner in verantwortlicher Position als Vorstandsmitglied wesentlich zur ideellen und auch materiellen Förderung der Universität Innsbruck beigetragen.

 

 

  • Ehrendoktorate:

Prof. Maria Iliescu: Sie ist eine der angesehensten Persönlichkeiten der internationalen sprachwissenschaftlichen Romanistik. Sie gilt als eine der wenigen VertreterInnen der Gesamtromanistik. In ihrer fast 50 Jahre dauernden wissenschaftlichen Tätigkeit - die sie seit den vergangenen 25 Jahren in Innsbruck ausübte - beschäftigt sie sich mit den romanischen Sprachen Mittel-, Süd- und Osteuropas (insbesondere Französisch, Italienisch, Rätoromanisch, Rumänisch) sowie mit Vulgärlatein und allgemeiner Sprachwissenschaft.

Aus dieser Arbeit sind über 400 Publikationen hervorgegangen, die sich durch ihre Vielseitigkeit der behandelten Themen (historische, moderne und zeitgenössische) und die Methodenpluralität auszeichnen. So verfasste sie u.a. zusammen mit Louis Mourin die erste und einzige umfassende Verbalmorphologie aller romanischen Sprachen.

 Prof. Iliescu genießt am Institut für Romanistik den Ruf einer ausgezeichneten Lehrerin, die für die Betreuung der Studierenden viel Zeit und Engagement aufwendete.

 

Prof. Frei Otto: Der außerordentliche Rang und das internationale Renommee Frei Ottos als Architekt, Forscher und Lehrer stehen außer Frage. Kein lebender Architekt des deutschsprachigen Raumes hat weltweit eine vergleichbare Anerkennung in der Fachwelt und Popularität in der Öffentlichkeit gefunden. Er gilt als Pionier auf dem Gebiet moderner Leichtbaukonstruktionen, mit denen er der modernen Architektur völlig neue Bereiche erschlossen hat. Der moderne Zeltbau ist weitgehend Ottos Schöpfung. Seine Bauten sind nie Wiederholungen bereits gefundener Lösungen, sondern riskieren immer den Aufbruch in bisher Unerprobtes.

Frei Ottos neue Formfindungsmethoden und die diesbezüglichen Studien beinhalten Membranbauten (Zelte, Lufthallen und sonstige pneumatische Konstruktionen), Netze, Schalen, verzweigte Stütze und Wölbkonstruktionen.

Einige seiner bekanntesten Werke sind: die Pavillons der deutschen Bundesgartenschauen in den 50er und 60er Jahren, der deutsche Pavillon auf der Weltausstellung in Montreal (1967),  die Olympiadächer in München  (1972), die wandelbaren Dächer des Freilichttheaters in der Stiftsruine Bad Hersfeld (1969),die Großschirme auf der Bundesgartenschau 1971 in Köln, die  Multihalle in Mannheim (1976), der Japanische Pavillon auf der EXPO 2000 in Hannover und seine Mitarbeit am Projekt für den Hauptbahnhof in Stuttgart.

 

 

Gouverneur Dr. Klaus Liebscher, dem die Ehrensenator-Würde verliehen werden sollte, konnte aus terminlichen Gründen nicht am Festakt teilnehmen. Seine Ehrung wird in kleinerem Rahmen nachgeholt.