Peter Zoller erhält Dirac-Medaille

Das Internationale Zentrum für Theoretische Physik in Triest hat am Dienstag Prof. Peter Zoller die diesjährige Dirac-Medaille zugesprochen. Diese Auszeichnung wird jedes Jahr zu Ehren Paul A. M. Diracs anlässlich seines Geburtstags am 8. August an Wissenschaftler verliehen, die bemerkenswerte Beiträge zur Physik geleistet haben.
Peter Zoller erhält Dirac-Medaille
Bild: Univ.-Prof. Dr. Peter Zoller

Der Innsbrucker Physiker Peter Zoller erhält die Auszeichnung für seine „innovative und produktive Arbeit in der Atomphysik.“ Insbesondere wurden seine fruchtbaren Vorschläge zur Realisierung von Quantencomputern mit gefangenen Atomen sowie jene für die Umsetzung des Bose-Hubbard-Modells in ultrakalten Gasen von der hochkarätig besetzten Jury hervorgehoben. Frühere Preisträger waren zum Beispiel die späteren Physik-Nobelpreisträger Frank Wilczek, David Gross und Martinus J. G. Veltman. Koichiro Matsuura, der Generaldirektor der UNESCO, und IAEO-Generaldirektor Mohammed el Baradei übermittelten Peter Zoller ihre Glückwünsche.


Für wegweisende Forschung vielfach ausgezeichnet

Peter Zoller ist Professor am Institut für Theoretische Physik der Universität Innsbruck und einer der wissenschaftlichen Direktoren am Institut für Quantenoptik und Quanteninformation der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Innsbruck. Seine theoretischen Arbeiten gehen der experimentellen Umsetzung um Jahre voraus und werden weltweit aufgegriffen, um schließlich in Experimenten realisiert zu werden. Prof. Zoller, geboren 1952 in Innsbruck, studierte an der Universität Innsbruck Physik, promovierte 1977 und habilitierte sich 1980. Er wirkte als Gastprofessor an zahlreichen renommierten Universitäten in aller Welt und war für mehrere Jahre als Professor am Joint Institute for Laboratory Astrophysics (JILA) in Boulder tätig, bevor er 1994 den Ruf an die Universität Innsbruck annahm. 1998 wurde ihm der Wittgenstein-Preis, die höchste österreichische Wissenschaftsauszeichnung, verliehen. Im selben Jahr erhielt er den Schrödinger-Preis und den Max Born-Preis. Im Vorjahr wurde er für seine wegweisenden Arbeiten mit der Max-Planck-Medaille der Deutschen Physikalischen Gesellschaft und der Niels-Bohr-Goldmedaille der UNESCO ausgezeichnet.

 

Ein Mitbegründer der Quantenphysik

Der britische Physiker Paul A. M. Dirac (1902 - 1984) war einer der Mitbegründer der Quantenphysik. 1928 stellte er auf Grundlage der Arbeit von Wolfgang Pauli über das Ausschließungsprinzip die nach ihm benannte Dirac-Gleichung auf, bei der es sich um eine relativistische, also auf der speziellen Relativitätstheorie beruhende Wellengleichung zur Beschreibung des Elektrons handelte. Sie erlaubte es Dirac, die Existenz des Eigendrehimpulses und des Positrons vorherzusagen. Im Jahr 1933 erhielt Dirac zusammen mit dem Österreicher Erwin Schrödinger den Nobelpreis für Physik. Die nach ihm benannte Medaille wird seit 1985 jedes Jahr vom internationalen Zentrum für Theoretische Physik (ICTP) in Triest an einen oder mehrere Wissenschaftler verliehen und ist mit einem Preisgeld von 5.000 US-Dollar verbunden.