Uni Innsbruck pflegt enge Kontakte zu Südtirol

Ein gemeinsames Mittagessen von Rektor Karlheinz Töchterle mit Südtirols Landeshauptmann Luis Durnwalder am 31.10.2007 war der Auftakt für das 33. Treffen des Kontaktkomitees zwischen VertreterInnen der Universität Innsbruck, der Autonomen Provinz-Bozen-Südtirol, der Südtiroler HochschülerInnenschaft sowie der Tiroler Landesverwaltung.
LH Durnwalder und Rektor Töchterle
Bild: LH Durnwalder und Rektor Töchterle
Rektor traf Südtirols Landeshauptmann

Das Wirtschaftsstudium nach der Studienreform und die Südtiroler Präsenz an der Universität Innsbruck - sowohl was das Studium, als auch was die Lehre angeht -, waren zwei der Schwerpunkte, die beim Mittagessen des Rektors mit LH Durnwalder behandelt wurden.

Südtiroler Studierende der Wirtschaftswissenschaften an der Uni Innsbruck hatten kürzlich eine Benachteiligung gegenüber Studierenden in Italien beklagt, da italienische Rechtsfächer in Innsbruck nur mehr als Wahlfächer gelehrt werden. LH Durnwalder schlug vor,  die entsprechenden Rechtsfächer als Curricularfach zu lehren und als Module anzubieten und diese auch im Diploma Supplement anzuführen. Rektor Töchterle versicherte, dass er bereits Vorarbeiten in diese Richtung geleistet habe und eine Lösung in diesem Sinne anstrebt.

Durnwalder sprach sich gegenüber  Töchterle außerdem dafür aus, bei der Vergabe von Diplomarbeiten verstärkt auch Südtiroler Themen zu berücksichtigen. Ein weiterer Wunsch des Landes Südtirols ist die stärkere Vertretung im Lehrkörper und den Entscheidungsgremien der Uni Innsbruck. Auch diesen Wunsch trug Durnwalder an den neuen Rektor heran.

Was die Zusammenarbeit der Universität Innsbruck mit der Freien Universität Bozen angeht, war man sich über einen Ausbau der Kooperation vor allem in den Bereichen Forschung und Entwicklung einig.

 

33. Treffen des Kontaktkomitees

Bei der anschließenden Sitzung mit dem Südtiroler Landesrat für Bildungsförderung, Universitäten und Forschung, Dr. Otto Saurer, war der Schwerpunkt das neue Südtiroler Landesgesetz für Forschung und Innovation. Landesrat Saurer konnte der Uni Innsbruck zusichern, noch heuer einige Forschungsprojekte zu fördern. Zu diesem Zweck überreichte ihm Forschungsvizerektor Tilman Märk eine Liste mit ausgewählten Forschungsprojekten der Uni Innsbruck.

Otto Saurer versicherte, dass die   Forschungskooperation mit der Uni Innsbruck nach Erarbeitung der notwendigen Durchführungsbestimmungen von Seiten Südtirols in den nächsten Jahren verstärkt fortgeführt werden wird. Zur Bestätigung dieser Absicht wurde Vizerektor  Märk Ende Oktober zum Mitglied des Südtiroler Rates für Forschung und Innovation bestellt, der unter anderem Vorschläge für Schwerpunkte der Südtiroler Wissenschafts- und Innovationsförderung auszuarbeiten hat.

 
Südtiroler Studierende an der Uni Innsbruck

Ein weiterer Schwerpunkt des Treffens war das Thema Südtiroler Studierende in Innsbruck. Prof. Margret Friedrich, Vizerektorin für Lehre und Studierende, informierte die Anwesenden über die neu eingerichteten Bachelor- und Masterstudien an der Universität Innsbruck. Weiters konnte sie  erste Studierendenzahlen nennen: So ist erfreulicherweise die Zahl der Erstsemestrigen weiterhin ansteigend. Friedrich berichtete vom Erfolg der südtirolspezifischen Lehrveranstaltungen im Bachelorstudium Wirtschaftswissenschaften und über den Stand bei der Integration weiterer südtirolspezifischer Rechtsmodule in das Curriculum des Wirtschaftsstudiums.

Darüber hinaus wurde über die Studienbeschränkungen in den Studienrichtungen Psychologie, Biologie und Pharmazie diskutiert.

Thema waren auch drei Diplomarbeiten mit Südtirolbezug:

  • „Studienortpräferenzen Südtiroler MaturantInnen“
  • „Räumliches Mobilitäts- und Versorgungsverhalten Südtiroler Studierender“ und
  • „Südtirol als Einzugsbereich höherer Tiroler Bildungseinrichtungen“.

 

Studientitelanerkennung zwischen Österreich und Italien

Ein Dauerthema bei den Treffen des Kontaktkomitees ist die Anerkennung der österreichischen Studientitel in Italien. Die im Rahmen des Bologna-Prozesses erfolgte Umstellung der vierjährigen Diplomstudien auf das 3-jährige Bachelorstudium und das zweijährige Masterstudium macht es notwendig alle österreichischen Studienrichtungen neu zu verhandeln, um eine Gleichstellung mit den italienischen Classi delle lauree universitarie und Classi delle lauree specialistiche zu erreichen. Bisher konnten die Verhandlungen für 48 Bakkalaureatsstudien abgeschlossen werden. Die nächste Verhandlung findet am 15.11.2007 in Rom statt, wo mit den Verhandlungen über die Masterstudien begonnen werden soll.

Das nächste Treffen des Kontaktkomitees wurde für April 2008 vorgesehen.

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