Rotary Club Lienz zeichnet Innsbrucker Altertumswissenschafter aus

Das von Florian Müller vom Institut für Archäologien und Florian Schaffenrath vom Institut für Sprachen und Literaturen verfasste Buch „Anton Roschmanns lateinische Beschreibung der Ruinen von Aguntum 1746“ wurde mit dem Preis des Rotary Club Lienz ausgezeichnet.
Rotary Club Lienz zeichnet Innsbrucker Altertumswissenschafter aus
Bild: Mag. Florian Müller Bakk. (Institut für Archäologien – Fachbereich Klassische Archäologie), Mag. Kurt Wallensteiner (Präsident des Rotary Club Lienz), Dr. Florian Schaffenrath (Institut für Sprachen und Literaturen – Abteilung Latinistik)

Der Rotary Club Lienz engagiert sich in vielfältigen Projekten im karitativen, sozialen und kulturellen Bereich. Unter den Aktionen der letzten Jahre fällt auch die Unterstützung von herausragenden wissenschaftlichen Arbeiten mit Bezug zu Osttirol durch Preisverleihungen.

 

So wurde auch 2007 wieder ein Geldpreis für schriftliche Arbeiten an österreichischen Universitäten und Fachhochschulen ausgeschrieben, die einen Bezug zur Region Osttirol haben bzw. sich mit dem Thema Osttirol wissenschaftlich auseinandersetzen. Die Vergabe des Preisgeldes erfolgte auf drei Projekteinreicher. Dieses Jahr war das Werk „Anton Roschmanns lateinische Beschreibung der Ruinen von Aguntum 1746“ unter den ausgezeichneten Arbeiten. Nach einer kurzen Vorstellung durch Mag. Kurt Wallensteiner, den Präsidenten des Rotary Club Lienz, berichteten die beiden Wissenschafter Dr. Florian Schaffenrath und Mag. Florian Martin Müller Bakk. über ihre Forschungen.

 

Das Projekt „Anton Roschmanns lateinische Beschreibung der Ruinen von Aguntum 1746“

Im vom Tiroler Wissenschaftsfonds (TWF) geförderten Projekt „Anton Roschmanns lateinische Beschreibung der Ruinen von Aguntum 1746“ wurde interdisziplinär von philologischer und archäologischer Seite das 260 Jahre alte lateinische Werk „Reliquiae aedificii Romani ad oppidum Tyrolense Lienz detectae, vulgo das Zwergen-Gebäu - die Überreste eines römischen Gebäudes, das in der Nähe von Lienz entdeckt wurde und im Volksmund ‚das Zwergerlgebäude’ heißt - aufgearbeitet und ausgewertet. Dieses Projekt war dabei im Umfeld des seit einigen Jahren am Institut für Sprachen und Literaturen, Abteilung Latinistik beheimateten FWF-Projektes „Geschichte der lateinischen Literatur in Tirol“ angesiedelt. Anton Roschmann (* 1694 Hall, + 1760 Innsbruck), eine der bedeutendsten Forscherpersönlichkeiten Tirols im 18. Jahrhundert und der erste Direktor der Universitätsbibliothek Innsbruck, berichtet darin von seinen archäologischen Ausgrabungen, die er 1746 in Nußdorf-Debant bei Lienz durchgeführt hat. Dabei war er auf ausgedehnte Reste eines Gebäudes mit Fußbodenheizung und prunkvolle Mosaiken aus römischer Zeit gestoßen. Die Auswertung der Handschrift ermöglichte wertvolle Einblicke in die Ansichten, Methoden und Forschungstraditionen dieser Zeit.

 

Tagung und archäologische Grabung 2007

Am Donnerstag, den 21. Juni 2007 wird das Buch „Anton Roschmanns lateinische Beschreibung der Ruinen von Aguntum“ im Rahmen der Tagung „Mit Fleiß und Feder für Tirol - Interdisziplinäre Tagung zum Landeshistoricus und Vater der Tiroler Archäologie Anton Roschmann“ in der Claudiana in Innsbruck präsentiert. Neben  Leben und Werk von Anton Roschmann wird in zahlreichen Vorträgen auch generell auf die Geschichte der Altertumskunde eingegangen werden. Da im Projekt „Anton Roschmanns lateinische Beschreibung der Ruinen von Aguntum 1746“  nicht nur wissenschaftshistorischen Aspekten, sondern auch dem Wert und der Aussagekraft älterer Quellen für die moderne archäologische Forschung in Tirol nachgegangen wurde, ist geplant, im Herbst dieses Jahres auf den Spuren von Anton Roschmann eine neue Ausgrabung in Nußdorf-Debant durchzuführen.