Kanadier besichtigten BIO4GAS-Anlage in Rotholz

Eine 20-köpfige, kanadische Delegation aus der Provinz British Columbia hat Ende August im Rahmen einer 9-tägigen Biogas-Study-Tour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz die derzeit in Bau befindliche Bio4Gas-Demonstrationsanlage in Rotholz besichtigt.
Die kanadische Delegation besichtigte die BIO4GAS-Anlage in Rotholz
Bild: Die kanadische Delegation besichtigte die BIO4GAS-Anlage in Rotholz

Auf der Tour wurden verschiedenste landwirtschaftliche und industrielle Biogas-Anlagen besucht. Auch eine Werksbesichtigung beim Jenbacher (Bio-)Gasmotoren-Hersteller GE Energy-Jenbacher stand auf dem Programm.

 

Ziel der Tour, deren TeilnehmerInnen aus den Bereichen Politik, Privatwirtschaft, Landwirtschaft und Forschung kommen und in diesen Bereichen mit der Thematik Biogas zu tun haben, war es, einen Einblick in die Biogas-Technologie der besichtigten Länder zu erlangen.

 

Der wissenschaftliche Projektleiter der Anlage, Prof. Heribert Insam, die wissenschaftlichen Projektmitarbeiter Dipl.-Ing. Daniel Sperl und Dr. Marta Goberna vom Institut für Mikrobiologie der Uni Innsbruck und Dipl-Ing. Josef Norz, Direktor der Landwirtschaftlichen Lehranstalt Rotholz, präsentierten der Delegation die Bio4Gas-Anlage. Mit dieser Anlage werden aus Mist und Gülle Strom und Wärme für die Landwirtschaftliche Lehranstalt Rotholz produziert.

 

In Rotholz konnten sich die Teilnehmer von der gelungenen Einbindung des Bio4Gas-Reaktors in den bestehenden landwirtschaftlichen Betrieb der Landwirtschaftlichen Lehranstalt Rotholz überzeugen. Das Besondere an der Anlage in Rotholz ist, dass sie als Demonstrationsprojekt in ein breites Forschungsprogramm von Wissenschaftern der Institute für Mikrobiologie und Infrastruktur-Abteilung Umwelttechnik der Universität Innsbruck eingebunden sein wird.

 

Nach der Besichtigung der Anlage wurden in einer anschließenden Diskussionsrunde von Prof. Heribert Insam die technischen Besonderheiten der Bio4Gas-Technologie erläutert. Die Tour-Teilnehmer zeigten Interesse an der innovativen Technologie; unter anderem wurde auch die Frage nach der kommerziellen Verfügbarkeit solcher Bio4Gas-Reaktoren gestellt. Weitere Fragen bezogen sich auf die erwarteten Gaserträge aus der Anlage, auf die zu erwartenden Errichtungskosten und auch darauf, wie viele Anlagen von diesem Typ errichtet werden sollen. Die Vision vom Prof. Heribert Insam ist es, dass sich in den nächsten Jahren - falls sich das Konzept bewährt - dutzende Bio4Gas-Anlagen dieser Art in standardisierter Bauweise vermarkten lassen.

Hier sei noch einmal erwähnt, dass geplant ist, durch die Bio4Gas-Technologie einen wirtschaftlichen Betrieb von Kleinbiogasanlagen (<50kW elektrisch) zu ermöglichen. Dies soll auf Grund folgender Punkte gelingen:

 

  • Senkung der Errichtungskosten durch standardisierte Bauweise
  • Verbesserung der Anlageneffizienz durch innovatives 4-Kammer-Konzept (höhere Biogasausbeute, weniger störungsanfälliger Betrieb)
  • Reduktion von Betriebs- und Wartungskosten durch Reduzierung maschineller Komponenten
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