Mitarbeiterin und Absolventinnen der LFU mit Johanna Dohnal Preis 2007 für Frauenforschung ausgezeichnet

Der diesjährige "Johanna Dohnal-Förderpreis" für wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Frauen- und Genderforschung wurde am Dienstag, den 20. Februar im Parlament verliehen. Dabei wurden mit Alexandra Weiss und Christine Klapeer gleich zwei Absolventinnen der LFU ausgezeichnet.
Alexandra Weiss (2.v.li.) und Christine Klapeer (1.v.re.) erhielten den Johanna Dohnal Preis 2007.
Bild: Alexandra Weiss (2.v.li.) und Christine Klapeer (1.v.re.) erhielten den Johanna Dohnal Preis 2007.

Die Politikwissenschafterin Alexandra Weiss ist derzeit als Koordinatorin für den Bereich Gender Studies im Büro für Gleichstellung und Gender Studies tätig. Sie erhielt für ihr Dissertationsprojekt "Regulierung und Politisierung von Geschlechterverhältnissen" ein Stipendium in der Höhe von 7000 €. Weiss verbinde wissenschaftliches und politisches Engagement für Frauen, würdigte Gabriella Hauch ihre Arbeit. Weiss analysiert die Veränderungen im Umfeld der Frauenpolitik seit den neunziger Jahren. NGOs seien an die Stelle sozialer Bewegungen getreten, wobei sie eine Retraditionalisierung des Politikverständnisses und damit die Gefahr sieht, dass das Frauenthema wieder als "Nebenwiderspruch" abgehandelt werden könnte.

 

Christine Klapeer wurde für ihr Dissertationkonzept mit dem Titel "Die Frage der lesbischen Staatsbürgerin. Feministische und demokratietheoretische Annäherungen" ausgezeichnet. Klapeer beschäftigt sich in ihrer Arbeit mit einer StaatsbürgerInnenschaft als einer gesellschaftlichen Utopie. Die Jury sah darin einen wesentlichen Beitrag für eine geschlechterorientierte politische Gemeinschaft. Weitere Preisträgerinnen sind Eva Egermann, Eva Voß, und Veronika Wöhrer.

 

Nationalratspräsidentin Barbara Prammer hatte zu der feierlichen Preisverleihung in das Parlament eingeladen und konnte prominente TeilnehmerInnen und BesucherInnen begrüßen. Die Namensgeberin des Preises, die erste österreichische Frauenministerin Johanna Dohnal erinnerte daran, dass dieser Preis auf ein Geburtstagsgeschenk der SP-Frauenorganisation an sie zurückgeht und hob die großzügigen Sponsoren hervor, denen es zu verdanken ist, dass die Preisgelder wesentlich aufgestockt werden konnten. Sie dankte auch der Jury und dem Bruno Kreisky-Archiv für deren Unterstützung. Es gehe um die Verwirklichung der Geschlechterdemokratie, sagte Johanna Dohnal und betonte die Bedeutung wissenschaftlicher Arbeiten, die die realen Geschlechterverhältnisse thematisieren. Dies zähle ebenso zu den Voraussetzungen für ein eigenständiges Leben der Frauen wie ein gleicher und chancengerechter Zugang zur Bildung. Der Johanna Dohnal- Preis werde daher ein Mahnmal, ein Zeichen für den freien Zugang zur Bildung bleiben, ein Stachel im Fleisch dieser Gesellschaft. Im Mittelpunkt des Abends standen dann die fünf Preisträgerinnen und deren wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet der Gender- und Frauenforschung.